Regie: Ben Crystal Dramaturgie & Übersetzung: Christian Leonard Kostüme: Hanna Zietlow, Lilly Sun Maennig Musik: Bernd Medek
Besetzung
Olivia / Antonio: Astrid Köhler Viola / Maria: Nadja Schimonsky Feste: Wiebke Acton Malvolio / Sebastian / Officer: Adrian Stowasser Orsino / Toby / Sea Captain: Benjamin Krüger Andrew / Valentine / Priest: Philipp Myk
Über die Inszenierung
Ben Crystals Inszenierung von „Was ihr wollt“ am Globe Berlin verbindet Shakespeares Komödie mit einer frischen, körperlichen und sprachlich präzisen Spielweise. Die Produktion betont die Verwechslungen, Identitätswechsel und komischen Absurditäten, die das Stück prägen.
Die Kostüme von Hanna Zietlow und Lilly Sun Maennig schaffen klare Charakterbilder und unterstützen die schnellen Rollenwechsel. Bernd Medeks Musik begleitet die Szenen mit rhythmischen und lyrischen Akzenten, die die emotionale und komische Dynamik verstärken.
Christian Leonard sorgt mit Dramaturgie und Übersetzung für eine zeitgemäße, spielbare Textfassung, die die poetische Kraft des Originals bewahrt und zugleich moderne Klarheit schafft.
Besondere Aspekte dieser Produktion
– körperliche, sprachpräzise Regie – klare, charakterbetonte Kostüme – musikalische Akzente mit feinem Humor – starke Ensembleleistung – eine lebendige, moderne Shakespeare-Interpretation
Diese Produktion zeigt „Was ihr wollt“ als humorvolles, energiegeladenes und zugleich poetisches Theatererlebnis.
''Sehr körperbetont ist das Spiel des Ensembles, das zwischen den Szenen auch immer wieder zu Instrumenten greift und Songs aus Shakespeares Komödie spielt und singt. Ganz nach Orsinos Ausspruch: „Wenn denn Musik für Liebe Nahrung ist, / Spielt auf...“ Die Liebes- und Geschlechterwirren, die durch die Verkleidung der jungen, in Illyrien gestrandeten Viola (Nadja Schimonsky) zu Orsinos Liebeswerber Cesario entstehen, sind auch hier der Antrieb des Geschehens, das mit dem sonstigen Treiben am Hof der Gräfin einen zweiten, komödiantischen Handlungsstrang erhält. Vor allem der Streich, den Sir Toby, der dümmliche Ritter Sir Andrew (Philipp Myk) und die gerissene Zofe Maria (wieder Nadja Schimonsky) dem eitlen Haushofmeister Malvolio (Adrian Stowasser) spielen. Die Haare mit Wasser glattgestrichen gibt Stowasser den selbstverliebt in die Falle gehenden Höfling, der seinen großen Auftritt in gelben Strümpfen zum Vergnügen des um die Bühne platzierten Publikums ebenso bravourös meistert wie seine Rolle als Violas Bruder Sebastian. Man muss schon aufmerksam dabei sein, um dem verwirrenden Treiben wie auch dem immer wieder von der deutschen Übersetzung des Berliner GLOBE-Chefs Christian Leonard ins englische Original wechselnden Text zu folgen. Wer sich auf diese etwas unorthodox wirkende Methode einlässt, wird aber auch den feinen und gröberen Witz des Stücks genießen können. Am Ende kriegt hier wie bei Shakespeare jeder Topf seinen Tiegel oder auch sein Fett weg. Und ob bei Sonne oder „Hop heisa, bei Regen und Wind!“ wird es bis September im Globe Berlin auch so weitergehen.'' schreibt Stefan Bock am 3. August 2026 auf KULTURA-EXTRA