Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to TwitterSubmit to LinkedIn

Bewertung und Kritik zu

DIE KLUGE 
Carl Orff
Regie: Lukas Wachernig 
Premiere: 2. Oktober 2019  
Staatstheater am Gärtnerplatz München
Buch jetzt bestellen

Zum Inhalt: »Oh, hätt’ ich meiner Tochter nur geglaubt!« – Ein Bauer findet auf dem Feld des Königs einen goldenen Mörser ohne Stößel. Trotz der Warnung seiner schlauen Tochter bringt er ihn treudumm zum König. Doch der kerkert den Bauern wegen Unterschlagung des Stößels ein, wie es die Tochter vorhergesagt hat. Dem König kommt dies zu Ohren, und er stellt die Kluge auf die Probe, die diese bravourös besteht. Der Regent bestimmt sie begeistert zu seiner Gemahlin, doch damit beginnt das Problem: Kann man klug sein und gleichzeitig lieben?

Der Münchner Komponist Carl Orff – 2020 wäre er 125 Jahre alt geworden – schuf 1942 mit »Die Kluge« nach der Grimmʼschen Märchenvorlage eine Oper für Jung und Alt. Darin trifft eine pointiert-kunstvolle Textsprache auf eine volksliedhafte Musik, was eine pralle, spontane Bühnenwirksamkeit ergibt, die irgendwo zwischen Märchen, Volkstheater und bairischer »Kumedi« angesiedelt ist und schnell zum Klassiker auf deutschen Bühnen wurde!

Musikalische Leitung: Andreas Kowalewitz
Regie: Lukas Wachernig
Bühne und Kostüme: Stephanie Thurmair
Licht: Jakob Bogensperger
Dramaturgie: Michael Alexander Rinz


Wie fandest du das Stück?
- ein Klick auf die Sterne -
Schreibe eine Kritik
0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
Wenn die Frau schlauer ist als der Mann...
  · 04.10.19
''Ein Fazit, das Orff wohl auch selbst gezogen hat, als er zu dieser Geschichte griff. Sie verarbeitet die gescheiterte Liebe zu einer klugen, jungen Mitarbeiterin. „Sie war mir zu g´scheit“, habe Orff diese Trennung später kommentiert, so sein Schüler und Freund, der Komponist Wilfried Hiller, bekannt vor allem für seine Michael-Ende-Vertonungen. Hiller hat denn auch diese neue, schlanke Orchesterfassung erstellt, die alle Feinheiten des Originals erhält, jedoch die Besetzung reduziert. Statt 70 Musikern spielen nur 15, allesamt Solisten, das passt zur Studiobühne des Gärtnerplatztheaters. Und man vermisst nichts, so kraft- und schwungvoll dirigiert Andreas Kowalewitz.

Stephanie Thurmair (Bühne und Kostüme) hat ganz auf den Maximalkontrast gesetzt. Schwarz die durchlässigen Eisentreppen über dem Verließ, schwarz der Thron und alle Kostüme bis auf das Kleid der Klugen. Weisheit ist weiß! Sophie Mitterhubers elegante Sopranstimme erhebt sich beinahe schwerelos über die einzelnen Szenen - ihre Miene bleibt dabei so kontrolliert wie ihr gemessener Schritt: Klugheit funktioniert eben besser ohne (allzuviel) Gefühl. Der „dumme“ König dagegen wird immer wieder von seinen Emotionen überwältigt (Matija Meić, ein wunderbarer Bariton, beweist hier auch großes komödiantisches Talent). Kein Wunder, dass er dann zu keinem vernünftigen Urteil fähig ist! Während nämlich die Beschwerdeführer (Juan Carlos Falcón, Daniel Gutmann) ihre strittige Angelegenheit musikalisch höchst versiert vortragen, muss sich der König aufs Schachspiel mit seiner Frau konzentrieren. Sie setzt ihn Zug um Zug matt - ganz nebenbei.'' schreibt Petra Herrmann am 4. Oktober 2019 auf KULTURA-EXTRA
War die Kritik hilfreich?
Um eine Kritik zu schreiben musst du dich anmelden:

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN
eventim          Reservix Ticketing System

TICKETS BEI EVENTIM KAUFEN

ANZEIGE

ANZEIGE


X

Right Click

No right click