Scores That Shaped Our Friendship

Bewertung und Kritik zu

SCORES THAT SHAPED OUR FRIENDSHIP 
von Lucy Wilke und Paweł Duduś
Premiere: 13. Februar 2020 
schwere reiter, München  

Eingeladen zum 58. Berliner Theatertreffen (2021) 

Zum Inhalt: In „SCORES THAT SHAPED OUR FRIENDSHIP“ geht es um Zusammengehörigkeit. Es geht um die Liebe zum Detail und Spaß. Ensemblemitglied Lucy Wilke und Paweł Duduś erforschen die Bandbreite ihrer Beziehung, ihrer Freundschaft. Ihre poetischen Tendenzen, ihren Drang nach Sinnlichkeit und die Herausforderungen, die uns in spielerischen Interaktionen aufbauen.
Dieser Cocktail der Persönlichkeiten fordert auch die Stereotypen und normativen Wahrnehmungen in der Gesellschaft und Kultur heraus, die alles, was anders ist, eifrig kennzeichnen, marginalisieren und diskriminieren. Wir achten unsere Verschiedenartigkeit und feiern das Nicht-Normative. Diese Arbeit bietet Einblicke in eine alternative Lebens- und Seinsform. Sie zeigt Qualitäten und Werte, von denen wir uns wünschen, dass sie in unserem täglichen Leben präsenter sind.
Gemeinsam legen wir den Schwerpunkt auf die Verkörperung – die atypische Verkörperung. Wir verkörpern unsere Erinnerungen, unsere Träume und Wünsche. Wir verkörpern Schönheit. Wir sind schön.

Mit— Lucy Wilke

Konzept und Idee— Paweł Duduś, Lucy Wilke
Entwicklung und Performance— Paweł Duduś, Kim Ramona Ranalter, Lucy Wilke
Live-Musik— Kim Ramona Ranalter
Bühne— Theresa Scheitzenhammer
Licht— Barbara Westernach
Outside Eye— David Bloom, Tamara Pietsch
Künstlerische Produktionsleitung— Rat & Tat Kulturbüro


DurchschnittsnoteSchreibe eine Kritik
0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
Intime Achtsamkeitsübung und lasziver Tanz
  · 25.05.21
Der kurze, einstündige Abend muss etwas Anlauf nehmen: recht gemächlich plätschert die erste Hälfte dahin. Wilke und Duduś räkeln sich in ihrer Wohlfühloase aus Plüsch und Flokati, tasten sich aneinander heran, berühren sich zärtlich, während im Hintergrund Kim Ramona Ranalter die passende Easy Listening-Entspannungsmusik zur Untermalung bietet.

Spannender wird die zweite Hälfte: Lucy Wilke, die wegen spinaler Muskelatropie auf den Rollstuhl angewiesen ist, erzählt, wie sie bei den Flirts auf Tinder gegen Wände läuft: „You have a pretty face, but…“ wiederholt sie einen Satz im Loop, der ihr immer wieder entgegenschlägt. Wie lustvoll ihr Leben sein kann, beweist der wunderbar laszive Tanz, den Pawel Duduś für sie im Schmetterlings-Body aufs Parkett zaubert.

Mit diesem Abschluss-Abend öffnet sich das Theatertreffen nicht nur für die Freie Szene, sondern auch für den Tanz. Die Frage ist: Ist dies nur eine Momentaufnahme und Modeerscheinung? Oder verändert sich das Theatertreffen dauerhaft?

Weiterlesen
War die Kritik hilfreich?
Um eine Kritik zu schreiben musst du dich einloggen.