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Bewertung und Kritik zu

DAS HAUS AUF MONKEY ISLAND
von Rebekka Kricheldorf
Regie: Matthias Kaschig 
Premiere: 23. Februar 2019 
Oldenburgisches Staatstheater

Eingeladen zu den Berliner Autorentheatertagen (2019) 
 

Zum Inhalt: Die Wissenschaftler_innen Ann, Hannes, Kristina und André haben einen neuen Job angenommen: Sie sollen eine aggressive Konsumenten-Verführungsstrategie für ein neues Produkt entwerfen, wofür das menschliche Belohnungszentrum manipuliert und tief verwurzelte Ängste und Sehnsüchte geschürt werden müssen. Um die allerbesten Arbeitsbedingungen zu haben, werden sie an einen luxuriösen Ort geflogen: Nach Monkey Island, wo nur ein einziges Haus steht. Während die vier hochbezahlten Wissenschaftler_innen ihre perfide Strategie entwerfen, kommen sie sich auch persönlich näher. Abends erzählen sie sich Geschichten aus ihrem Leben, die Art biografische Anekdoten, die man preisgeben kann, ohne vor den anderen schlecht dazustehen. Doch nach und nach entdecken sie im Haus immer mehr Seltsamkeiten: Warum liegen plötzlich Anns Lieblingschips im Küchenschrank? Warum gibt es in der Videothek ausschließlich Filme mit schönen, weizenblonden Protagonistinnen, Hannes’ bevorzugtem Frauentypus? Warum kommt ständig der Song im Radio, den André vor fünf Jahren immer mit seinen Kumpels gehört hat?

Mit Helen Wendt | Caroline Nagel | Thomas Birklein | Johannes Schumacher

Regie: Matthias Kaschig
Bühne / Kostüme: Thea Hoffmann-Axthelm
Video: Stefan Bischoff, Kevin Graber
Musik / Sounddesign: Fabian Kalker
Licht: Arne Waldl
Dramaturgie: Anna-Teresa Schmidt

TRAILER


DurchschnittsnoteSchreibe eine Kritik
2 von 2 Personen fanden die Kritik hilfreich
Mehr Ruhe hätte gut getan
  · 12.06.19
''Der Regisseur Matthias Kaschig hat die Statik des Stücks auf der Bühne kaum verlebendigen können. Sein Ansatz, bei diesem komplexen Stoff, bei so viel Pointen-Gewitter auf eine reduzierte Bühne zu setzen, ist erst einmal nachvollziehbar. Nur ein weißer Pavillon mit Schwingtüren steht hier, der sich ab und zu dreht und mit Video-Projektionen bespielt wird. Allerdings fällt Kaschig keine szenische Situation ein, mit der er die kopflastige Farce erden kann, konkret, greifbar machen kann. Die Schauspieler treten von einem Bein aufs andere, während sie auf der Bühne herumstehen.

Nicht nur, dass Kaschig das Stück im abstrakten Raum spielen lässt, er hält die Schauspieler auch nicht dazu an, den Text zu gestalten, Pausen zu lassen, ihn zu denken beim Sprechen. Bis auf den hippiesken Soziologen rattern die Spieler den Text oft wie Sprechautomaten herunter, sodass viele Pointen verloren gehen – aber auch der wissenschaftliche Zusammenhang untergeht. Schon akustisch und wegen des Sprechtempos versteht man (ohne zuvor angeeignete Textkenntnis) nur die Hälfte. Mehr Ruhe und ein realistisches Setting hätten der Inszenierung durchaus gut getan.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur
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