Amadeus

Bewertung und Kritik zu

AMADEUS
von Peter Shaffer
Regie: Bettina Jahnke 
Premiere: 11. März 2022 
Hans Otto Theater Potsdam 

Reservix Ticketing SystemTICKETS ONLINE KAUFEN 

Zum Inhalt: Im Wien der 1780er Jahre gilt der Hofkapellmeister Antonio Salieri als der größte Komponist. Zeitgleich ringt das frühere Wunderkind Wolfgang Amadeus Mozart um Anerkennung. Sein exaltiertes Verhalten schockiert den Hof, aber seine Kompositionen glänzen in genialer Vollendung. Salieri vernimmt in ihnen die Stimme Gottes und fragt sich, warum es nicht ihm selbst, sondern Mozart gegeben ist, solch göttliche Musik zu komponieren. Dazu verdammt, die eigene künstlerische Mittelmäßigkeit zu erkennen, nimmt Salieri den Kampf gegen Gott auf. Jedes Mittel ist ihm recht, um die Karriere dieses „auserwählten Geschöpfes“ zu ruinieren. Wird Salieri einen Zipfel von Mozarts nahender Unsterblichkeit zu fassen bekommen?

Das Stück des Briten Peter Shaffer erlebte 1979 in London seine Uraufführung, die spätere Verfilmung von Miloš Forman wurde mit mehreren Oscars prämiert. Im barocken Ambiente des Schlosstheaters im Neuen Palais ist das Ensemble des Hans Otto Theaters mit diesem Erfolgsstück zu Gast.

Regie: Bettina Jahnke
Bühne & Kostüm: Juan León
Musik: Achim Gieseler
Choreografie: Annett Scholwin
Dramaturgie: Bettina Jantzen


DurchschnittsnoteSchreibe eine Kritik
0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
Mozart als sympathischer Rebell, der seiner Zeit voraus ist
  · 18.03.22
''In der Inszenierung von Bettina Jahnke wird die religiöse Motivierung nicht hervorgehoben. Es gibt zwar ein großes Kreuz im Bühnenhintergrund und Salieri erzählt auch, wie er vom gottesfürchtigen Menschen zum skrupellosen Intriganten wird, aber das tut er ohne biblischen Zorn. Die Regisseurin will ihn nicht als religiösen Fanatiker zeigen, sondern einfach als Menschen, der die Begabung seines Gegenüber nicht ertragen kann, weil ihm dadurch seine eigene Mittelmäßigkeit bewusst wird.

Mozart hingegen lässt sie als sympathischen Rebellen auftreten, der gegen die Konventionen seiner Zeit aufbegehrt. Er hat etwas Rockstarhaftes, was auch durch seine Perücke unterstrichen wird, die nicht barock frisiert ist, sondern eine wilde Haartolle zeigt. Diesen Einfall haben die Potsdamer vielleicht vom Film übernommen. Der Darsteller Paul Sies sieht dem Film-Mozart auch ziemlich ähnlich, aber er imitiert ihn nicht. Er hat einen eigenen Schwung und Charme, verplappert sich bei wichtigen Gesprächen, aber wenn er sich an den Flügel setzt, der gut sichtbar vorn im Orchestergraben steht, dann kann er virtuos improvisieren und selbst einhändig die wildesten Melodien spielen – von Mozart bis Free Jazz. Da wird sehr spielerisch klar gemacht, dass er seiner Zeit voraus ist.'' schreibt Oliver Kranz auf rbbKultur
War die Kritik hilfreich?
Um eine Kritik zu schreiben musst du dich einloggen.