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Bewertung und Kritik zu

ÜBER DIE VERHÄLTNISSE
Frank Lüdecke
Premiere: 25. November 2018 (Gastspiel) 
Schlosspark Theater, Berlin

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Die WahrheitZum Inhalt: Könnten sich noch mehr Menschen in Deutschland ehrenamtlich engagieren, wenn es bezahlt würde? Bedeutet Chancengleichheit, dass der Langsamste die Reisegeschwindigkeit aller bestimmt? Sind die staatlichen Schulen die AOK des Bildungswesens? Heisst es noch „Familie“? Oder bereits „Whatsapp-Gruppe“? Und was ist heute politischer? Wählen gehen? Oder Äpfel aus der Region jetzt bestellen?

Frank Lüdecke redet über die Verhältnisse und wirft einen vergnüglichen Blick in die Seele zivilisationsgestresster Mitteleuropäer. Das Digitale, die Demokratie, Europa - all das kann Spuren von Pointen enthalten. Und jede Menge Hoffnung. Denn bei allen Schwierigkeiten sollten wir nicht vergessen: es ist doch für alle noch genug Schaum auf dem Cappuccino! Lüdeckes politisches Kabarett macht Anleihen bei der Philosophie, verwendet Musik und lehnt Originalität und Unabhängigkeit nicht von vornherein ab.

„Über die Verhältnisse“ ist hintersinniges Kabarett und trotzdem witzig und unterhaltsam. Nein, das muss kein Gegensatz sein.


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Politisch unbedingt korrekt
  · 27.11.18
Ja, die Verhältnisse, man hat sie oder man redet drüber, letzteres tut Frank Lüdecke mit seinem aktuellen Programm. Wobei es so neu gar nicht mehr ist, nichtsdestotrotz ist es absolut zeitgemäß, anders ist es von einem Profi-Kabarettisten wie Frank Lüdecke auch nicht zu erwarten. Premiere war schon im März 2017 in den Wühlmäusen, nun stehen Gastspiele im Schlosspark Theater an, wohin er am 16.12.18, 12.1.19 und am 30.3.19 nochmal kommt. Sicher auch aus alter Verbundenheit zu Dieter Hallervorden, für dessen “Spott-Light” er u.a. einer seiner Hauptautoren war, dies für viele Jahre, was immerhin zur Folge hatte, dass seine Hotelzimmer nun über Duschen verfügen konnten, wie auf seiner Website zu lesen ist.
Lüdecke, der schon in der 1. Klasse ein zu Späßen aufgelegter Schüler war und bereits zu Abiturzeiten sein Amateur-Kabarett Phrasenmäher gründete, muss der Weg zum politischen Kabarett wohl vorbestimmt gewesen sein. Seit 1992, also immerhin noch vor seinem 30. Lebensjahr, heimst er kontinuierlich Preise ein. Viele prätentiöse Stationen für Kabarettisten folgen, vom Düsseldorfer Kom(m)ödchen bis zur Distel in Berlin, dessen künstlerischer Leiter er zwei Jahre lang ist, daneben aber auch im Fernsehen und Rundfunk einem immer größeren Publikum bekannt wird. Inzwischen feiert er schon sein 40. Bühnenjubiläum, seiner Kreativität und  Energie tut dies keinen Abbruch.
Wenn Frank Lüdecke über die Verhältnisse redet, sinniert er zu allen Themen, die gerade mehr oder weniger aktuell im Lande diskutiert werden. Dabei kommt er nie lehrmeisterhaft oder verbissen daher, seine Ausführungen sind erst leichtfüßig, dann satirisch und immer höchst komisch.
Er sucht den Kontakt zum Publikum, brennt auf Reaktionen und reagiert darauf, fast könnten die Zuschauer den Eindruck einer gemütlichen Unterhaltung gewinnen; die in der ersten Reihe sind tatsächlich im Dialog mit ihm bzw. eher umgekehrt. Und man erfährt viel Interessantes und Überraschendes, zum Beispiel, welche die meistgelesene Zeitschrift hierzulande ist, was eine Google-Anfrage kostet, was die Medienwelt mit einem macht bzw. wie man Schlimmeres verhindern kann und dass Dummheit sportliche Höchstleistungen nie behindert hat, alles selbstverständlich mit überzeugenden Beispielen untermauert. Gleichzeitig stellt Lüdecke viel in Frage, wenn er sich durch Themen wie Bildung, Mieten, Chancengleichheit und politisches und ehrenamtliches Engagement bewegt, auch seine Familie bleibt nicht außen vor. 
Sehr schön die musikalischen Einlagen, es sind bekannte Melodien wie “Poor Boy” oder “Suzanne”, die er mit eigenen Texten versehen hat, Lüdecke begleitet sich selbst auf der Gitarre.
Auch die obligatorische Ansage gleich zu Anfang ist überaus politisch korrekt, verspricht dem Zuschauer bereits Mikroagressionen, muss die vorgestellte Sicht der Dinge doch nicht unbedingt die des Zuschauers sein. 
Letzterer kommt nicht umhin, sich angesprochen zu fühlen, auch wenn die seit vielen Jahren ignorante Haltung der Politik immer wieder in den Fokus gerückt wird. 
Insgesamt ein runder Abend, geistreich und sympathisch. Das Publikum scheint gleichzeitig auch Fanclub zu sein, kein Wunder, und wer diesem noch nicht angehört, könnte es gut und gern zukünftig tun ...
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