Mord im Orientexpress

Bewertung und Kritik zu

MORD IM ORIENTEXPRESS
von Agatha Christie
Regie: Katharina Thalbach  
Premiere: 24. Juli 2021 
Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater, Berlin 
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Zum Inhalt: Der belgische Privatdetektiv Hercule Poirot möchte mit dem Orientexpress von Istanbul nach London reisen. Doch der Zug ist ausgebucht: lauter Damen und Herren von Welt mit ihren Dienern, und nur, weil sich der mitreisende Eisenbahndirektor Monsieur Bouc für ihn einsetzt, bekommt Hercule Poirot noch ein Abteil. Auf der Fahrt durch Serbien muss der Zug wegen Schneeverwehungen halten und es findet ein brutaler Mord statt. Hercule Poirots berühmte graue Zellen beginnen zu arbeiten ...

Katharina Thalbach wird nicht nur den Meisterdetektiv spielen, sondern auch Regie führen. Sie plant ein großes Kriminalspektakel.

Regie: Katharina Thalbach
Bühne: Momme Röhrbein
Kostüm: Guido Maria Kretschmer
Musik: Christoph Israel
Co-Regie & Choreographie: Christopher Tölle
Video: Maximilian Reich


DurchschnittsnoteSchreibe eine Kritik
Katharina Thalbach führte nicht nur Regie, sondern glänzt auch wieder mal in ihrem Lieblings-Metier, einer Hosenrolle: als selbstverliebter Privatdetektiv Hercule Poirot steckt sie ihre Spürnase in den verzwickten Fall, wer den Geschäftsmann Samuel Ratchett im Zug ermordet hat, der in einem Schneesturm auf dem Balkan stecken blieb.

Während die Verfilmungen von Sidney Lumet (1974) und Kenneth Branagh (2017) recht angestaubt wirken, schürften Thalbach und die „Geschwister Pfister“ in der Broadway-Bühnenfassung (2017) von Ken Ludwig nach den Pointen. „Mord zum Orientexpress“ wird zum Ensemble-Stück voller exzentrischer Auftritte, in denen vor allem Christoph Marti als Helen Hubbard und Andreja Schneider als von den Bolschweiken traumatisierte Prinzessin Dragomiroff glänzen und sich kurz vor Schluss ein „Geschwister Pfister“-internes Zickenduell liefern.

Der Abend ist ganz im gediegen-altertümlichen Stil eingerichtet (Bühne: Momme Röhrbein, der Thalbach seit langem verbunden ist; Kostüme: Star-Designer Guido Maria Kretschmer) und wird von kleinen Tanzeinlagen, die Chistopher Tölle choreographiert hat. Das „Whodunit“-Rätselraten läuft handwerklich makellos ab und kulminiert in einem Splatter-Video von Maximilian Reich, das die Auflösung nachstellt.

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1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Bombastischer Beifall des Premierenpublikums
  · 26.07.21
''Katharina Thalbach hat als Hercule Poirot und als Regisseurin alle Zügel in der Hand. Ihre Auftritte als eitle Intelligenzbestie sind Kabinettstückchen. Aber in der Inszenierung hat sie klug dafür gesorgt, dass dies nicht alles andere überdeckt, sondern zu einem wunderbaren Zusammenspiel führt. Sie hat – und das gibt dem Abend endgültig Klasse – eine ihrer wichtigsten Maximen beherzigt - nämlich dafür zu sorgen, dass Bühne und Zuschauerraum gleichsam miteinander verschmelzen. Wofür auch ein pfiffiger Einsatz von Film und Video sorgen. Dadurch werden etwa Zeitsprünge quasi im Handumdrehen absolviert.

Am Premierenende gab es für den wie im Fluge vergehenden drei Stunden dauernden Abend extrem großen Zuspruch vom prominent besetzten Publikum. Schauspielstar Katja Riemann, ihr Kollege Gerd Wameling, Berlins Kultursenator Klaus Lederer, Promi-Anwalt und Kunstförderer Peter Raue, die Filmproduzentin Regina Ziegler und viele andere saßen spürbar animiert im ausverkauften, jedoch corona-gerecht nicht voll besetzten Theater. Immer wieder gab es Szenenbeifall und am Schluss – berechtigt – etwa fünfzehn Minuten wahrlich donnernden Beifall, Bravo-Rufe und Jubel. Einen derartigen Publikumszuspruch gab es an einem Berliner Sprechtheater in den letzten Jahren nur sehr, sehr selten.'' schreibt Peter Claus auf rbbKultur
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