Adi Boutrous: One More Thing

Bewertung und Kritik zu

ONE MORE THING 
Adi Boutrous (Tel Aviv) 
Premiere: 17. November 2021 (Potsdamer Tanztage) 
Fabrik Potsdam 
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KARTEN ONLINE BESTELLENZum Inhalt: In One More Thing orientiert sich der israelische Choreograf Adi Boutrous an Übergangsritualen aus Ostafrika, insbesondere vom Jungen zum Erwachsenen. Miteinander schwingend, aufeinander achtend und sich gegenseitig beobachtend, hinterfragen die Tänzer immer wieder die Beziehung zwischen Männlichkeit, Macht und Zusammenhalt. In kraftvollen, dynamischen und teilweise akrobatischen Bildern wird Balance zwischen Erwartungen und Innensicht gefunden, die mit behutsamen Duetten und bewusster Stille kombiniert werden. Das Stück schafft einen Raum für gegenseitige Unterstützung, in dem der Einzelne sich zeigen und fallen lassen kann, aufgefangen und gestützt von der Gruppe, mit welcher er wieder verschmilzt – synchron, individuell und sanft.

Tänzer*innen: Ariel Gelbart, Jeremy Alberge, Uri Dicker, Adi Boutrous

Choreografie: Adi Boutrous
Probenleiter: May Zarhy
Licht: Ofer Laufer
Kostüme: Stav Struz
Ton und Tonbearbeitung: Adi Boutrous


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Sanfte Intimität, friedvolle Ernsthaftigkeit
  · 18.11.21
''Adi Boutrous geht es im Kern darum, wie Körper weich und durchlässig werden können, wie Hingabe möglich werden kann und auch Passivität, ohne dass dadurch Dominanz entsteht oder Machtverhältnisse zu wirken beginnen.

"One More Thing" ist erst die sechste Choreografie von Adi Boutrous und die vorherigen waren Stücke in den kleineren Formaten Solo, Duo, Trio – man sieht hier auch, dass er darin die tiefsten Erfahrungen hat. Aber wie er in diesem Stück mit der Quartett-Struktur arbeitet, mit immer fließenden, aus dem Tanz entstehenden Auflösungen und Neuverbindungen, ist schon sehr reif und weit entwickelt. Das Faszinierende an diesem Stück sind die sanfte Intimität und die Umdeutung der Gruppe als Raum des Vertrauens, der Verbundenheit und des Ineinander-Ruhen-Könnens. Das Faszinierende ist die unpathetische friedvolle Ernsthaftigkeit, frei von jedem Gefühls- oder Achtsamkeitskitsch. Ein exzellentes Stück – wie schon so oft bei den Gastspielen der Potsdamer Tanztage in diesem Jahr.'' schreibt Frank Schmid auf rbbKultur
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