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Bewertung und Kritik zu

GIRL FROM THE FOG MACHINE FACTORY
von Thom Luz
Regie: Thom Luz 
Premiere: 17. Mai 2018
Theaterhaus Gessnerallee Zürich

Zum Inhalt: Die Geschäfte laufen schlecht in der kleinen Nebelmaschinenfabrik am Rand der Stadt. Die Auftragslage ist dürftig, in der gegenwärtigen Situation möchte niemand mehr Maschinen jetzt bestellen, die im Kern nichts produzieren. Der Chef und seine Mitarbeiter – sein Sohn, eine unbezahlte Praktikantin sowie musikalisches Personal zur Nebelvertonung bei Verkaufspräsentationen – stehen ratlos im Showroom und überlegen stumm, wie man wohl die Zukunft überleben könnte. Um finanziell über die Runden zu kommen sind neue Ideen gefragt, neue Bilder, neue Lösungen. Die Belegschaft beginnt zu experimentieren: Wasserfälle, Planetenringe, leuchtende Nebelmeere und berühmte Skulpturen von Rodin und Giacometti, Böcklins Toteninsel mit Ruderboot, alles aus Nebel nachgebaut. Flüchtig zwar – aber immerhin. Der gesamte Maschinenpark und sämtliches Nebelwissen aus 225 Jahren Firmengeschichte wird aufgefahren, vor den Augen der sporadisch vorbeischauenden Laufkundschaft entstehen Bilder von flüchtiger Opulenz und handwerklichpraktischer Sinnfreiheit. Ob sich aber die Zukunft der Firma mit derart vergänglichen Kurzschönheiten retten lässt steht buchstäblich in den Wolken. Man wird es sehen - oder eben nicht.

Mit Mathias Weibel, Mara Miribung, Samuel Streiff, Sigurdur Arent Jónsson, Fhunyue Gao

Raum, Inszenierung: Thom Luz
Musikalische Leitung: Mathias Weibel
Kostüm: Tina Bleuler, Katharina Baldauf
Sounddesign: Martin Hofstetter
Lichtkonzept: Thom Luz, Tina Bleuler
Technische Leitung: Li Sanli
Lichttechnik: Jens Seiler
Regieassistent: Benjamin Truong
Kommunikation/Diffusion: Ramun Bernetta
Produktionsleitung: Gabi Bernetta

INTERVIEW


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THOM LUZ UND BERNETTA THEATERPRODUKTIONEN
  · 08.05.19
''Nicht ganz umsonst, denn nachdem sich besagtes Girl (Fhunyue Gao) in die Fog Machine Factory verlaufen hat, zeigen Sigurður Arent Jónsson, Mara Miribung und Samuel Streiff, was sie zum Beispiel für schöne Rauchringe aus langen Röhren und Klänge mit den Rotorblättern der Ventilatoren aus Violine und Cello zaubern können. Wolken ziehen vorüber, oder Les passage dʼun nuage, wie ein Lied des französischen Komponisten Francis Poulenc heißt, wird zum Motto des Abends, oder auch die Behauptung: „Jede Nebelwolke ist nur so gut, wie die Geschichte, die sich dahinter verbirgt.“ Was eigentlich die Fantasie und Vorstellungskraft ankurbeln soll, wirkt hier aber eher wie ein beständig waberndes Bekenntnis zur Kleinkunst, die Nebelwolken in allen erdenklichen Formen entstehen lässt und den Nebelmeister zum Ausverkäufer der eigenen Restposten macht. Luz im Sonderangebot. 

Textlich geht es von kleinen Liebesgeschichten über einen Exkurs zur Trockeneisnebelmaschine bis zu den Remedia amoris, Ovids Ratschlägen zum Wieder-Entlieben. Und auch ein selbstironischer Hinwei: „Wenn die Regie nicht weiter weiß, greift sie zum Trockeneis.“ lässt kurz schmunzeln. Nach einer Stunde Demonstration, dass so eine Nebelwolke schön anzuschauen ist, aber trotzdem „nicht tut, was man von ihr erwartet“, geht dem Abend sichtlich die Luft aus. Und auch wenn das Einatmen des Nebels nicht giftig, das Ausatmen aber doch recht gefährlich sein soll, hält man nicht gerade vor Spannung den Atem an und fiehle sicher ins frisch gemachte Nebelbett, wenn nicht aus dem Radio plötzlich mittels Breaking News das Ende der Nebelmaschinenfabrik in einem flammenden Inferno angekündigt würde. Der Rest des Abends ist dann leider wieder eine fast endlose Marthalerei.'' schreibt Stefan Bock am 8. Mai 2019 auf KULTURA-EXTRA
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Keine künstlerische Weiterentwicklung
  · 08.05.19
''Die Suche nach etwas, das den Abend von seinem Vorgänger "Traurige Zauberer" unterscheidet, bleibt allerdings erfolglos. Natürlich: Thom Luz Inszenierungen sind wunderbar poetisch, musikalisch, versponnen; ein Theater der Stimmungen, der schwebenden Zustände. Es will sich nicht tagespolitisch einmischen, es erzählt verspielt von Vergänglichkeit, von Schönheit.

Doch beim Theatertreffen muss man einen Regisseur an seinem bisherigen Schaffen messen. Und das, was wir an diesem Abend sehen, ist mitnichten eine künstlerische Weiterentwicklung. Luz findet kein neues Thema, keine andere Herangehensweise. Man sieht eine Kopie des Abends von vor zwei Jahren, mit dem Unterschied, dass hier nicht die Zauberer Nebeltricks vorführen, sondern die Nebelmaschinen-Fabrikarbeiter. Luz hat sich schon an ganz anderen Themen abgearbeitet: Er hat Max Frisch inszeniert, Judith Schalansky, er hat einen Abend über den LSD-Erfinder Albert Hofmann kreiert. An dieser Arbeit ist nun aber im Bezug auf sein Oeuvre gar nichts bemerkenswert.

Die Jurybegründung für diese Einladung liest sich denn auch recht nebulös. Luz bringe hier das "auf den Punkt", was er schon immer "zu fassen versucht" habe. Sein Betreten der Nebelfabrik sei im Hinblick auf seine bisherigen Arbeiten "folgerichtig"– eine doch wohl sehr euphemistische Beschreibung dafür, dass alles beim Alten geblieben ist.'' schreibt Barbara Behrendt auf kulturradio.de
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