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Bewertung und Kritik zu

HOOL
nach dem Roman von Philipp Winkler
Regie: Adrian Figueroa 
Premiere: 1. Dezember 2018 
Deutsches Theater Berlin 

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HoolZum Inhalt: Der Blick in den Spiegel nach dem letzten Match offenbart ein angeschlagenes Leben, das endgültig auseinander zu fallen droht. Das Fundament war nie sonderlich stabil: Eine wirkliche Familie gab es in Heikos Leben nicht. Die Mutter lässt die Kinder beim alkoholkranken Vater zurück. Ihm hat Heiko nichts mehr zu sagen und auch bei den Frauen in seinem Leben, seiner Schwester Manuela und bei Ex-Freundin Yvonne, fehlten ihm die Worte. Sie sind in seinem Kopf, kommen aber nicht heraus. 
Sehr präsent sind jedoch Poborsky und Bigfoot, zwei Kampfhunde und der Geier Siegfried. Um die kümmert sich Heiko und um Heiko kümmert sich Onkel Axel, Patriarch der Hooliganszene. Vor allem aber sind da die Jugendfreunde: Kai, Ulf, Jojo. Außer dem einen, der fehlt. Mit seinen Blutsbrüdern schlägt er sich durch für das, was ihm alles ist: Hannover 96, die Hools, ihr Mythos und die dritte Halbzeit nach dem Spiel. Mit unbändigem, toxischem Zorn führt Heiko einen immer einsameren Kampf, als seine Ersatzfamilie erwachsen wird und andere Wege wählt.

Mit Christoph Franken, Sascha Göpel, Liou Kleemann, Jeremy Mockridge, Friedrich von Schönfels, Oskar von Schönfels, Loris Sichrovsky, Caner Sunar

Regie: Adrian Figueroa
Ausstattung: Irina Schicketanz
Musik: Miguel Toro
Video: Adrian Figueroa, Philipp Figueroa
Dramaturgie: Birgit Lengers


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Tristesse eines Hooligans
  · 18.12.18
Bei Hooligans auf der Bühne vermutet man Schlägereien, harte Wortgefechte, Punchlines und Biergeruch, auf jeden Fall pures Adrenalin. Deshalb ist der Zugang von Figueroa überraschend: wie schon in „Stress“ setzt er vor allem auf lange, sehr ruhig gesprochene Monologe. „Hool“ hat unerwartet viele sehr stille Momente. Im Zentrum steht nicht die Wut von Heiko und seinen Kumpels, die nach und nach entweder die Kurve kriegten oder derart krankenhausreif geschlagen wurden, dass sie sich eines Besseren besannen. Im Mittelpunkt steht die Tristesse von Heikos Leben, aus der er flieht, „die ganze Trostlosigkeit der hier gezeichneten Testosteronwelt“, die Julia Encke bei ihrer FAS-Rezension über eine Lesung aus Philipp Winklers Roman beeindruckte.

Fast wie Fremdkörper wirken deshalb die kurzen Momente, in denen die laute Gewalt in diesen sonst so leisen Abend hineinbricht: die Video-Einspieler von Adrian und Philipp Figueroa, die hektisch im Hintergrund flackern, die kurzen Schlachtrufe, die das Ensemble in seinen schwarzen Hoodies grölt, und die Stand-Up-Einlage von Mockridge, der wie auf Speed einen aufgekratzten Sportreporter parodiert, tagesaktuell und fachkundig die Champions League-Achtelfinal-Auslosung kommentiert und zum einzigen Mal das Publikum einbezieht.

Der hoffnungsvolle Gegenpol zu dieser düsteren Geschichte ist die Schluss-Szene: die Erwachsenen holen die Kinder zurück auf die Bühne, nehmen sie in den Arm, schenken ihnen ihre Hoodies und nehmen sie zum ersten Mal mit ins Stadion. Ein schöner Neubeginn? Oder landen auch die Kinder wie Heiko bei den Hooligans, ihren Kampfhunden und ihrer Perspektivlosigkeit?

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