Stage Musicals

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Bewertung und Kritik zu

GUTMENSCHEN 
von Yael Ronen und Ensemble
Regie:  Yael Ronen 
Premiere: 11. Februar 2018
Volkstheater Wien

Eingeladen zu den Berliner Autorentheatertagen (2018) 

Zum Inhalt: Mehr als zwei Jahre später kommen die Akteur/innen wieder zusammen und setzen dort an, wo sie beim letzten Mal auseinander gegangen sind: Es gibt ein Wiedersehen mit den Geschwistern Maryam und Elias. Gemeinsam mit ihrem beweglichen Familiengefüge haben sich in der Wohnung ihres verstorbenen Vaters gut eingerichtet. Den Kindern geht es gut, neue Liebesbeziehungen sind entstanden. Österreich rückt nach rechts und der Cousin Yousef bekommt einen negativen Asylbescheid. Nach zwei Jahren des Zusammenwachsens bricht die Wirklichkeit erneut ins Wohnzimmer ein, und die Vollintegrierten nehmen die Herausforderung gemeinsam an.

mit Yousif Ahmad (Yousef), Knut Berger (Schnute), Katharina Klar (Klara), Sebastian Klein (Elias Sabry), Jutta Schwarz (Ute), Paul Spittler (Moritz), Birgit Stöger (Maryam Sabry)

Bühne: Wolfgang Menardi
Kostüme: Amit Epstein
Musik: Yaniv Fridel, Ofer (OJ) Shabi
Video: Jan Zischka
Licht: Jennifer Kunis
Dramaturgie: Veronika Maurer, Niels Bormann

 
Meinung der Presse zu „Gutmenschen“

Volkstheater Wien

 
Standard
Koffein für den Tanz ums rote Kalb


Süddeutsche Zeitung

So weit rechts von mir


Welt
Zu viele Energydrinks im System



nachtkritik
Red Bull verleiht kein Bleiberecht

Die Presse
Netter Abend mit „Gutmenschen“

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3.1/5 Insgesamt 7 Bewertungen (2 mit Rezension)
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Gutmenschen
  · 23.06.18
''Eine schräge Bühnen-Soap, die „Lindenstraße“ und Off-Boulevard zusammenbringt, vom schwulen Pärchen Moritz (Paul Spittler) und Schnute (Knut Berger), der seinen Samen für Miryam gespendet hat, die mit ihrem Ex Jochen (Jan Thümer) noch einen leicht verstörten Sohn namens Jim Pepe besitzt, über das Pärchen Klara (Katharina Klar) und Elias (Sebastian Klein), das mit ihrer geplanten Ehe die bürgerliche Institution neu besetzen will, aber an den eigenen Vorurteilen und Einstellungen dazu scheitert, bis zu Ute (Jutta Schwarz), der Mutter von Schnute, die hier Volkes Stimme kundtut und für die rechten Vorurteile gegenüber Homosexuellen und Ausländern zuständig ist. Damit man als Quereinsteiger noch mitkommt, werden einem am Anfang vom Mitdramaturgen und Schauspieler Niels Bormann aus dem Off die familiären und sonstigen Personenzusammenhänge per Videoeinspielung erklärt. Auch dass Yousif Ahmad, der in Wien wegen fehlender Arbeitserlaubnis noch wenigsten am Ende für 30 Sekunden als Hauptperson Yousef stumm über die Bühne ging, wegen des laufenden Asylverfahrens nach Berlin gar nicht erst ausreisen durfte, erfährt man. 

Um Yousefs abgelehnten Erstantrag um Asyl geht es auch vorrangig in Yael Ronens Stück. Während die Kommune auf die Aufzeichnung der Daily-Soap wartet, debattiert man aufgeregt bei chinesischem Fastfood in Abwesenheit Yousefs über dessen drohende Abschiebung und wie man diese verhindern kann. Dabei wird der Rechtsruck Österreichs vor allem in der restriktiven Asylpolitik und Rechtspraxis deutlich. Ein Thema, das auch in der bundesdeutschen Regierungskoalition gerade vehement diskutiert wird, wobei die bayrische CSU ziemlichen Druck auf Kanzlerin Merkel ausübt. Das macht das Ganze natürlich zusätzlich interessant, aber bis auf hektisches Herausrennen und Wiederhereinkommen bleibt es in der Sitzecke auf der Bühne zumeist recht statisch. Ronen, die sonst gekonnt Fiktion und Realbiografien zu starkem Debatten-Theater verbinden konnte, scheitert hier am fehlenden Biss, auch wenn Katharina Klar mit glockenklarer Stimme in einer neuen Version von Hubert von Goiserns Lied Weit weit weg die österreichischen Rechtswähler So weit weit rechts von mir verortet. Fast schon eine Art Trauma, die hier in die Parabel vom Hasen, der dem Löwen ins Maul springt mündet. Mit Rechten reden und um die verlorene Meinungshoheit kämpfen, oder in Phrasen vor dem schier übermächtigen Feind erstarren, darauf findet auch dieser Abend keine Antwort. Die Ohnmacht über die Leerstelle, die der fehlende Hauptprotagonist reißt, ist dafür symptomatisch.'' schreibt Stefan Bock am 22. Juni 2018 auf KULTURA-EXTRA
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Matte Küchendialoge, absurde Pointe
  · 20.06.18
Die Küchendialoge zwischen den satirisch-überzeichneten Figuren plätschern recht matt dahin und erreichen nicht das bissige Niveau, das wir von Yael Ronen als Gorki-Hausautorin gewohnt sind.

In Erinnerung bleiben vor allem der mit Szenenapplaus bedachte Song „Weit, weit rechts“ von Katharina Klar, die Hubert von Goiserns Hit „Weit, weit weg“ (1994) parodiert, und die Pointe, auf die der Abend zusteuert. Schon im Original wirkt diese Szene ziemlich absurd: Nach längeren Verhandlungen mit einem Beamten (Niels Bormann, der auch als Co-Dramaturg beteiligt ist) darf der irakische Flüchtling nur 30 Sekunden stumm über die Bühne gehen. Ein längerer Auftritt im Stück, das um sein Schicksal kreist, wurde nicht gestattet: dann wäre er Schauspieler und bräuchte eine Arbeitserlaubnis, die ihm bisher verweigert wird.

Beim Berliner Gastspiel wird die Absurdität noch auf die Spitze getrieben: die Uhr zählt den 30 Sekunden-Countdown penibel mit, aber das Ensemble starrt ins Leere: Yousef Ahmad darf in Berlin nicht mal stumm über die Bühne gehen, sondern gar nicht erst einreisen.

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3.0
Durchschnittsnote aller Stücke
5 2
4 17
3 20
2 13
1 3
Kritiken: 11

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