Taylor Mac: Holiday Sauce… Pandemic!

Bewertung und Kritik zu

HOLIDAY SAUCE… PANDEMIC!
Taylor Mac
 
Online-Premiere: 12. Dezember 2020 
Haus der Berliner Festspiele

Zum Inhalt:

Weihnachten als Katastrophe – Taylor Mac, ausgezeichnet mit dem Ibsen Award 2020 und MacArthur Fellow, feiert zusammen mit seinen langjährigen Weggefährten, dem Bühnenbildner Machine Dazzle, dem musikalischen Leiter Matt Ray und den Produzenten Pomegranate Arts, die Weihnachtssaison in all ihren Fehlleistungen.

Für Taylor Mac besteht diese Jahreszeit aus mehr als grenzenlosem Kapitalismus und Geschenke verteilen; Kreativität und Fantasie sind als eigene Spiritualität zu begreifen. Weihnachten 2020 wird für viele Menschen bitter und schön zugleich sein. Taylor Mac erinnert an die kollektive Macht unserer Wahlfamilien: eine besonders kraftvolle Botschaft in diesem Jahr voller Verluste.


„Holiday Sauce“ ist Mother Flawless Sabrina gewidmet, Taylor Macs 2017 verstorbener Drag Mother. Als Hommage an sie ehrt jede Institution, die „Holiday Sauce… Pandemic!“ präsentiert, eine lokale Persönlichkeit, die einen bedeutenden Beitrag zur Förderung der queeren Community in der jeweiligen Stadt geleistet hat. Die Berliner Festspiele haben Mahide Lein ausgewählt, die als queere Feministin seit den 1970er-Jahren Brücken zwischen Kunst, Kultur, sozialem Engagement und grenzüberschreitenden Fragestellungen baut, seit den 1990er-Jahren auch mit ihrer Konzert- und Eventagentur AHOI. Die Preisträger*innen werden in der Show erwähnt und in verschiedenen Medien von Taylor Mac vorgestellt.

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Einblick in die schräge, politische Drag-Welt
  · 15.12.20
''Eine weitere große Stärke Macs ist, Künstler zusammenzubringen, die Community zu stärken. Und so ist auch diese Show davon geprägt, dass neben Mac selbst auch diverse andere queere Performerinnen oder Sänger auftreten und damit sichtbar werden. Schön etwa, wenn Machine Dazzle als üppiger Weihnachtsbaum mit Lampenfieber vor dem Fest versucht, sich selbst Mut zuzusprechen: "You’re beautiful, you’re tall enough, you’re long enough, you’re balls are beautiful..."
Die meisten dieser Nummern verlieren durch das Online-Format aber stark an Gemeinschaftsgefühl, der gewünschte Zusammenhalt bleibt eher Behauptung. Und man muss des Englischen schon bestens mächtig sein, um nicht die Hälfte der Pointen zu verpassen. Doch auch, wenn vieles für Nicht-Insider kryptisch bleibt: um einen Einblick in die perfekt schräge, politische und hoch emotionale Musical-, Burleske-, Drag-Welt dieses fantastischen Sängers und Ausnahmekünstlers zu bekommen, um das warme Charisma judys Person zu spüren, ist dieses einstündige Video ein guter Start.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur
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Fernes Echo der intensiven Live-Shows
  · 13.12.20
Drag Queen Taylor Mac läuft dann zur Hochform an, wenn judy Zwischenrufe aus dem vollen Saal parieren kann. Die Shows leben von der Spontaneität der Performer*in, der Interaktion mit dem Publikum und dem Gemeinschaftsgefühl, das sich in den langen, langen Stunden dieser extravaganten Live-Events bildet.

In Pandemie-Zeiten vor dem Bildschirm kann es nur ein fernes Echo dieser Bühnen-Show geben. Taylor Mac trägt zwar wieder eines der ausladenden Kostüme, einen opulenten Farbschock aus Obst- und Blumenornamenten und meldet sich live aus einem New Yorker Off-Theater. Aber auch in der persönlichsten Nummer "Christmas with Grandma" wirkt die Drag-Diva wesentlich distanzierter als auf der Bühne: kaum ein Wort mehr als nötig, keine Abschweifung, kein spontaner Gag.

Nach nur 65 Minuten endet diese Show. Die Live-Events aus dem Herbst 2019 wirken „rund 4,34 Lichtjahre“ entfernt, so weit wie das sonnennächste Sternsystem Alpha Centauri, wie der Tagesspiegel in seinem Vorbericht schrieb. Vor allem fehlt dem Abend, an dem Taylor Mac ganz allein vor der Kamera sitzt, das kongeniale Zusammenspiel wie mit Glücksgriff Hannelore auf der Berliner Bühne im Herbst 2019.

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