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Bewertung und Kritik zu

FRÜHERE VERHÄLTNISSE
von Johann Nestroy
Regie: Hubsi Kramar 
Premiere: 6. November 2019 
Theater Akzent, Wien

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Zum Inhalt: Der Emporkömmling Herr von Scheitermann, ein ehemaliger Knecht, ist mit der Professorentochter Josephine verheiratet, der er sich in jeder Hinsicht unterlegen fühlt. So lebt er in ständiger Angst, sie könnte von seiner armseligen Herkunft erfahren. Als sein früherer Herr, Anton Muffl, nun selbst in Armut geraten, als neuer Hausknecht vorstellig wird, kommt er in arge Bedrängnis. Denn dieser setzt Scheitermann mit seinem Wissen um dessen Vergangenheit sogleich unter Druck. Als nun auch noch die neue Dienstmagd, Peppi Amsel, einst in Muffl verliebt als sie sich noch als Schauspielerin versuchte, sich vor diesem als Scheitermanns Gattin ausgibt, entsteht aus all den früheren Verhältnissen eine turbulente Verwechslungskomödie. Scheitermann will Muffl loswerden, doch dieser droht ihm, seiner ahnungslosen Frau Josephine seine Herkunft zu verraten. Und das würde das Scheinleben des Emporkömmlings zum Einsturz bringen. Da Peppi ein Gespräch der beiden belauscht und gründlich missversteht, bekommt das Stück eine rasante Wendung.

mit Tania Golden, Adriana Zartl, Hubsi Kramar, Julian Loidl

Regie: Hubsi Kramar
Musik: Anja Pichler, Michael Reitinger
Kostüme: Maddalena Hirschal
Bühne: Markus Liszt


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Aufstieg und Fall
  · 07.11.19
''Nach vierzig Minuten beginnt das eigentliche Stück. Und siehe da: es benötigt kein Facelifting. Es funktioniert mit wenigen sprachlichen Eingriffen und bescheidenen aktuellen Anspielungen. Und es funktioniert, weil die vier Schauspieler ganz hervorragenden Komödianten sind, die beide bereit stehenden Fallen vermeiden: den identifikatorischen Realismus und ein Zuviel an Körper- und Sprechkomik. Anja Pichler an der Harfe und Michael Reitinger an der Gitarre steuern, auch wohl dosiert, eigens komponierte Musik bei.

Wie sagt doch Muffl, den Nestroy einst mit 61 Jahren gespielt hat und den jetzt der zehn Jahre ältere, fast ebenso hagere Hubsi Kramer verkörpert: „Törichte Wurmin, die ich mit etliche mehrsilbige Worte vernichten kann! Die früheren Verhältnisse deines Gatten, dein früheres Verhältnis mit mir, das ist alles so despektierlich, dass ihr zittern müsst vor mir wie Espenläube! O, ich will euch ein furchtbarer Hausknecht sein.“ Wer wollte derlei „übermalen“, ohne sich als Hochstapler zu entpuppen?'' schreibt Thomas Rothschild am 7. November 2019 auf KULTURA-EXTRA
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