It's going to get worse

Bewertung und Kritik zu

IT'S GOING TO GET WORSE 
von Ersan Mondtag & ENSEMBLE
Premiere: 8. Juni 2021 
Maxim Gorki Theater, Berlin 

Zum Inhalt: Ersan Mondtag baut ein kühnes assoziatives Untergangsszenario zwischen Palast der Republik und Titanic, das nicht nur die Lust und den Schmerz am Untergang befragt, sondern auch das ewige Dilemma der autoritären Herrschaft und die Schwierigkeit der Emanzipation zeigt: Auferstanden aus Ruinen um melodramatisch in der Knechtschaft des Selbst unterzugehen?

Ersan Mondtag und sein Ensemble erzählen von den Ruinen der Gesellschaft und den inneren Ruinen - singend, tanzend und weinend.

Regie: Ersan Mondtag
Bühne: Nina Peller
Kostüme: Teresa Vergho
Lichtdesign: Rainer Casper
Dramaturgie: Aljoscha Begrich


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Revue von Individualisten mit Theater-Meta-Späßen
  · 08.06.21
Der Abend ist eine unterhaltsam-schräge Revue von sehr eigenständig-individualistischen Künstler*innen, die anscheinend relativ gleichberechtigt an einem Abend arbeiteten, der ursprünglich schon im November 2020 zur Premiere kommen sollte. Parallel zum letzten Schliff vor der Uraufführung am 8. Juni arbeitete Mondtag noch an zwei weiteren Arbeiten. Diese hyperproduktive Dreifachbelastung des Regisseurs und der im Programmzettel betonte kollaborative Arbeitsstil von „Ersan Mondtag und Ensemble“ trugen sicher dazu bei, dass der Abend nicht aus einem Guss wirkt, sondern wie eine Nummernrevue hochtalentierter Künstler*innen, die sich ihrer Rampensau-Qualitäten bewusst sind. In dieser Spielzeit konnte vor der Sommerpause leider nur noch diese Premieren-Vorstellung von „It´s going to get worse“ disponiert werden, die knapp 100 Zuschauer*innen, darunter viele Kritiker*innen und zwei Senatoren, sehen konnten. Aber die Meta-Gags des Abends richten sich auch tatsächlich eher an ein Theaterblasen-Insider-Publikum.

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