Stage Musicals

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Bewertung und Kritik zu

MONSIEUR CLAUDE UND SEINE TÖCHTER
nach dem gleichnamigen Film
Regie: Philip Tiedemann 
Premiere: 1. Dezember 2018 
Schlosspark Theater, Berlin

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Die WahrheitZum Inhalt: Monsieur Claude und seine Frau Marie sind ein zufriedenes Ehepaar in der französischen Provinz und haben vier ziemlich schöne Töchter. Am glücklichsten sind sie, wenn die Familientraditionen genau so bleiben, wie sie sind. 
Erst als sich drei ihrer Töchter mit einem Muslim, einem Juden und einem Chinesen verheiraten, geraten sie unter Anpassungsdruck. In die französische Lebensart weht der raue Wind der Globalisierung und jedes gemütliche Familienfest gerät zum interkulturellen Minenfeld. Musik in den Elternohren ist da die Ankündigung der jüngsten Tochter, einen – Halleluja! – französischen Katholiken zu heiraten. Doch als sie ihrem vierten Schwiegersohn, dem schwarzen Charles, gegenüberstehen, reißt Claude und Marie der Geduldsfaden. Geschwächt durch Beschneidungsrituale, Hühnchen halal und koscheres Dim Sum ist ihr Toleranzvorrat restlos aufgebraucht. Doch auch Charles' Familie knirscht über diese Partie mächtig mit den Zähnen. Weniger um bei den Hochzeitsvorbereitungen zu helfen, als sie zu sabotieren, lassen sich die Eltern auf ein Kennenlernen ein.
Was folgt, ist ein Gemetzel der nationalen Ressentiments und kulturellen Vorurteile. Bis das familiäre Federnrupfen dem Brautpaar die Lust an der Hochzeit zu verderben droht...

mit Brigitte Grothum & Peter Bause, sowie Berrit Arnold, Philip Bender, Oliver Dupont, Birge Funke, Robin Lyn Gooch, David A. Hamade, Melanie Isakowitz, Tilmar Kuhn, Maverick Quek, Lisa Julie Rauen & Errol Trotman Harewood

Regie: Philip Tiedemann
Bühne: Paul Lerchbaumer
Kostüm: Claudia Tyborski
Musik: Henrik Kairies

TRAILER

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4.7/5 Insgesamt 3 Bewertungen (2 mit Rezension)
2 von 4 Personen fanden die Kritik hilfreich
Der Witz beleuchtet auch Düsteres
  · 03.12.18
''Den Reiz der Inszenierung macht als erstes die überaus intelligente, feinsinnige Regie von Philip Tiedemann aus. Er setzt nicht auf Klamauk, er setzt auf Geist. Er zeigt zudem klar: die hier erzählte Story ist ein Märchen, eines von denen, die gut enden, denn hier soll Hoffnung auf Vernunft und Menschlichkeit in die Welt gebracht werden. Doch Tiedemann zeigt auch das Harte, das Düstere, das Brutale von Intoleranz jedweder Art, egal von wem, egal aus welchem Grund.

Das die Haltung. Dazu kommt der Stil – und der ist vom Feinsten. Luftige Vorhänge, gelegentliche Bildprojektionen, kluge Licht- und Musiksetzung genügen, um trefflich die verschiedenen Orte und Situationen aufleuchten zu lassen. Wichtig ist dabei das Stichwort Musik, Musik im übertragenen Sinn: Regisseur Tiedemann hat ein musikalisch ausgefeiltes Konzert der lauten Gas und des leisen Witzes, der verhaltenen Momente und des Nachdenkens arrangiert. Er weiß, wie wichtig ein Innehalten sein kann, und er weiß, dass wahre Komik immer aus Tragischem erwächst. Und er umschifft die Schwächen, die das Stück hat – im zweiten Teil drängt es doch arg Richtung Kitsch – mit Eleganz.

