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Urfaust

Bewertung und Kritik zu

URFAUST – Globe Berlin

Premiere: 27. Juni 2024
von: Johann Wolfgang von Goethe

Künstlerisches Team

Regie: Anselm Lipgens
Musik: Bernd Medek
Ausstattung: Arina Slobodianik
Maske: Deborah Klein
Lichtdesign: Bernd Höhne

Besetzung

Margarete / Brandner / Luise / Musikantin: Lotte Gosch
Mephistopheles / Musikant: Henning Bormann
Valentin / Student / Goethe / Frosch / Musikant: Lukas Bredefeld
Wagner / Siebel / Marthe / Böser Geist / Direktorin: Astrid Köhler
Dr. Heinrich Faust / Musikant: Adrian Stowasser

Über die Inszenierung

Diese Globe-Berlin-Produktion des „Urfaust“ konzentriert sich auf die psychologische Intensität und die sprachliche Wucht von Goethes frühem Faust-Fragment. Anselm Lipgens legt den Fokus auf die existenziellen Fragen nach Erkenntnis, Begierde und moralischer Verantwortung.

Die Ausstattung von Arina Slobodianik schafft eine klare, reduzierte Bühnenwelt, die die inneren Konflikte der Figuren sichtbar macht. Deborah Kleins Maskenarbeit betont die Verwandlungen und die dämonischen Elemente der Handlung.

Bernd Medeks Musik begleitet die Szenen mit atmosphärischen Akzenten, die zwischen Unruhe, Sehnsucht und Bedrohung changieren. Bernd Höhnes Lichtdesign setzt präzise Stimmungen und verstärkt die dramatischen Kontraste zwischen Fausts innerer Zerrissenheit und Mephistos verführerischer Präsenz.

Besondere Aspekte dieser Produktion

– klare, psychologisch fokussierte Regie
– reduzierte, atmosphärische Ausstattung
– starke Masken- und Lichtgestaltung
– musikalische Akzente mit dramaturgischer Tiefe
– ein Ensemble, das die sprachliche und emotionale Kraft des Urfaust trägt

Diese Produktion zeigt Goethes „Urfaust“ als intensives, konzentriertes und emotional vielschichtiges Theatererlebnis.

1 Kritik

4.0 von 5 Sterne
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Schauspielerische Glanzleistungen bei Valentin und Gretchen
23 Stunden her.
Kritik

''Es gab sichtlich und hörbar hervorhebenswerte schauspielerische Glanzleistungen während der zweieinhalbstündigen Verweildauer inmitten der uns Zuschauenden umhegenden Bretterbühne unter freiem Himmel:

Lukas Bredefeld lieferte eine erstaunliche Solo-Performance als Valentin (dem Bruder der vom Faust geschwängerten und danach sitzengelassenen Schwester Margarete) ab; da blieb mir der Mund offen stehen und ich hing wie gebannt an seinen Lippen.

Und dann der Schlussauftritt vom Gretchen, das wegen seines Kindsmordes im Kerker auf seine Aburteilung wartet: Lotte Gosch rastete da dermaßen aus, dass man hätte denken können, sie wäre das angeblich vom Teufel besessene Mädchen, das seinerzeit Max von Sydow als The Exorcist (im gleichnamigen Horrorfilm von William Friedkin) behandeln tat. Selbst das von ihr unerwartete Wiederauftauchen des Gretchen-Schwängerers nebst ihres Bruders kühlten ihre emotionalen Aufgeheiztheiten nicht ab, und wir von diesem Schockerlebnis stark Beeindruckten hegten fortan keinerlei Hoffnung mehr für sie. Das war schon stark gespielt!!'' schreibt Andre Sokolowski am 16. Juli 2026 auf KULTURA-EXTRA

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