Deutsches Theater Berlin
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    Angabe der Person



    Bewertung und Kritik zu

    ANGABE DER PERSON 
    von Elfriede Jelinek
    Regie: Jossi Wieler 
    Premiere: 16. Dezember 2022 
    Deutsches Theater Berlin 

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    Zum Inhalt: Angabe der Person. Das klingt wie schönstes Behördendeutsch. Und in der Tat: Der deutsche Fiskus geistert durch Elfriede Jelineks neues Stück. Die Steuerfahndung geht um, private Räumlichkeiten werden durchsucht, Papiere beschlagnahmt. Auf diesen Papieren: alles, was sich so ansammelt in einem langen Leben. Geschichten von Lebenden, Geschichten von Toten, mehr von Toten mittlerweile. Denn aus dem Text spricht eine Stimme, die sich als die letzte fühlt: "Nach mir ist es unwiderruflich aus mit den Jelineks! Alle weg, alle futsch, außer mir." So nimmt die Autorin "die letzten Meter" zum Anlass, auf die eigene "Lebenslaufbahn" zu schauen, auf die „Untaten“ der eigenen Vergangenheit, auf die "Untoten" ihrer Biografie. Sie erzählt von ihren Eltern und Großeltern, vom jüdischen Teil ihrer Familie, von Verwandten, die vertrieben und ermordet wurden, von Flucht und Verfolgung, von der Entschädigung der Täter, von alten und neuen Nazis, früher und heute. Sie schreibt als beschuldigte Klägerin, als Opfer und als Anwältin. Über sich. Über Deutschland. Mal in sich überschlagenden Kaskaden aus Wut und Wort. Mal als Erinnerung an die Vergessenen und als Trauerlied von seltener Klarheit. Jossi Wieler, den seit dreißig Jahren eine enge Zusammenarbeit mit Elfriede Jelinek verbindet, bringt mit Angabe der Person einen ihrer bisher persönlichsten Theatertexte zur Uraufführung.

    Mit Fritzi Haberlandt, Bernd Moss, Linn Reusse, Susanne Wolff

    Regie: Jossi Wieler
    Bühne und Kostüme: Anja Rabes
    Komposition und Musik: PC Nackt
    Licht: Matthias Vogel
    Dramaturgie: Bernd Isele


    WIR EMPFEHLEN

    3.3 von 5 Sterne
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    Regie-Verweigerung und frontale Textmassen
    1 month ago
    Kritik
    Gewaltige Textmassen, aber wenig Perlen bietet dieser überlange Text, den Jossi Wieler für die Uraufführung am Deutschen Theater Berlin auf 2,5 pausenlose Stunden gekürzt hat. In einer weitgehenden Regie-Verweigerung lässt der ehemalige Intendant der Stuttgarter Staatsoper seine drei Spielerinnen nacheinander in ermüdend langen Monologen an die Rampe der fast leeren Bühne treten und den Text frontal ins Publikum ballern. Ensemble-Mitglied Linn Reusse macht den Auftakt, etwas kürzer und kurzweiliger geht es mit den beiden Stargästen weiter, die Ulrich Khuon zum Ende seiner Intendanz zumindest für diesen Abend zurückholte: Fritzi Haberlandt und Susanne Wolff prägten viele Inszenierungen am Thalia Theater Hamburg, letztere auch noch in der ersten Hälfte von Khuons langer DT-Ära. Auf der Zielgeraden wird es etwas abwechslungsreicher: mal sprechen die Spielerinnen im Chor, dann kommt der Text nur noch vom Band, bis schließlich Bernd Moss, der den ganzen Abend über fast stumm als Anspielstation auf der Bühne saß, ganz allein zurückbleibt, zum Textbuch der Souffleusse greift, die letzten Seiten abliest und das Licht ausdreht. Kraftlos und uninspiriert war der Abend jedoch schon in den langen Stunden davor. Weiterlesen
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    2 von 3 Person(en) gefiel diese Kritik
    Schimpftirade
    1 month ago
    Kritik
    ''Diese so persönliche „Angabe der Person“ oder das Bauen einer „Lebenslaufbahn“, wie es zu Beginn heißt, wird von den drei Schauspielerinnen auf fast leerer Bühne in den besagten drei Soloauftritten bestritten. Ein Raumfragment, von Anja Rabes auf der Drehbühne gestellt, soll wohl die Münchner Wohnung darstellen. Davor sitzt Bernd Moss mit Kopfhörern an einem Tisch mit Aufnahmegeräten, schreibt auf einem Notebook oder dreht an Reglern. Es könnte der jüngst verstorbene Mann von Elfriede Jelinek sein, der hier hin und wieder ein paar Worte wie „Ach Elfie“ spricht. Mal setzen sich die Schauspielerinnen auch auf seinen Schoß. Viel mehr passiert nicht. Wieler setzt auf die bloße Präsenz der drei Jelinek-Darstellerinnen, wobei Linn Reusse zu Beginn noch recht zuversichtlich einen Aktenordner auf die Bühne knallt. Fritzi Haberlandt kommt der ironisch sprühende Part des Abends zu, was für einige Lacher und Beifall im Publikum sorgt. Bildlich spielt sie die wie eine Krähe hackendende Schreibwut der Autorin oder setzt sich auch mal auf das Klo. Abgeklärt und zunehmend resignierend spricht Susanne Wolff die persönlichen Teile des Textes. Dazu hat PC Nackt seichte Pianomusik für ein automatisches Klavier auf der Bühne komponiert. Der Abend hätte mit dem finalen Zusammenspiel der drei mit vom Band kommenden Textfragmenten enden können, aber auch Bernd Moss darf sich noch von seinem Platz erheben. So erhebend war der Abend dann aber doch nicht.'' schreibt Stefan Bock am 17. Dezember 2022 auf KULTURA-EXTRA
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    1 von 2 Person(en) gefiel diese Kritik
    Genial und bewegend
    1 month ago
    Kritik
    ''Jossi Wielers Inszenierung wirkt karg, ist jedoch eine klare, konsequente Entscheidung weg vom Brimborium, hin zur Sprache. Am Ende kommen die Sprachspuren nur noch vom Band, überlagern sich, die Spielerinnen verschwinden, bis schließlich nur das Regiebuch bleibt, das Bernd Moss vom Pult der Souffleuse aufgreift und vorliest. Eine kleine Hommage an den verstorbenen Gottfried Hüngsberg. Ein tieftrauriger Abschiedsgruß. Man kann nicht wissen, ob es stimmt, was die Autorin kürzlich angekündigt hat: keine Stücke mehr schreiben zu wollen. Dieser Abend wirkt jedenfalls wie ihr großes, eindrückliches Alterswerk – und auch ein bisschen wie der Abschied einer Ausnahme-Autorin von der Bühne. Wenn dem so wäre: es wäre ein genialer und bewegender.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur
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    0 von 1 Person(en) gefiel diese Kritik

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