Komische Oper Berlin
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    Orfeo ed Euridice



    Bewertung und Kritik zu

    ORFEO ED EURIDICE 
    (Orpheus und Eurydike)
    Regie: Damiano Michieletto 
    Premiere: 23. Januar 2022 
    Komische Oper Berlin 

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    Zum Inhalt: »Bald sind wir aber Gesang!« – Countertenor Carlo Vistoli in einer der größten, schmerzlich-schönen und tragischen Liebesgeschichten der Oper: Die Macht der Musik überwindet den Tod im Namen der Liebe. Nach seinem Erfolg mit Jules Massenets Märchenoper Cendrillon kehrt der italienische Regie-Star Damiano Michieletto mit einem Klassiker des Opernrepertoires an die Komische Oper Berlin zurück.

    Mit der alles verzaubernden Macht seines Gesangs gelingt es Orpheus, die Heerscharen der Unterwelt zu besänftigen und dem Hades die geliebte Eurydike zu entreißen. Nun darf er, bei Strafe ihres endgültigen Todes, Eurydike auf dem Wege zurück ins Leben nicht ansehen. Gepeinigt vom Wunsch nach einem Blick des Geliebten, bittet Eurydike Orpheus um einen Liebesbeweis, bis der schließlich den fatalen Blick zurück wagt …

    Musikalische Leitung: David Bates
    Inszenierung: Damiano Michieletto
    Choreographie: Thomas Wilhelm
    Bühnenbild: Paolo Fantin
    Kostüme: Klaus Bruns
    Dramaturgie: Simon Berger
    Choreinstudierung: David Cavelius
    Licht: Alessandro Carletti


    WIR EMPFEHLEN

    5 von 5 Sterne
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    Denken und Leben für heute, nicht für morgen!!
    1 year ago
    Kritik
    ''Regisseur Damiano Michieletto und sein Team, allen voran der Bühnenbildner Paolo Fantin, hatten sich diesem Anspruch mit Verve gestellt. Die Atmosphäre, die Kostüme und die Formensprache des Bühnenbildes sind modern, aber nicht einfach. Keine farbige Unterwelt, kein gruseliger Hades oder andere Heerscharen und Dämonen. Das äußerst zeitgemäße Bühnenbild spielt mit geometrischen Abstraktionen und farbigen Licht. Die Kostüme sind einfach und überraschend. Von Antoine de Saint-Exupéry ist das Zitat überliefert „Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn man nichts mehr hinzufügen, sondern nichts mehr weglassen kann“. In diesem Sinn hatten wir die perfekte visuelle Aufführung erlebt. Aber auch eine darstellerisch ausgefeilte Inszenierung, man wähnte sich im Schauspiel, gängige Sänger-Konventionen wurden vermieden. Und auch wenn die Komische Oper Star-Countertenor Carlo Vistoli verpflichtete, lag der Schwerpunkt der Inszenierung auf dem Ensemble ganz im Sinne der Tradition Walter Felsensteins. Und die Inszenierung knüpfte an die Balletttradition der Komischen Oper an. 1966 auf Initiative von Walter Felsenstein gegründet, musste das Ballett der Komischen Oper Berlin bekanntlich 2004 auf Druck des Berliner Senats schließen. Heute Abend lebte es wieder auf. Nadja Mchantaf als Euridice durfte sich mit drei Tänzerinnen, allesamt Doubles der Euridice, auf der Bühne präsentieren. Das Leiden und die Verwirrung von Orfeo wurden so ins Unendliche überhöht. David Bates gab ein gelungenes Deutschland-Debüt und stand in Modernität der Inszenierung in nichts nach. Die kammermusikalischen Aktionen des Streichquintetts, des Bassetthorns und vor allem der Harfe klangen zeitgenössisch und korrespondierten in wunderbarer Weise mit dem Bühnenbild. Neben den Hauptrollen agierten Josefine Mindus (als Amore) und das Vocalconsort Berlin stimmlich und spielerisch ebenbürtig. Eine großartige Inszenierung und Ensembleleistung, was vom Publikum rückhaltlos in langem, langem Applaus gewürdigt wurde.'' schreibt Steffen Kühn am 25. Januar 2022 auf KULTURA-EXTRA
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