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Bewertung und Kritik zu

MACBETH
von William Shakespeare
Regie: Christian Weise 
Premiere: 18. August 2018 
Deutsches Nationaltheater Weimar
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Macbeth-Englisch-Deutsch-William-Shakespeare/dp/315009870X/?tag=buecher0a0a-21" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zum Inhalt: Wer etwas darüber erfahren will, wie Macht funktioniert, wie man sie erobert und was es kostet, sie zu erhalten, findet in Shakespeares »Macbeth« das nach wie vor aktuelle Lehrstück dazu. Drehbuchautoren einer Serie wie »House of Cards«, die uns einen Blick in die Hinterzimmer der Mächtigen verschaffen, haben ihren Shakespeare jedenfalls genau studiert.

Wie man zum Beispiel König wird, fragt sich der Titelheld Macbeth. Indem man denjenigen, der den Thron besetzt hält, beiseite räumt, lautet die eindeutige Antwort. Und so spinnt er mit seiner Gattin einen finsteren Plan. Er tut dies im Vertrauen auf eine Prophezeiung unheimlicher Hexen, die in ihm seine geheimen, noch unausgesprochenen Wünsche nach Ruhm und Macht wachrufen. Einmal angestachelt vom Ehrgeiz, herausgefordert von seiner Lady und gequält von neurotischen Verlustängsten um den einmal erworbenen Thron, entwickelt sich Macbeth zum Serienmörder, der beseitigt, wer ihm, wie er glaubt, im Wege steht. Und das ist ausnahmslos jeder, der sein Treiben hinterfragt - am Ende die ganze Welt. Regisseur Christian Weise verlegt die Tragödie um Willkürherrschaft, Machtmissbrauch und Umsturz in ein fiktives »Weimarer Haus«, das die Künstlerin Julia Oschatz gestaltet hat, in dem sich Glanz und Elend dieser Stadt und damit deutscher Geschichte angehäuft haben, und erzählt den Shakespeare'schen Albtraum als opulente Farce. Neben den Mitgliedern des DNT Schauspielensembles agieren in den Hauptrollen Corinna Harfouch und Susanne Wolff.

Regie: Christian Weise
Bühne / Video: Julia Oschatz
Kostüme: Lane Schäfer
Musik: Jens Dohle / Steffen Illner
Dramaturgie: Beate Seidel


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2 von 2 Personen fanden die Kritik hilfreich
Aus der Tragödie wird eine Farce
  · 18.08.18
Mit seinem Faible für schrill überzeichnete Figuren ist Regisseur Christian Weise dann stark, wenn er der Groteske freien Lauf lassen kann. In seiner aus meiner Sicht bisher besten Arbeit „Elizaveta Bam“, die auf de Studiobühne des Berliner Gorki-Theaters zu sehen ist, trieb er seine Stilmittel konsequent auf die Spitze: die Akteure verhedderten sich auf der schrägen Spielfläche von Julia Oschatz, die auch in Weimar für das Bühnenbild zuständig war, in einem Körperballett voller absurder Komik.

Obwohl Weise in Weimar mit Susanne Wolff und Corinna Harfouch zwei Edel-Schauspielerinnen zur Verfügung hatte, die sich schwesterlich die Hauptrollen der „Mac-Bus“, wie sie im Programmheft genannt wurden, gab es diesmal nur wenige Kabinettstücken zu bestaunen. Mehrfach lieferten sich die beiden Stars des Abends eine pantomimische Prügelei.

Ansonsten hatte der Abend damit zu kämpfen, dass das Regie-Konzept überfrachtet war: Weise bediente sich bei Heiner Müllers düster-galliger Shakespeare-Bearbeitung, nahm Anleihen aus Alfred Jarrys grotesker „König Ubu“-Überschreibung und brach die Handlung vor allem in der zweiten Hälfte mehrfach mit Anspielungen auf Trump, die NS-Zeit und das KZ Buchenwald. Corinna Harfouch schnarrte im typischen Nazi-Ton über die Klassikerstadt Weimar und imitierte in einem unnötig verqualmten Solo einen Trump-Anhänger, der seine Sehnsucht nach einem starken Mann endlich befriedigt sah. Für ironische Brüche sorgte außerdem Oscar Olivo, der seit Jahren eng mit Weise zusammenarbeitet und in fast jeder seine Inszenierungen dabei ist: Er tritt diesmal noch häufiger als gewohnt aus seiner Rolle und fabuliert auf Englisch über Psychotherapie-Erfahrungen und Schamanismus-Seminare. Nach stringentem Beginn, der sich noch eng an den Originalstoff hielt, wurden in der zweiten Stunde zu viele Regie-Einfälle ausgepackt und oft zu sehr mit dem Holzhammer in den Shakespeare/Müller-Text hineingeprügelt.

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