Aschenbrödel

Bewertung und Kritik zu

ASCHENBRÖDEL
nach Gebrüder Grimm
Regie: Jan Zimmermann
Hexenberg Ensemble im Pfefferberg Theater - Glaspalast Berlin 

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Zum Inhalt: Es war einmal... Grimms Märchen im Glaspalast. Zwei Schauspieler, ein altbekannter Originaltext und eine kleine Bühne – mehr bedarf es nicht für maximales Theaterglück!

18 Klassiker des Grimmschen Märchenschatzes werden vom Hexenberg Ensemble in der Regie von Jan Zimmermann gegeben, als da wären Hänsel und Gretel, Aschenbrödel, Fischer un sin Fru, Der gestiefelte Kater, Froschkönig, Rotkäppchen, Rapunzel, Hans im Glück, Schneewittchen, Das tapfere Schneiderlein, Frau Holle, Hase und Igel, Dornröschen, Die Bremer Stadtmusikanten, Gevatter Tod, Machandelbaum, Der Teufel mit den drei goldenen Haaren, Rumpelstilzchen sowie Ali Baba (Regie: Luca Schaub) aus Tausendundeine Nacht, das im Januar 2019 Premiere feierte.

Das speziell entwickelte Format von zwei halbstündigen Märchen pro Vorstellung führt ans Licht, wie eng der krude Charme dieser Märchen, ihre befremdliche Komik und der sperrige Schauder mit den ureigensten Ängsten und Hoffnungen eines jeden verbunden sind. Und schon wird die Bühne zum bunten Gabentisch, auf dem für jeden etwas dabei ist: höchst unterhaltsames Vergnügen – am Wochenende nachmittags auch für Kinder.


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Märchen für kleine und große Kinder auf dem Pfefferberg
Winterzeit ist Märchenzeit. Winterzeit ist kostbare Zeit mit Familie und mit Freunden, am liebsten bei einem Glas Glühwein und am Lagerfeuer. Und wenn dazu noch Grimms Märchen gezeigt werden, dann kann einem die Kälte draußen nichts mehr anhaben. Dieses Konzept verfolgt auch der Glaspalast auf dem Pfefferberg, in dem man Grimms Märchen für Kinder und für Erwachsene neu interpretiert erleben kann.

Ich habe Grimms Märchen bereits drei Mal live erlebt: im Jahr 2016 die Märchen „Der gestiefelte Kater“ und „Rotkäppchen“, im Jahr 2017„Hans im Glück“ und „Schneewittchen“ und im Jahr 2018 „Frau Holle“ und „Hase und Igel“. Alle diese Märchen waren ganz anders als erwartet und das Hexenberg Ensemble brachte das erwachsene Publikum in den Abendvorstellungen jedes Mal zum explodierenden Gelächter. Warum sollte ich dann in diesem Jahr etwas anders machen und nicht wieder in den Genuss der letzten drei Jahre kommen?! Am Samstag, den 16. November 2019, entschied ich mich für die beiden Märchen „Ali Baba“ und „Aschenbrödel“.

Diesem Wunsch folgten offenbar auch viele andere Leute, denn der Glaspalast war an diesem Abend wie schon die Jahre zuvor bis auf den letzten Platz gefüllt. Nach dem Glühwein in einer durch die Laternen gemütlich geschaffenen Atmosphäre machte uns eine Glocke darauf aufmerksam, dass es bald losgehen sollte.

Ich entschied mich für das Märchen „Ali Baba“, weil dort mit
Vlad Chiriac (Schauspieler) einer meiner Lieblingsschauspieler des Pfefferberg Theaters und des Glaspalastes mitspielte. Chiriac hat mich mit seiner ausdrucksstarken Mimik schon in Grimms Märchen „Rotkäppchen“ und in dem Theaterstück „Der Geizige“ begeistert. Ich freute mich also auf die Neuinterpretation von „Ali Baba“. Damit der/die Schauspieler/in an Chiriacs Seite nicht untergeht, braucht es eine genauso starke Persönlichkeit mit einem genauso überzeugenden Talent. Und mit Samia Chancrin, die ich an dem gestrigen Abend zum ersten Mal live erlebte, hat der Glaspalast eine ebenfalls sehr talentierte Schauspielerin dem Publikum präsentiert.
Das Märchen „Ali Baba“ hatte aber nicht nur einen starken Cast, sondern erschien in einem ganz neuen Gewand. Wir befanden uns an einem Tatort und aus Ali Baba wurde Ali B. Aus der klugen Sklavin Morgiana wurde eine loyale Dienstmagd. Die vierzig Räuber blieben aber auch in dieser Interpretation nicht ungestraft. Viel mehr möchte ich aber an dieser Stelle nicht verraten. Überzeugt Euch selbst davon, wie das orientalische Märchen umgesetzt wurde.

Wie immer dauerte das Märchen eine halbe Stunde und nach einer zehnminütigen Pause kam mit „Aschenbrödel“ der absolute Kracher auf die Bühne des Glaspalastes. Die Tatsache, dass diese Interpretation der absolute Kracher war, lag an folgenden Gründen: Friederike Nötting, die ich schon aus dem Märchen „Frau Holle“ kannte, spielte fantastisch das naive und gutmütige Aschenbrödel, das einem mit der Babysprache oft um den Verstand brachte. Für die Rolle des selbstverliebten Prinzen kann ich mir keinen Besseren vorstellen als Roger Jahnke, den ich an diesem Abend zum ersten Mal auf einer Bühne sah und es nicht mehr erwarten kann, ihn in weiteren Stücken zu erleben. Roger Jahnke ging in dieser Rolle vollkommen auf und zeigte vollen Körpereinsatz. Der zweite Grund war, dass trotz einiger Veränderungen der Zuschauer den Kern des Märchens „Aschenbrödel“ wieder erkannte. Und dann das Bühnenbild: Discokugel, Seifenblasen – auch hier möchte ich nicht mehr verraten.
Neben „Rotkäppchen“, „Hase und Igel“ und „Hans im Glück“ gehört die Neuinterpretation von „Aschenbrödel“ nun zu meinen Lieblingsmärchen im Glaspalast.

Mein Fazit: Das ganze Publikum hatte einen sehr lustigen Abend und die Zeit verging leider wie im Flug. Die sehr zufriedenen Zuschauer werden sicherlich wiederkommen, mich eingeschlossen. Wer mit seinen Kindern kommen möchte, der sollte das Theater nachmittags besuchen, Erwachsene dagegen abends. Wer die Märchen unter Glas erleben möchte, der kann dies noch bis zum 31. Januar 2019 tun. Es werden immer zwei Märchen hintereinander aufgeführt (jeweils 30 min.). Erwachsene zahlen 15 Euro, Kinder bis zu 12 Jahren 7 Euro. Auch für eine private Märchenvorführung kann man das Ensemble buchen.

Adresse: Glaspalast auf dem Pfefferberg
Schönhauser Allee 176
10119 Berlin

© E. Günther ("Mein Event-Tipp")
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