Bewertung und Kritik zu

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DAS HAUS VERLIERT NIX
Eine Bestandsaufnahme
Regie: Lorenz Seib 
Premiere: 10. Oktober 2020 
TamS Theater München

Zum Inhalt: In 50 Jahren Theater hat sich eine Menge angesammelt. Requisiten, Textbücher, Kulissenteile, Kostüme, Geräte und Instrumente. Jedes Teil ist ein Stück dieses Theaters, alles hat irgendwo mitgespielt, etwas bedeutet, etwas erzählt. Aber ohne Theater bedeuten all diese Dinge nichts. Und nun, da die Schauspieler das Theater sich selbst überlassen haben, fordern die Dinge ihr Eigenleben, beanspruchen sie das Theater für sich. Sie wollen nicht mehr Requisiten sein, die man achtlos zur Seite räumt. Sie schwingen sich auf als Protagonisten und entern die Bühne. Ein Kartenspiel erinnert sich, ein Globus begibt sich auf Weltreise, im Aquarium zieht ein Gewitter auf, ein Bumerang macht sich auf den Heimweg und ein Revolver und eine Blumenvase stürzen sich in eine wilde amour fou. Der Küchenwecker denkt über die Endlichkeit nach und ein Feuerlöscher wartet auf den ersten Schnee.
Aus den Dingen wird eine Welt, die in Bildern erzählt.

Weiterlesen: Das Haus verliert nix

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DER FLUCH DER SOUFFLEUSE
Theaterparcours für einen Zuschauer
Regie: Lorenz Seib 
Premiere: 20. Juni 2020 
TamS Theater München

Zum Inhalt: Das Gewitter ist vorüber, der Himmel über Schwabing klart langsam auf und doch ist im Theater alles anders als zuvor:
Der Vorhang öffnet sich, aber von den Schauspielern*innen fehlt jede Spur. Sie haben sich scheinbar im Foyer verlaufen und finden den Weg auf die Bühne nicht. Dieses Theater ist aber auch das reinste Labyrinth. Einmal falsch abgebogen und schon landet man hinter der Trauerweide, die von rosigen Zeiten berichtet. In der Garage werden Wolken gezimmert. Ein Optimist sucht die richtigen Worte im leergefegten Zuschauerraum, aber die Souffleuse ist mit sämtlichen Textbüchern ins Ausland durchgebrannt.
Der Sommer ist da, das Theater kommt von ganz alleine.

Weiterlesen: Der Fluch der Souffleuse

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WOMÖGLICH WELTFREMD
Eine kinotheatrale Wiederverwertung
Regie: Arno Friedrich 
Online-Premiere: 9. Mai 2020 
TamS Theater München

Zum Inhalt: Zwei Frauen fahren auf einem Floß übers Meer. Sie sind schon sehr lange unterwegs, mindestens seit gestern abend oder einem halben Jahrhundert. Sie hatten ein Ziel und sie hatten eine Aufgabe, aber beides scheint sich langsam aufzulösen in der unendlichen Weite des Ozeans. Mit dabei haben sie Erinnerungen, gebannt auf Filmrollen, eine Sammlung von Szenen und Situationen, Figuren, Konstellationen, Räumen. Und einen Projektor haben sie, der diese Erinnerungen nachts auf dem Segel ihres Floßes zu Bildern werden lässt. Bilder aus einem Theater, in dem absonderliche Dinge passieren. Es sind Aufnahmen aus dem TamS Theater, aus Aufführungen eines halben Jahrhunderts: Valentinaden und Brandstiftereien, Weltuntergänge und Riesenblödsinn, Königsdramen, Kassenschlager und Katastrophen. Nacht für Nacht sehen sie sich diese Filme an. Versuchen sie ihre Erinnerung wachzuhalten oder ein Geheimnis zu ergründen, oder haben sie einfach nichts Besseres dabei?
Unbeirrt fahren sie über das Meer und transportieren diese Bilder und Erinnerungen von einem Ort an einen anderen, von einer Zeit in eine andere, als wären sie ein Vermächtnis.

Weiterlesen: Womöglich Weltfremd

 

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