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Die Dreigroschenoper

Bewertung und Kritik zu

DIE DREIGROSCHENOPER – Residenztheater München

von: Bertolt Brecht, Kurt Weill
Premiere: 27. September 2026, Residenztheater München

Künstlerisches Team

Regie und Bühne:Philipp Stölzl
Musikalische Leitung: Stephen Delaney
Mitarbeit Bühne: Franziska Harm
Kostüme und Puppen: Kathi Maurer
Choreografie: Sommer Ulrickson
Puppenbau und Einstudierung Puppenspiel: Christian Blank
Licht: Gerrit Jurda
Dramaturgie: Ewald Palmetshofer

Besetzung

Ensemble: Moritz Treuenfels, Oliver Stokowski, Cathrin Störmer, Isabell Antonia Höckel, Max Rothbart, Liliane Amuat, Vassilissa Reznikoff, Lukas Rüppel
Bettler, Banditen, Sexarbeiterinnen und Konstabler: Jonathan Joel Albrecht, Raphaela Baumgartner, Lilith Kampffmeyer, Volodymyr Melnykov, Nadja Sabersky, Victoria Spindler, Levin Rashid Stein

Über die Inszenierung

Mit der „Dreigroschenoper“ kehrt einer der berühmtesten Theaterstoffe des 20. Jahrhunderts auf die Bühne zurück. Brechts Gesellschaftssatire und Weills Musik verbinden sich zu einem Werk, das Fragen nach Moral, Macht, Armut und Kapitalismus mit bissigem Humor und großer musikalischer Kraft stellt.

Philipp Stölzl entwickelt eine bildgewaltige Inszenierung, die Theater, Musik, Puppenspiel und visuelle Effekte miteinander verbindet. Seine charakteristische Handschrift schafft eine Welt zwischen Varieté, Groteske und gesellschaftlichem Panoptikum.

Die Bühne von Philipp Stölzl und die Ausstattung von Kathi Maurer formen einen atmosphärischen Kosmos, in dem reale und künstliche Figuren aufeinandertreffen. Die Puppenelemente erweitern die satirische Dimension des Stücks und eröffnen zusätzliche theatrale Ebenen.

Unter der musikalischen Leitung von Stephen Delaney entfaltet sich Kurt Weills unverwechselbare Partitur mit ihrer Mischung aus Jazz, Chanson und Theatermusik. Die Choreografien von Sommer Ulrickson verleihen dem Abend zusätzliche Dynamik und rhythmische Prägnanz.

Christian Blanks Puppenarbeit, Gerrit Jurdas Lichtgestaltung und Ewald Palmetshofers dramaturgische Begleitung tragen dazu bei, die Aktualität des Klassikers für ein heutiges Publikum sichtbar zu machen.

Besondere Aspekte dieser Produktion

– Brechts Klassiker in einer bildstarken Neuinterpretation
– Verbindung von Schauspiel, Musik und Puppenspiel
– markante Bühnenästhetik von Philipp Stölzl
– starke Ensemble- und Chorarbeit
– zeitlose Gesellschaftssatire mit aktueller Relevanz

„Die Dreigroschenoper“ wird zu einem opulenten, musikalischen und gesellschaftlich scharfen Theaterabend, der Brechts und Weills Klassiker mit großer visueller Kraft neu beleuchtet.

1 Kritik

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"Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral"
1 Stunde her.
Kritik

''Jonathan Jeremiah Peachum ist Chef einer Bettlerplatte. Sein eigenes Elend auszustellen, bringe nichts. Um glaubwürdig zu sein, brauche es Verkleidung. Und auf einem Kleiderständer rollen die Grundtypen menschlichen Elends herein. Dazu hängt er seinen Bettlern sogenannte Kaukautzky-Puppen um (Kostüme und Puppen: Kathi Maurer). Der Körper endet auf Hüfthöhe, der Spielerkopf bleibt. Die Proportionen stimmen also nicht mehr, die Menschen erscheinen wie Karikaturen. Oliver Stokowski spielt den Bettlerfürsten kühl überlegen und bedrohlich. Seine Tochter Polly will er auf keinen Fall Macheath, genannt Mackie Messer, überlassen, dem Oberhaupt von Straßenbanditen. Peachum geht es dabei nicht so sehr um das Wohl seiner Tochter, sondern vielmehr um sein eigenes, er braucht Polly weiter fürs Geschäft. Isabell Antonia Höckel gibt eine hinreißende Polly, süß und naiv, bevor sie dann zur gewieften Geschäftsfrau mutiert. Ihre Songs erzeugen immer wieder Beifallsstürme.

Das gilt auch für Vassilissa Reznikoff. Sie brillierte schon als Sally Bowles in Cabaret und rührt hier als Spelunken-Jenny mit ihrer Stimme und ihrem Ausdruck. Überhaupt ist die Besetzung glänzend: Cathrin Störmer als Peachums Frau, Max Rothbart als Polizeichef und Liliane Amuat als seine Tochter, die in einer vollkommen abgedrehten Wut-Arie glänzt. Lukas Rüpel ist nicht nur Moritatensänger, sondern nimmt im fliegenden Wechsel mehrere Rollen ein, bis hin zum Mond über Soho. Und dann natürlich Moritz Treuenfels als Mackie Messer. Nicht nur Stimme und Schauspielkunst überzeugen, sondern auch seine akrobatischen Fähigkeiten. Vor glutrotem Hintergrund, balanciert er auf einer Leiter, die weit ins Publikum ragt, und singt „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“, das Publikum hält den Atem an. Kein Wunder, dass er nach dem tosenden Schlussapplaus glücklich auf der Bühne steht. Rundum gelungenen also, was auch der inspirierten Band zu verdanken ist (musikalische Leitung: Stephen Delaney), die hoch oben unter der Bühnendecke überzeugte.'' schreibt Isabella Schmid am 29. September 2026 auf KULTURA-EXTRA

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