Die Schauspielerinnen und Schauspieler dürfen alle glänzen. Jede und jeder – selbst in den kleinsten Rollen – arbeitet pointiert, mit feinen Mitteln, dem Stück dienend, nicht der eigenen Eitelkeit. So entstehen facettenreiche Charakterminiaturen, wird man als Zuschauer zu Identifikation und Streit eingeladen, selbst dann, wenn es kalauert, was auch vorkommt.'' schreibt Peter Claus auf kulturradio.de
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1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Ein Feuerwerk der Vorurteile
  · 04.12.18
Der gleichnamige Film von Philippe de Chauveron und Guy Laurent kam 2014 in die Kinos und erwies sich als echter „Knaller“. Die Bühnenadaption von Stefan Zimmermann hatte 2017 ihre deutsche Erstaufführung in Hamburg. Im Berliner Schlosspark Theater übernimmt nun Philip Tiedemann die Realisierung.  Premiere war am 1. Dezember 2018. 

Der durchschlagender Erfolg des Sujets beruht darauf, dass es den Autoren gelungen ist, einen bunten Strauß weitverbreiteter Vorurteile von Menschengruppen so mit einer leicht faßlichen Handlung zu verknüpfen, dass ein kontinuierliches Pointenfeuerwerk abbrennt, das niemanden kalt läßt. Offenkundig sind solche Vorurteile über Rassen und Religionen auch jenseits der Grenzen Frankreichs  anzutreffen, wo „Monsieur Claude“ spielt. 

Vier Töchter hat Monsieur Claude Verneuil (herrrlich knorrig: Peter Bause), und drei von ihnen sind bereits verheiratet. Eine mit einem Araber, die nächste mit einem Juden, die dritte mit einem Chinesen. Nun will auch die vierte den Eltern ihren künftigen Ehemann Charles Koffi präsentieren. Der ist zwar endlich mal ein Katholik, aber von dunkler Hautfarbe, stammt aus Afrika und ist überdies Schauspieler. Das stellt Monsieur Claude und seine wunderbar vitale und wortgewandte Frau Marie (Brigitte Grothum) vor immer neue Probleme der mentalen Akzeptanz. Schließlich kommen sogar liebe Verwandte aus dem schwarzen Kontinent, um der Hochzeitsfeier beizuwohnen, und der verhalten konservative Monsieur Claude trifft beim Angeln mit dem schwarzafrikanischen Vater von Charles, André Koffi, zusammen. Das Wunder geschieht: Beide entdecken Gemeinsamkeiten, beide sind katholisch und bewundern General Charles de Gaulle, und sie finden gemeinsam auch verhängnisvollen Gefallen an einer Flasche Calvados, was sie erst einmal in eine Ausnüchterungszelle bringt. Schliesslich kommen sie aber noch rechtzeitig zur Hochzeitsfeier, die alle in schönstem Einklang verbringen. 

Das Schlosspark Theater bietet ein ungewöhnlich großes Ensemble auf, um diese Komödie auf die Bühne zu bringen. Alle sind in ihren Rollen sehr überzeugend zu Hause und bringen die fälligen Pointen demzufolge effektvoll, aber durchaus natürlich über die Rampe. Isabelle, die älteste Tochter (Berrit Arnold) ist mit Abderazak Benassem (David A. Hamade) liiert. Die zweitälteste heisst Michelle (Birge Funke), ihr Ehemann Chao  Ling ( Maverick Queck). Adèle (Lisa Julie Rauen) ist die drittälteste Tochter, und ihr jüdischer Ehemann trägt den Namen Abraham Bénichon (Oliver Dupont). Laura ist die Jüngste (Melanie Isakowitz), und ihren dunkelhäutigen Verlobten spielt Philip Bender. Seine Mutter Madeleine Koffi, die ausgleichende Toleranz in Person, ist Robin Lyn Gooch. Dann gibt es noch den universell einsetzbaren Tilmar Kuhn, der unter anderem als Rabbi, Pfarrer und Psychologe agiert.

Im ausverkauften Haus herrscht schieres Zuschauervergnügen. Das bei seinen eigenen alltäglichen Vorurteilen ertappte Publikum ist durchaus bereit, sich lachend an die eigene Brust zu klopfen. Der üppige Schlußbeifall gleitet sofort über in rhythmischen Applaus, der dem ganzen Ensemble gilt, besonders aber dem fabelhaften Ehepaar Verneuil.

Horst Rödiger

artoscript
http://roedigeronline.de
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Schlosspark Theater Berlin
www.schlosspark-theater.de
Schloßstraße 48 - 12165 Berlin
Telefon: 030 7895667-100
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3.6
Durchschnittsnote aller Stücke
5 17
4 24
3 14
2 12
1 2
Kritiken: 40

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