Zombie TV: To live and die with the virus

Bewertung und Kritik zu

ZOMBIE TV: TO LIVE AND DIE WITH THE VIRUS
von Bronfen, Weber, Rickenbach, Böhmer & Huber
Regie: Barbara Weber 
Premiere: 15. August 2020 
Zürcher Theater Spektakel

Zum Inhalt: Die Zürcher Regisseurin Barbara Weber, zuletzt 2016 mit der performativen Installation «The Making of Success» zu Gast auf der Landiwiese, und die Literatur- und Kulturwissenschafterin Elisabeth Bronfen hätten dieses Jahr am Theater Spektakel eigentlich ein TV-Format auf die Theaterbühne bringen wollen: eine «Late Night Lecture Show» über die Repräsentation und Inszenierung von Frauen in Machtpositionen. Doch dann kam das Virus, stellte das Bühnenformat infrage und brachte andere Themen ins Spiel. Ein knappes Semester Pandemieerfahrung inklusive medialem, politischem und gesellschaftlichem Durcheinander von Statistiken, Masken, Sicherheitsabständen, Contact-Tracer*innen, Reiseeinschränkungen und Selbstverantwortung später präsentierten sie ihr neu entwickeltes, mehrteiliges Projekt «Zombie TV». Den Netflix-Gewohnheiten entsprechend und coronaproof als Online-Stream, geht die Miniserie in sechs Folgen der Frage nach: Verwandelt die Pandemie uns alle in Untote? Werden wir zur tödlichen Bedrohung füreinander? Ausgangspunkt waren die kulturwissenschaftlichen Betrachtungen von Elisabeth Bronfen, die unter dem Titel «Angesteckt: Zeitgemässes über Pandemie und Kultur» demnächst im Echtzeit Verlag erscheinen.

Mit Barbara Weber, Elisabeth Bronfen, Dominic Huber, Kati Rickenbach, Yannik Böhmer

Regie: Barbara Weber
Szenografie: Dominic Huber
Cartoons: Kati Rickenbach
Video: Yannik Böhmer
Dramaturgie: Florian Ronc
Kostüm & Maske: Mikki Levy-Strasser, Jeanne-Vera Bourguignon
Musik: Michael Haves
Assistenz Szenografie: Jana Brändle, Naemi Jael Marty


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Assoziative Gedankensplitter und witzige Cartoons
  · 28.08.20
Assoziativ, anregend, trotz der düsteren Themen witzig. Elisabeth Bronfen surft in kleinen Miniaturen auf ihren Gedankensplittern und schließt die aktuelle Situation mit Hollywood-Blockbustern oder biblischen Mythen kurz.

Aus feministischer und kulturwissenschaftlicher Perspektive blickt sie auf unsere Gegenwart und reflektiert darüber, dass sich das Jahr 2020 anfühlt, als seien wir mitten in einem Zombie-Film von George A. Romero gelandet. Wir stecken aber wohl eher noch in den ersten 30 Minuten und nicht bereits in den letzten 5 Minuten, fügt Bronfen hinzu. An ihrem Tischchen sitzend führt sie aus, wie erstaunlich nah das Szenario im Blockbuster „Contagion“ (2011) von Steven Soderbergh an der Covid 19-Realität war.

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