Die Politiker

Bewertung und Kritik zu

DIE POLITIKER 
von Wolfram Lotz
Regie: Kay Voges 
Premiere: 3. Setember 2021 
Volkstheater Wien

Zum Inhalt: Er gilt nicht umsonst als eine der aufregendsten Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsdramatik. Die Texte von Wolfram Lotz stimulieren Hirn und Herz, stellen die Wirklichkeit auf den Kopf, verweben existenzielle Sinnsuche mit Lebensbanalitäten, durchforsten klug und kühn das Menschensein – und halten das Theater auf Trab. „Wolfram Lotz bedient das Theater nicht, er fordert es heraus“, so Wolfgang Kralicek 2014 anlässlich der Wiener Uraufführung von DIE LÄCHERLICHE FINSTERNIS am Akademietheater, „nicht, weil er dem Medium misstraut, im Gegenteil: Er traut dem Theater alles zu.“

Mit: Andreas Beck, Rebekka Biener, Bettina Lieder, Lavinia Nowak, Nick Romeo Reimann, Gitte Reppin, Uwe Rohbeck, Uwe Schmieder, Christoph Schüchner, Samouil Stoyanov, Stefan Suske, Friederike Tiefenbacher und Anke Zillich sowie Dana Schechter und Paul Wallfisch (Live-Musik) als auch Manuel Bader (Live-Kamera)

Regie: Kay Voges
Bühne: Michael Sieberock-Serafimowitsch
Musik: Paul Wallfisch
Kostüme: Mona Ulrich
Director of Photography: Voxi Bärenklau
Video Art und Live-Schnitt: Max Hammel
Video Art und Deep Learning: Marvin Kanas
Roboter-Programmierung: Mauritius Luczynski
Lightdesign: Paul Grilj
Sounddesign: Sebastian Hartl und Michael Sturm
Dramaturgie: Anne-Kathrin Schulz


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Im Schatten von Konrad Bayer
  · 21.10.21
''Kay Voges hat daraus eine 100minütige Ton+Bild-Collage gemacht, die nicht überraschend wirkt, wenn man mit der Arbeit des Regisseurs vertraut ist. Was aber ansonsten daherkommt wie der Wahn eines besinnungslosen Freaks der elektrifizierten Möglichkeiten, ist diesmal schlüssig und interessant, weil sie nicht wahllos aufgesetzt sind, weil Text und Methode übereinstimmen. Dieses nicht mimetische Theater nutzt einer Technik der Assoziationen. Die Schauspielerinnen und Schauspieler wiederholen einzelne Sätze mit Bedeutungsveränderung durch unterschiedliche Intonation. Sie modifizieren syntaktische Parallelismen eher nach Gesetzen der Musik als der Sprache.

Das Theater eines Kay Voges ist weit entfernt von der (gewerkschaftsnahen und politischen) Tradition des Hauses, zu dessen Leiter er bestellt wurde, von Leon Epp, Gustav Manker, Paul Blaha, Emmy Werner und Michael Schottenberg. Ob er den Ausweg aus der Krise findet, die ihm Anna Badora hinterlassen hat, ob sich das Publikum mit seiner Medienästhetik anfreunden kann oder sich ein ganz neues Publikum erschließt, bleibt abzuwarten. Mit dem Text von Wolfram Lotz und mit seiner Umsetzung hat er es dem Stammpublikum jedenfalls nicht leicht gemacht. Als Angebot innerhalb der Wiener Theaterlandschaft ist das durchaus eine neue Spielart. Und warum sollten die Wiener weniger lernfähig und -willig sein als die Dortmunder?'' schreibt Thomas Rothschild am 20. Oktober 2021 auf KULTURA-EXTRA
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