Deutsches Theater Berlin
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    Mercedes



    Bewertung und Kritik zu

    MERCEDES 
    von Thomas Brasch
    Regie: Charlotte Sprenger 
    Premiere: 10. September 2021 
    Deutsches Theater Berlin 

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    Zum Inhalt: Eine Zufallsbekanntschaft zwischen zwei Gestrandeten: Oi und Sakko, eine Herumtreiberin und ein Arbeitsloser. Ein haltloser Zustand oder Dauerurlaub? Wie gehen sie um mit dieser unheimlichen Menge Zeit? Wie mit der Angst, nicht gebraucht zu werden? Ausgespuckt von der Gesellschaft, treffen sie aufeinander und verstricken sich in absonderlichen Begegnungen, finden immer wieder neu zueinander und kommen doch nicht zusammen.

    Mit Franziska Machens, Caner Sunar, Julia Windischbauer

    Regie: Charlotte Sprenger
    Bühne und Kostüme: Aleksandra Pavlović
    Musik: Jonas Landerschier
    Dramaturgie: Franziska Trinkaus


    WIR EMPFEHLEN

    2.0 von 5 Sterne
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    "Mercedes" von Thomas Brasch wurde 1983 uraufgeführt und ist nun am Deutschen Theater in der Box zu sehen.
    1 year ago
    Kritik
    ''Franziska Machens als Oi und Julia Windischbauer als Sakko stecken beide in gold-gelben Kostümen, wirken wie vom Himmel gefallene Engel, die sich auf einem Müllplatz wiederfinden und Zuflucht in einem ausgebrannten Auto gefunden haben. Sie spielen Bruder und Schwester, reden über Krieg und Frieden, Arbeit und Freizeit und reden, spielen, tanzen mit dem namenlosen Mercedes-Fahrer im schmuddeligen Anzug (Caner Sunar), der keine Projektionsfläche für Fantasien mehr ist, sondern real ins Geschehen eingreift, mit einem Maschinengewehr hantiert, in einer Szene sogar in die Rolle von Oi schlüpft, sich an ihrer Stelle auf den Autostrich begibt und Sakko sexuelle Angebote macht. Aus dem irrlichternden Spiel mit Wunschfantasien wird ein verwirrendes Spiel mit Identitäten. Der gesellschaftskritische Furor einer sich an den Bevormundungen der Väter abarbeitenden Jugend geht vollends den Bach runter, die ironische Abrechnung mit dem Brechtschen Belehrungstheater, die zersplitterten Sprach-Fetzen, das satirische Verwursten der Versuchsanordnung, der aufmüpfige Ton des vielleicht nach einer durchzechten Nacht mal schnell hingerotzten Stückes wird zu einer neckischen und unterhaltsamen Theater-Banalität umgemodelt. Wer mit Brasch und seiner anarchischen Zerstörungswut nichts anfangen kann, sollte die Finger von ihm lassen. Ihn nur nett herzurichten, das hat der notorische Wüterich nicht verdient. In der DT-Box wird Brasch nicht zum zeitlos aktuellen Autor reanimiert, sondern nur als harmloses Bühnen-Gespenst neu verkleidet: Darauf hat wirklich niemand gewartet.'' schreibt Frank Dietschreit auf rbbKultur
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