Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to TwitterSubmit to LinkedIn

Bewertung und Kritik zu

WUT
von Elfriede Jelinek
Regie: Martin Laberenz
Premiere: 26. Februar 2017
Deutsches Theater Berlin
Buch jetzt bestellen

Zum Inhalt: Anlässlich des Überfalls auf die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo und einen jüdischen Supermarkt im Januar 2015 in Paris sucht Elfriede Jelinek nach Gründen für eine zerstörerische Wut. Und kommt angesichts einer Welt, in der die Wut alles zu beherrschen scheint und der Dialog zwischen den Menschen endet, zu höchst beunruhigenden Fragen: "Wenn aber die ganze Gemeinschaft das Töten für sich entdeckt hat, auch die Frauen, was entsteht dann?"

Regie: Martin Laberenz

Bühne: Volker Hintermeier
Kostüme: Aino Laberenz
Musik: Bernhardt.
Dramaturgie: Juliane Koepp

TRAILER


 
Meinung der Presse zu „WUT“ - Deutsches Theater Berlin


rbb
★★★★☆

taz
★★☆☆☆

nachtkritik
★★★☆☆

Der Tagesspiegel
★★★☆☆

Zitty
★★★☆☆

tip
★★☆☆☆

Wie fandest du das Stück?
- ein Klick auf die Sterne -
Schreibe eine Kritik
0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
elfriede jelineks wortgewalten wütend und fesselnd inszeniert
  · 02.10.17
zweieinhalb stunden wut ohne pause, texttechnisch verzapft von der hochgeistlichen nobelpreisträgerin elfriede jelinek, die sich vor dem preis windete, wie frollainwunder vor der zu erwartenden textflut. die jelinek (un)erschrocken produzierte, als im januar 2015 die welt und die der pressefreiheit einen tiefen schock erlebte. die wahnsinnigen brüder kouachi und das massaker in paris. in den redaktionsräumen der satirezeitschrift "charlie hebdo". elf tote.
die redaktion von "charlie hebdo" hatte es gewagt die mohammedkarikaturen von kurt westergaard aus der dänischen jyllands-posten nachzudrucken. im fahrwasser der grausamkeit überfiel einen tag später amedy coulibaly einen koscheren supermarkt, um schutz für die kouachi-brüder zu erpressen. 4 tote. dem doppelten wahnsinn nähert sich jelinek mit rasenden sätzen. regisseur nicolas stemann hat sich schon mit jelineks kopfgeburten auseinandergesetzt und das spröde. im deutschen theater ist es aber martin laberenz, der bruder der witwe von christoph schlingensief, und man fragt sich wieviel ungestümen schlingensief er wohl eingeatmet hat am familiären küchentisch. schwester aino laberenz hat die edlen und auch albernen kostüme für diese theater-„wut“ entworfen und sich maßvoll ausgetobt. martin laberenz ist jahrgang 1982 und angriffslustig. mit volksfreund andreas döhler (der biberkopf aus „alexanderplatz“), dem geschmeidigen sebastian grünewald, linn (reusse), anja (schneider) und sabine (waibel) als energiefrauenfront funktioniert die ensemble-ebene prächtig. die fünf berserkern sich in abendgarderobe und mit sektglas (wasser in plastik) durch die textlawine, laberenz lässt ihnen pausen, in denen die vierte wand erschöpfung verhindert und ironischer volkswitz amüsiert, in den sich besonders gern döhler reinkniet. es gibt viel zu hören und viel zu sehen. wer nachdenken will, hat zu tun, wer impulse will, kann sie greifen. jelinek schafft es durch laberenz in die zuschauerreihen. und auf die bühne, als alte hysterische ego mit der kultfrisur, schmalen roten lippen und sehr gelben hosen. sabine waibel liefert die verspannte ikone auf den bitterkomischen punkt ab und doehler als zorniger zeus (wut, zorn, dt), verfängt sich mit ihr in einer sinnloslustigen diskussion über das fremdgehen (und die wut dazu). waibel jammert später noch in einer videoversion in jelineks befindlichkeitswelten herum. diese regie-schlenker bringen uns die schwierige autorin aber näher, verhöhnen sie nicht lieblos. am ende trifft jelineks- rundum-zorn auch gott. vater? erlöser? täter? und ein nackter jesus windet sich. applaus für viel inspiration und eine regie, die unter schwierigen bedingungen zu fesseln wusste.
