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Bewertung und Kritik zu

VERRÄTER - DIE LETZTEN TAGE
Ein Projekt von Falk Richter
Regie: Falk Richter
Premiere: 28. April 2017
Maxim Gorki Theater, Berlin 

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Die Tage der freien Welt, wie wir sie kannten, scheinen gezählt. Unter dem Schlachtruf Familie! Volk! Nation! Driften immer mehr Länder des »freien Westens« immer tiefer in ein Phantasma der gesellschaftlichen Restauration von autoritärer Stärke und altväterlicher Macht, das die unerfüllten Versprechen einer demokratischen und gerechten Gesellschaft der Gleichen abstraft. Eine Drohung liegt in der Luft: »Verräter! Eure Tage sind gezählt, unsere Zeit ist angebrochen.« Aber wer genau ist dieses neue »uns« und wer sind »die Verräter?« Wen haben sie verraten? Die völkisch-nationale Revolution marschiert – und die vordemokratische patriarchale Familie erfährt eine ungeahnte Renaissance als »Keimzelle« einer rückwärtsgewandten Idealvorstellung von Ordnung und Sicherheit, von Kultur und Zivilisation. Der ins gesellschaftliche Unbewusste verdrängte Klassenkampf scheint von rechts als Kulturkampf wieder zu kehren.

Regie: Falk Richter

Bühne/Kostüme: Katrin Hoffmann
Musik: Nils Ostendorf
Video: Aliocha van der Avoort
Licht: Carsten Sander
Dramaturgie: Jens Hillje, Mazlum Nergiz


 
Meinung der Presse zu „Verräter“ - Maxim Gorki Theater


Zitty
★★★☆☆


tip
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Falk Richter und das Gorki auf der Suche nach Antworten auf Trump & Co
  · 28.04.17
Mit zu vielen Längen schleppt sich der Abend weiter, um am Ende eine große Ratlosigkeit zu konstatieren. Vor zwei Jahren war Falk Richter mit seiner fulminanten Abrechnung „Fear“ (Kritik) noch selbstgewiss, die Fronten waren klar. Jetzt haben er und wohl auch die meisten im Publikum das Gefühl, in einer ungewissen Übergangszeit zu leben: Trump wurde wider Erwarten neuer US-Präsident und hält die Facebook- und Twitter-Community sowie seine Anhänger in Dauererregung. Wohin entwickelt sich das? Endet er als „Horror-Clown“ bald so peinlich wie der Rechtspopulist Ronald Schill, den Mareike Beykirch während einer Gastspielreise in einem Trash-Format auf RTL 2 entdeckte?
Diese Fragen stellt sich das Ensemble, während es durch endzeitliche schwarze Morastlandschaften watet und am Ende des Abends demonstrativ aneinander vorbei redet. Jeder für sich eine eigene Textfläche und Mehmet Atesci darf noch ein mal zeigen, wie schön er singen kann. Weiterlesen
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VERRAT am LA LA LAND
  · 19.10.17
Gemeinsam erkunden Schauspieler aus dem Gorki-Ensemble und der Regisseur Falk Richter in der Uraufführung >>VERRÄTER – Die letzten Tage<< den Verrat an Heimat, Politik und an das eigene Ich.
>>Gefangen im Sammelbecken für Opfer<<, so beschreibt die Schauspielerin Mareike Beykirch ihre Herkunft aus Sachsen-Anhalt. Sie kommt aus armen Verhältnissen. Ihre Mutter putzt, um die Familie zu ernähren. Und als das Putzen nicht mehr ausreicht, muss sie Hartz 4 beantragen. Mareike hat inzwischen eine gute Schauspielausbildung absolviert, arbeitet an einem renommierten Theater und ist intellektuell. Sie findet keine sprachliche Ebene, um sich vernünftig mit ihrer Mutter zu unterhalten. Wenn sie zu Hause ist, fühlt sie sich, als habe sie >>Schichtverrat<< begangen. Sie passt nicht mehr in dieses System. Auch die Schauspielerin Çiğdem Teke hat Systemverrat begangen. Sie hat einen Sohn und lebt mit einer Frau zusammen. Statt Mutter-Vater-Kind, lebt sie mit ihrer Frau und ihrem Sohn in einer queeren Familie oder in einer sogenannten Regenbogenfamilie. Das Wort Familie greift nicht mehr, da passen sie nicht mehr rein. Falk Richters Charaktere berichten in dem Projekt >>VERRÄTER<< über persönliche Momente, in denen sie sich als Verräter gefühlt haben. Springen immer wieder aus dem Persönlichen ins Fiktive und bauen dadurch eine Differenz zum eigenen Ich auf. Die Sprache über die sich beschreiben müssen, fasst sie nicht mehr. Sie existieren so nicht. ... Weiterlesen
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„Wo sind wir hier?“
  · 02.05.17
''Der Dialog als gesellschaftliche Art der Auseinandersetzung hat nach Falk Richters Meinung ausgedient und ist in die anonymen Kommentarzeilen der sozialen Netzwerke verlegt worden. Auf düster- apokalyptischer Bühne mit einer Art verkohltem Waldboden, wohl als Sinnbild der verirrten deutschen Seele gemeint, machen sich nun finstere Gestalten ans Holzhacken. Daniel Lommatzsch referiert dazu als Götz-Kubitschek-Verschnitt über den Weg des Mannes und die angestammte Rolle der Frau, in die er sie wieder zurückdrängen will. Dieser Art der „neuen Terminologie“, die doch das Alte meint, will der Abend den Kampf ansagen, verzettelt sich dann aber doch in kabarettistischen Solonummern und bietet am Ende wieder nur das Idyll als Alternative, wie es Falk Richter beispielsweise mit der Utopie des Urban Gardening bereits in Fear proklamiert hat.''  schreibt Stefan Bock am 2. Mai 2017 auf KULTURA-EXTRA
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