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Residenztheater München
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SPIELPLAN & KARTEN

Cabaret

Bewertung und Kritik zu

CABARET 
Musical von Joe Masteroff (Buch), John Kander (Musik) und Fred Ebb (Gesangstexte) nach dem Stück «Ich bin eine Kamera» von John van Druten und Erzählungen von Christopher Isherwood
Regie: Claus Guth 
Premiere: 12. Dezember 2025 
Residenztheater München 

Zum Inhalt: Das legendäre Musical «Cabaret» führt uns in die schillernde Welt des Kit Kat Klubs der 1930er-Jahre. Jeden Abend begeistert die enigmatische Künstlerin Sally Bowles mit ihrem berühmten Song «Life is a Cabaret» das Publikum, das Dekadenz und Diversität feiert. Der junge Amerikaner Clifford Bradshaw verfällt diesem sinnlich aufgeladenen Kosmos. Doch gleichzeitig zieht etwas Dunkles herauf, das sich immer stärker in den Alltag der lebenslustigen Lebenskünstler*innen einschleicht.

Inszenierung: Claus Guth
Musikalische Leitung: Stephen Delaney
Musikalische Co-Leitung: Philipp Tillotson
Soundkomposition: Mathis Nitschke
Bühne: Etienne Pluss
Kostüme: Bianca Deigner
Choreografie: Sommer Ulrickson
Licht: Gerrit Jurda
Dramaturgie: Yvonne Gebauer und Almut Wagner

Besetzung:
Sally Bowles ... Vassilissa Reznikoff
Clifford Bradshaw ... Thomas Hauser
Fräulein Schneider ... Cathrin Störmer
Herr Schultz ... Robert Dölle
Ernst Ludwig ... Vincent zur Linden
Fräulein Kost ... Myriam Schröder
Kit Kat Girls & Boys: Simone Centonze, Hannah Chioma Ekezie, Stephanie Marin, Sophie Mefan, Edward Serban, Luca Skupin und Julia Taschler

2 Bewertungen

3.5 von 5 Sterne
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Entertainment mit Tiefgang
17 Tage her.
Kritik

''Für Sally Bowles gab es ein reales Vorbild in Berlin, Anfang der 30er Jahre. Nur war sie nicht die Geliebte von Christopher Isherwood, dem Schriftsteller, der sich mit der Figur des Cliff Bradshaw ein literarisches Denkmal setzte. Isherwood war homosexuell und, wie seine amerikanischen Freunde, fasziniert von den Freiheiten, die Berlin bot. Anfang der 30er Jahre, als er den Roman schrieb, wäre ein explizites Outing genauso schwierig gewesen wie später in der Theateradaption und Musicalfassung. Und so kommt zu der Liebesbeziehung zwischen Chris und Sally noch eine zarte Romanze dazu: Zwischen der Zimmervermieterin Fräulein Schneider und dem jüdischen Gemüsehändler Herrn Schultz. Ganz wunderbar wie Cathrin Störmer und Robert Dölle die beiden, schon ein bisschen vom Leben Gezeichneten, in ihrer Hoffnung auf ein spätes, kleines Glück darstellen. Das dann bald ein Ende findet. Der aufkommende Nationalsozialismus kündigt sich schon zu Beginn des Stücks an, doch nach der Pause ist der Bruch da. Eine grandiose Bühne (Etienne Pluss), die die ganze Zerstörung zeigt. Auf einer Drehscheibe kreisen die Trümmer des Mobiliars, gekippte Tischlampen geben spärliches Licht. Schneefall.

Und Fräulein Schneider entscheidet sich. Gegen den Juden Schultz, gegen ihr kleines Glück, aber für etwas Sicherheit in lausigen Zeiten. Bei hellem Saallicht fragt Cathrin Störmer drängend die Zuschauer: „Wie würdet ihr euch entscheiden?“ Und so holt der Abend das Publikum immer wieder in eine bedrohlicher gewordene Gegenwart.

Dem renommierten Opernregisseur Claus Guth ist dieser gelungene Abend zu verdanken. Ein schauspielerisches und musikalisches Wunderwerk. Stehende Ovationen der Zuschauer.'' schreibt Isabella Schmid am 15.Dezember 2025 auf KULTURA-EXTRA

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1 von 2 Person(en) gefiel diese Kritik
Absturz in Gewaltherrschaft ohne Tanz auf dem Vulkan
11 Tage her.
Kritik

Claus Guth, der üblicherweise an den großen Opernhäusern inszeniert und hier mit dem Musical-Klassiker einen Ausflug ans Bayerische Staatsschauspiel macht, betont in seiner Inszenierung das Düstere und den bevorstehenden Untergang der Weimarer Republik. Nach der Pause wird der Conférencier mit Clownsnase zur unberechenbaren Joker-Figur, jeder Glitzer und Glamour weicht der rauen Betonwand auf der leergeräumten Bühne.

Aber schon zuvor, in der Enge des Hotelzimmers, ist der Tanz auf dem Vulkan, der die Endphase der Weimarer Demokratie prägte, kaum zu spüren. Der Preis für Guths Regie-Ansatz ist, dass die Handbremse angezogen bleibt und die Fallhöhe für den Absturz am Ende fehlt.

Was in diesen knapp 2,5 Stunden umso reichlicher vorhanden ist, ist der bestialisch stinkende Qualm. Auf der Bühne wird ohne jeden dramaturgischen Grund in sehr vielen Szenen geraucht, die Schwaden wabern vor sich hin und machen den Abend zu einem sehr unangenehmen Erlebnis. Seltsam, dass in dieser Spielzeit in München wieder so viel gequalmt und gequarzt wird. Das schien längst überwunden, fiel aber auch schon gegenüber in den Münchner Kammerspielen beim „Wallenstein“ negativ auf.

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