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Bewertung und Kritik zu

DAS ACHTE LEBEN (FÜR BRILKA)
von Nino Haratischwili
Regie: Konstanze Lauterbach
Premiere: 23. August 2019 
Hans Otto Theater Potsdam 

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Zum Inhalt: Niza, die Ururenkelin eines georgischen Schokoladenfabrikanten, entwirft für ihre Nichte Brilka die atemberaubende Geschichte ihrer Familie, die durch sechs Generationen hinein in acht Leben führt. Der Bogen spannt sich von der Zarenzeit über den Aufstieg und Fall der Sowjetunion bis ins Europa nach dem Mauerfall. Ein Jahrhundert der Revolution, des Krieges und Terrors, der Utopien und Revolten brennt sich in die Lebensgeschichten ein. In die von Stasia, die stoisch den Zeiten trotzt, und ihrer bildschönen Schwester Christine, deren Liaison mit dem Kleinen Großen Mann fatale Folgen hat. In die der Kinder Stasias, Kostja und Kitty – er verfällt den Verlockungen der Sowjetmacht, sie verliert alles und findet im Exil eine Stimme. In die Elenes, deren Aufbegehren im starren System ihres Vaters Kostja missglückt, und ihrer Töchter Daria und Niza, die haltlos in chaotischen Zeiten bleiben. Alle in der Familie erliegen irgendwann der Versuchung einer nach geheimer Rezeptur gekochten heißen Schokolade, die einen kurzen Moment des Friedens schenkt, mit der sich aber ein Unglücksfluch weiterträgt. Ihn vermag niemand zu brechen. Oder gelingt das vielleicht doch Brilka, dem achten Leben?

Mit Ulrike Beerbaum, Marie-Therése Fischer, Guido Lambrecht, Arne Lenk, Franziska Melzer, Kristin Muthwill, Andreas Spaniol, Henning Strübbe, Alina Wolff

Regie und Kostüme: Konstanze Lauterbach
Bühne: Ariane Salzbrunn
Musik: Achim Gieseler

TRAILER


DurchschnittsnoteSchreibe eine Kritik
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Oft zu flach
  · 27.08.19
''Die Inszenierung ist als großer Ensemble-Abend angelegt: 13 Spielerinnen und Spieler stehen auf der Bühne, darüberhinaus Statisten, die immer mal wieder als Partygäste zum Einsatz kommen. Innerhalb des so figurenreichen Stoffs muss jeder mehrere Rollen einnehmen – alle legen sich dabei mächtig ins Zeug, an Gefühlsausbrüchen mangelt es diesem Abend wahrlich nicht. Kristin Muthwill gibt die schöne Schwester Christine angenehm spröde und stolz, Franziska Melzer schwankt als Sängerin Kitty, die es in den Westen schafft, zwischen Fragilität und Härte. Guido Lamprecht legt Hass und Verzweiflung in den Patriarchen Kostja, der so viele Leben mutwillig zerstört.

Doch die Schnelligkeit, mit der sich das Ensemble von einer Rolle in die nächste werfen muss, mit der am laufenden Band geboren, gelitten, gestorben wird, lässt die Figuren in aller Reduktion oft zu flach wirken. Schade zudem, dass Konstanze Lauterbach bei diesem so groß angelegten Abend so wenig Raum für Stille, für das reine Spiel zulässt, sondern jede Gefühlsregung mit hoch dramatischem Sound verklärt.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur
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