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    Residenztheater München
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    Der Streit

    Bewertung und Kritik zu

    DER STREIT
    von Pierre Carlet de Marivaux
    Regie: Nikolaus Habjan 
    Premiere: 13. Januar 2018 
    Residenztheater München 
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    Zum Inhalt: Ein Prinz und seine Geliebte, sie sind angetreten, um ein für alle Mal den Streit beizulegen, welches Geschlecht die Untreue in die Welt gebracht hat. In einem wissenschaftlichen Versuch soll dies nachempfunden werden, statt Adam und Eva heißen die neuen ersten Menschen nun Eglé oder Adine, und ihren Trieben erliegen sie, beobachtet von den Streitenden, beide. Konstruiert scheint ihr Dasein in dieser Versuchsanordnung, konstruiert auch das Geschlecht, das befragt werden soll. Immer schwingt in diesem Versuch die Frage nach der Abhängigkeit zwischen dem Forschenden und seinem Objekt mit, den Beobachtern und den Beobachteten.

    In Marivaux‘ Versuchsaufbau, irgendwo zwischen Garten Eden und medizinischem Institut changierend, erkundet der Puppenspieler und Regisseur Nikolaus Habjan zusammen mit Ensemblemitgliedern des Residenztheaters ein altes Thema mit neuen Puppen: Wie nur kann qua unwiderruflichem Beweis die Wahrheit über die menschliche Untreue aufgezeigt und das Verhältnis der Geschlechter befriedet werden? Und erzählt der Versuchsaufbau nicht ebenso viel über die Streitenden wie über die Probanden?

    Regie + Puppenbau: Nikolaus Habjan
    Bühne: Jakob Brossmann + Denise Heschl
    Kostüme: Denise Heschl
    Musik: Kyrre Kvam
    Licht: Markus Schadel
    Dramaturgie: Thorben Meissner

    3.0 von 5 Sterne
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    Ironisch gebrochener Geschlechterkampf mit Puppen
    5 Jahre her.
    Kritik
    Das Stück von Pierre Carlet de Marivaux aus dem Jahr 1744, schreit nicht gerade danach, heute wieder aufgeführt zu werden. Ein aristokratisches Paar streitet darüber, welches Geschlecht mehr zur Untreue neige: Frauen oder Männer. Den Beweis soll ein Experiment mit vier jungen Erwachsenen bringen, die als Kinder von der Außenwelt abgeschottet wurden, nur mit ihren Dienern Mesrou und Carise Kontakt hatten und nun aufeinander losgelassen wurden. Absehbar entsteht ein großes Gefühlschaos voller Liebesschwüre, die schnell gebrochen werden, Partnertausch und Eifersuchtsszenen. Nikolaus Habjan, österreichischer Regisseur mit selbstgebauten Klappmaulpuppen als seinem Markenzeichen, verlegt das Experiment im Münchner Cuivilléstheater in einen Anatomiesaal mit Live-Musik von Kyrre Kvam. Ironisch gebrochen mit den Puppen, die von Habjan und drei Schauspieler*innen (Mathilde Bundschuh, Arthur Klemt, Oliver Nägele) geführt werden, wird daraus unterhaltsames Theater. Aus dem Quartett sticht vor allem Nägele hervor, der sich als Eglé in die Zickenduelle wirft. Weiterlesen
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