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    Angels in America

    Bewertung und Kritik zu

    ANGELS IN AMERICA 
    von Peter Eötvös
    Regie: Sam Helfrich 
    Premiere: 10. April  2022 
    Landestheater Salzburg

    Zum Inhalt: Die Welt befindet sich im Chaos, doch das Göttliche ist nicht tot. Enttäuscht von Engeln und Menschen hat es sich zurückgezogen und aus dem Staub gemacht – so verkündet es der ratlose Engel, der plötzlich durch die Decke in das Krankenhauszimmer von Prior Walter einbricht und ihn mit der Rettung der Erde beauftragen will. Als Erlöser soll Walter die Katastrophe abwenden, den Fortschritt stoppen und so wieder Frieden stiften unter den Engeln.

    Wer bin ich und in welcher Welt lebe ich? Welche Rolle spielt der Mensch, wie sehr kann er das eigene Schicksal beeinflussen? Wie moralisch ist der Mensch und gibt es das Göttliche? Mit seinem monumentalen Drama „Angels in America“, der Grundlage für Eötvös’ Oper, zeichnete der US-amerikanische Schriftsteller Tony Kushner ein politisches, existentielles, vielschichtiges Psychogramm des Menschen und ein Panorama des religiös-überdrehten Amerikas. Angesichts der Aids-Epidemie und der politischen und ökologischen Umbrüche der 1980er Jahre erleben die Figuren ihr Sein als Ausnahmezustand.

    Musikalische Leitung: Leslie Suganandarajah
    Inszenierung: Sam Helfrich
    Bühne: John Farrell
    Kostüme: Kaye Voyce

     

    5 von 5 Sterne
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    AIDS statt Aida
    2 Jahre her.
    Kritik
    ''Das SALZBURGER LANDESTHEATER zeigt nun eine Koproduktion dieses Werks mit der New York City Opera. Übernommen wurden Regie (Sam Helfrich), Bühnenbild (John Farrell) und Kostüme (Kaye Voyce). Der Dirigent Leslie Suganandarajah und die Sänger*innen, unterstützt von ein paar Gästen, kommen aus dem vergleichsweise kleinen Ensemble am Haus, das man nicht an den bekannteren Salzburger Festspielen messen darf. Das unorthodox besetzte und mit Elektronik verstärkte Mozarteumorchester spielt auf der Hinterbühne, der Dirigent ist auf mehreren Bildschirmen im Orchestergraben und an der Balustrade des Balkons zu sehen. Wie in Kushners Vorlage spielen die meisten Mitwirkenden, unabhängig von Geschlecht und Stimmlage, mehrere Rollen. Ein unsichtbares Vokaltrio wiederholt als Miniaturchor einzelne Phrasen. Ethel Rosenberg wiederum singt das jiddische Volkslied Tumbalalaika a cappella. Schon zuvor unterbrachen lange Pausen an zwei dramatischen Stellen den Fluss der Musik. Sie charakterisiert die Figuren, ohne in Tonmalerei zu verfallen. Bei einer direkten Begegnung von Roy Cohn mit der Vision von Ethel Rosenberg spricht Cohn, während seine Kontrahentin singt. Mit Angels in America wächst das Salzburger Landestheater über sich selbst hinaus. Das ist zeitgenössisches Musiktheater, politisch, ohne einem kurzatmigen Aktualitätszwang zu unterliegen. Stück und Inszenierung sowie die sängerischen Leistungen würden auch manchem größeren Haus zur Ehre gereichen. Leichte Kost ist das nicht. Aber wer sagt, dass man dem Wunsch nach leichter Kost nachgeben muss?'' schreibt Thomas Rothschild am 11. April 2022 auf KULTURA-EXTRA
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