Good. Better. Greta. oder Wer, wenn nicht wir?

Bewertung und Kritik zu

GOOD. BETTER. GRETA. ODER WER, WENN NICHT WIR? 
Ein theatraler Dialog über das Klima
Regie: Frank Abt 
Premiere: 15. Januar 2022 
Hans Otto Theater Potsdam 

Zum Inhalt: Der Klimawandel steht vor der Tür. Ach was, einen großen Fuß hat er schon über die Schwelle geschoben! Und ginge es nach Greta Thunberg, wären wir längst im Panikmodus. Aber ist Panik eine gute Basis für nachhaltige Veränderung? Was muss passieren, damit aus unserem Wissen um die Erderwärmung Handeln wird? Schließlich gilt es, die Lebensgrundlage kommender Generationen zu bewahren. Und wie können wir die katastrophalen Auswirkungen, die der Klimawandel schon jetzt für viele Menschen im globalen Süden hat, nicht nur endlich angemessen zur Kenntnis nehmen, sondern als Hauptverursacher Verantwortung übernehmen? – Die Fragen sind zu groß? Da wird das mentale Garagentor sofort heruntergefahren? Welche Mechanismen stecken hinter unserem Ausblenden und Verdrängen, dem Hoffen auf einen wortwörtlichen deus ex machina oder zumindest eine Jeanne d’Arc im gelben Regenmantel, die an unserer statt die Wahrheit sagt und alle Kämpfe ficht? Was müssten wir eigentlich tun? Wie kriegen wir das Garagentor auf und die Haustür wieder zu?

Mit Katja Zinsmeister, Mascha Schneider, Paul Sies, Joachim Berger, Hannes Schumacher, Jessica Chioma Ibe, Noemi Bremer, Lina Tahani Hilzbrich, Helene Petters, Gustav Heinlein, Marla Gohl, Liam Gohl, Juri Starke

Regie / Idee & Konzept: Frank Abt
Idee & Konzept: Natalie Driemeyer
Textfassung Unter Mitarbeit: Von Viktorie Knotková
Bühne & Kostüme: Susanne Schuboth
Musik: Moritz Krämer Und Francesco Wilking
Dramaturgie: Nina Rühmeier


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"bla bla" im falschen Moment
  · 18.01.22
''Viele verpasste Chancen sind also zu sehen an diesem langen, zweieinhalbstündigen Abend. Frank Abt, der oft so intime, berührende Inszenierungen mit Laien zustande bringt, enttäuscht diesmal. Über die Jugendlichen erfährt das Publikum so gut wie nichts, alles ist angelesenes Material – dabei wäre es so aufschlussreich gewesen, mehr aus ihrer individuellen Sicht zu hören. Doch selbst, wenn das hier und da in Ansätzen passiert, fehlt der Gegenpart, der widerspricht. Es gibt keinen Konflikt auf der Bühne, sondern Belehrung. Was selbstredend nicht den Jugendlichen anzulasten ist, sondern dem Regieteam. Natürlich: Wenn ein Team lediglich Schauspieler:innen und Jugendliche sucht, die sich für den Klimawandel interessieren, entsteht eine homogene Gruppe.

Selbst damit hätte man arbeiten können, hätte man intensiv erforscht, warum Menschen sich so schwer tun, ihr Verhalten zu ändern. Oder hätte man auf den Furor der jungen Leute gesetzt. Die wütendste Passage, die zu zivilem Ungehorsam aufruft, nämlich dazu, SUV-Fahrern die Luft aus den Reifen zu lassen und ihnen dann einen Erklärungsbrief an die Scheibe zu hängen, kommt aber ausgerechnet vom ältesten Schauspieler auf der Bühne, Joachim Berger. Und ausgerechnet in dieser Szene halten zwei Mädchen seltsamerweise Pappschilder hoch auf denen die Greta-Worte "bla bla" stehen. Dabei geht Berger doch tatsächlich, das sehen wir, von der Bühne auf die Straße. Zum Widerstand. Wer weiß, vielleicht ist das ja sogar eine Ansage.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur
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