Verrückt nach Trost

Bewertung und Kritik zu

VERRÜCKT NACH TROST 
von Thorsten Lensing
Regie: Thorsten Lensing
Premiere: 6. August 2022 
Salzburger Festspiele 

Zum Inhalt: Die Kinder Charlotte und Felix kommen aus dem Meer und spielen am Strand ihre toten Eltern. Ein Ritual, das die beiden seit Jahren pflegen. In Erinnerung an die wilde Ausgelassenheit ihrer Eltern cremen sie sich den Rücken ein und kitzeln einander, bis sie kaum noch Luft bekommen. Für kurze Augenblicke fällt alle Trauer von ihnen ab. Immer wieder jedoch brechen die unterschiedlichen Bedürfnisse der beiden zehn- und elfjährigen Geschwister in das Spiel ein.

Mit: Sebastian Blomberg, André Jung, Ursina Lardi, Devid Striesow

Regie: Thorsten Lensing
Mitarbeit Regie: Benjamin Eggers-Domsky
Bühne: Gordian Blumenthal, Ramun Capaul
Kostüme: Anette Guther
Dramaturgie: Dan Kolber, Thierry Mousset


 

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Traumspiel des Lebens
  · 07.08.22
''Das Spiel der recht unterschiedlichen Geschwister ist hier Ausgangspunkt für eine Reise in die Fantasie und weiteren Lebensalter der beiden. Charlotte ist sehr selbstbewusst und kommt mit dem Verlust der Eltern besser klar als ihr Bruder, der Angst vor der Einsamkeit hat und dem jedwedes Gefühl des Körpers abhanden gekommen ist. Sie steigen ein in die Welt der Erwachsenen, üben Umarmungen und das Küssen, ohne die Ebene des kindlichen Spiels zu verlassen. Das ist mitunter sehr lustig und bekommt mit dem plötzlichen Auftauchen eines Tauchers in voller Montur (Sebastian Blomberg) einen starken Hang zum Slapstick, was auch eines der Markenzeichen von Lensings Regiestil ist.

Jener Taucher wird noch eine weitere Rolle im Stück spielen, wenn die anderen in einer Art Lichtbildervortrag Clowns- und Kugelfisch sowie einen Octopus mit acht Armen und neun Gehirnen performen. In einem Zwiegespräch zwischen dem Taucher und dem von Ursina Lardi gespielten gelenkigen Weichtier erfährt das Publikum einiges an metaphorischen Lebensweisheiten. Wie auch das ganze Stück immer wieder philosophisch angehaucht die Themen Geburt, Leben, Sexualität und Tod behandelt. Bis zur Pause des dreieinhalbstündigen Abends spielen Lardi, Blomberg und Striesow noch ein gestresstes Elternpaar samt schreiendem Baby. Dazu gesellt sich André Jung als Orang Uthan, und Sebastian Blomberg stellt eine über die Bühne wackelnde Schildkröte mit Wannenpanzer dar.'' schreibt Stefan Bock am 8. August 2022 auf KULTURA-EXTRA
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