War die Kritik hilfreich
0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
Textsuada über den Hass und die Ursachen der Pariser Terrorattentate
  · 01.03.17
''Wer die gern bis ins Klaumaukige ausufernden Inszenierungen von Martin Laberenz kennt, bei der die Schauspieler gern auch mal unvermittelt aus ihren Rollen springen, der weiß auch, dass es nicht lange beim launigen Partygesäusel bleiben wird. Zumal es bei Jelinek nicht mal klar zugeschriebene Rollen gibt. So landen die intellektuellen Cocktailpartygäste schließlich in der argumentativen Sackgasse. Döhler mokiert sich über den Sekt und die Plastikgläser usw. Da ist man schnell auch in Rage. Textdichte und Inszenierungsgeschwindigkeit nehmen zu. Es wird geprollt und gemotzt auch vor Livekamera, die ihre Bilder auf drei hereingeschobene Plastikfolienwände projiziert. Die Geschichte und Funktionsweise des Maschinengewehrs am Beispiel der Täter und ihrer jüdischen Opfer im Pariser Supermarkt. Wie waren noch die Namen? Döhler googelt, ist ja auch schon zwei Jahre her.'' schreibt Stefan Bock am 1. März 2017 auf KULTURA-EXTRA
War die Kritik hilfreich
0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
Protokoll der Überforderung
  · 27.02.17
''Die Inszenierung entdeckt im Stück mehr Witz, als man für möglich gehalten hätte. Antworten findet diese Inszenierung nicht. Aber sie ist ein sehr unterhaltsames Protokoll der eigenen Überforderung.'' schreibt Mounia Meiborg auf kulturradio.de
War die Kritik hilfreich
0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
Jelineks Wut
  · 26.02.17
Martin Laberenz entschied sich in seiner Inszenierung für die Kammerspiele des Deutschen Theaters Berlin, die Brocken dieser Textwüste in all ihrer Ungeschliffenheit auf die Bretter zu knallen. Die fünf Spielerinnen und Spieler wirken im Abendkleid und Smoking wie Fremdkörper auf der kargen, leeren Bühne. Im Zentrum formen Neonröhren den Stück-Titel „Wut“, im Lauf des Abends leuchten kurzzeitig auch die Begriffe „Hass“ und „Zorn“ auf.
Die assoziativen Satzungetüme werden vom Ensemble recht monoton gesprochen, manchmal geradezu beiläufig, mit dem Champagnerglas in der Hand. Im Lauf des Abends bricht Laberenz aus diesem Korsett aus und versucht – ähnlich wie Stemann bei der Münchner Uraufführung – theatrale Mittel, die dieses Aufsagen einer Bleiwüste weiter auflockern. (...) Am Ende flattern die Manuskriptseiten wild durcheinander und ins Publikum. Die fünf Protagonisten des Abends singen „SOS“ von ABBA. Mit der Textzeile „I wish I understood“ endet dieser knapp 2,5-stündige Abend in derselben Ratlosigkeit, die auch den Jelinek-Text „Wut“ prägt, der leider einer ihrer schwächeren ist. Weiterlesen
War die Kritik hilfreich
Um eine Kritik zu schreiben musst du dich anmelden:
DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN
eventim Reservix Ticketing System

TICKETS BEI EVENTIM KAUFEN

ANZEIGE



ANZEIGE

 AUF DER BÜHNE © 2019                            
                              
X

Right Click

No right click