Bewertung und Kritik zu
IL GATTOPARDO – Schauspielhaus Zürich
Eingeladen zum 63. Berliner Theatertreffen (2026)
Premiere: 29. November 2025, Pfauen
Nach dem Roman von: Giuseppe Tomasi di Lampedusa
Aus dem Italienischen von: Burkhart Kroeber
Bühnenfassung: Pınar Karabulut, Hannah Schünemann
Regie: Pınar Karabulut
Mit: Markus Scheumann, Nicola Gründel, Sophia Mercedes Burtscher, Peter Knaack, Mouataz Alshaltouh, David Rothe, Alexander Angeletta, Mirjam Rast, Michael Neuenschwander, Pino Simili, Lukas Rathjen, Ronja Melissa Leute
Über die Inszenierung
Pınar Karabulut bringt Lampedusas berühmten Roman „Il Gattopardo“ als kraftvolle, bildstarke Bühnenfassung auf die Pfauenbühne. Die Inszenierung untersucht den Zerfall einer aristokratischen Ordnung im Moment politischer Umbrüche und übersetzt die melancholische Eleganz des Romans in eine zeitgenössische, energetische Theatersprache. Zwischen Dekadenz, Machtverlust und emotionaler Erinnerungsarbeit entsteht ein Abend, der historische Atmosphäre mit heutiger Dringlichkeit verbindet.
Die Bühne wird zum wandelbaren Raum zwischen Palast, Landschaft und innerem Seelenzustand des Fürsten von Salina. Karabulut arbeitet mit starken visuellen Setzungen, choreografischen Verdichtungen und einer klaren, rhythmischen Erzählweise. Die Figuren bewegen sich zwischen Tradition und Aufbruch, zwischen persönlicher Sehnsucht und politischer Realität – ein Spannungsfeld, das die Inszenierung präzise herausarbeitet.
Ensemble
- Markus Scheumann – Don Fabrizio, Fürst von Salina
- Nicola Gründel – Maria Stella Corbera, Fürstin von Salina
- Sophia Mercedes Burtscher – Concetta Corbera di Salina
- Peter Knaack – Pater Saverio Pirrone
- Mouataz Alshaltouh – Tancredi Falconeri
- David Rothe – Paolo Corbera di Salina / Carlo Cavriaghi
- Alexander Angeletta – Don Calogero Sedàra
- Mirjam Rast – Angelica Sedàra
- Michael Neuenschwander – Don Ciccio Tumeo
- Pino Simili – Mimi
- Lukas Rathjen – Pastorello / Domenico
- Ronja Melissa Leute – Carolina / Luigi
Besondere Aspekte dieser Inszenierung
- eine zeitgenössische, energetische Lesart des großen italienischen Romans
- eine Inszenierung, die politische Umbrüche und persönliche Verluste eng verwebt
- ein visuell starkes Bühnenkonzept zwischen Palast, Landschaft und innerem Raum
- ein großes Ensemble, das soziale Hierarchien und emotionale Konflikte präzise ausspielt
- eine ästhetische Verbindung aus Melancholie, Humor und gesellschaftlicher Analyse
Die Produktion untersucht, wie eine alte Ordnung zerfällt und welche neuen Kräfte an ihre Stelle treten – und zeigt, warum Lampedusas Roman bis heute als Spiegel gesellschaftlicher Transformation gelesen wird.





