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Bewertung und Kritik zu

KULTUR VERTEIDIGEN
von Hans-Werner Kroesinger, Regine Dura
Premiere: 16. Oktober 2018 
Maxim Gorki Theater, Berlin

© Gorki TheaterZum Inhalt: Im Schatten Hitlers und Stalins, die Erfahrungen des Ersten Weltkriegs noch in Körper und Seele, finden sich 1935 in Paris 250 Schriftsteller*innen aus der ganzen Welt zusammen. Von Paul Nizon bis Bertolt Brecht, von Aragon bis Pasternak, von André Malraux bis Tretjakow, von Anna Seghers, Lion Feuchtwanger bis Robert Musil trifft sich die intellektuelle Elite, um »heute die Kultur zu retten« (Bertolt Brecht). Der Internationale Schriftstellerkongress zur Verteidigung der Kultur war der Versuch der antifaschistischen Intellektuellen, mit einem öffentlichen Großereignis zu zeigen, dass Europa nicht komplett an den Faschismus verloren gegangen ist. Das Ziel war die Organisation einer breiten Volksfrontbewegung, um der Wirklichkeit des sich immer mehr ausbreitenden Faschismus etwas entgegen zu setzen.

Von heute aus gesehen erscheint der Kongress einerseits beeindruckend, als Moment der solidarischen Mobilisierung. Andererseits erzählt der Fortgang der Geschichte auch von der Ohnmacht der Sprache und des Denkens. Das renommierte Dokumentartheater-Duo HANS-WERNER KROESINGER und REGINE DURA nimmt die Originalreden zum Ausgangspunkt für eine Auseinandersetzung mit der Rolle von Kunst und Kultur und erkundet die unheimliche Aktualität der damals gehaltenen Reden.

Performance im Rahmen des Festivals WAR OR PEACE - CROSSROADS OF HISTORY 1918 / 2018


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Sprödes Dokutheater über antifaschistischen Schriftstellerkongress
  · 21.10.18
Mit einem Irritationsmoment beginnt die Lecture Performance „Kultur verteidigen“ im Lichtsaal, der kleinsten Spielstätte des Gorki Theaters. Tahera Hashemi, Oscar Olivo, Ruth Reinecke und Mehmet Yilmaz lesen schwärmerische Hymnen auf den Führer Adolf Hitler und die Nazi-Ideologie. Die Texte klingen oft ungelenk und sehr laienhaft. War hier nicht ein Reenactment des „Internationalen Schriftstellerkongresses zur Verteidigung der Kultur“ im Jahr 1935 angekündigt, zu dem sich antifaschistische Intellektuelle und Exilant*innen wie André Gide, Bertolt Brecht oder Anna Seghers in Paris versammelt haben?

Oscar Olivo, regelmäßiger Gast am Gorki Theater vor allem in den Arbeiten von Christian Weise, löst nach einigen Minuten auf: Wir hörten Original-Dokumente aus einem Preisausschreiben unter dem Titel „Wie ich Nazi wurde?“. Menschen, die bereits vor 1933 in die Partei eingetreten sind, waren aufgerufen, über ihre Motivation zu schreiben. Der ausgelobte Preis für den Gewinner-Text wurde allerdings nie vergeben, wie Olivo beiläufig anmerkt.

Die Textauswahl der bekannten Dokumentartheater-Macher*innen Hans-Werner Kroesinger und Regina Dura demonstriert vor allem die Hilf- und Ratlosigkeit der Intellektuellen in dieser angespannten Zeit: zwei Jahre nach dem Beginn der Nazi-Herrschaft und vier Jahre vor dem Überfall auf Polen.
Dass Kroesinger/Dura das Wort und ihre Recherche-Ergebnisse in den Mittelpunkt stellen, ist Kern ihres Konzepts. Aber selbst für Kroesinger/Dura-Verhältnisse ist dieser Abend ungewöhnlich spröde. Dies liegt auch daran, dass nur wenige der historischen Texte die Intensität des flammenden Appells von Ernst Toller erreichen, den Tahera Hashemi vorträgt.

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