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Bewertung und Kritik zu

DIE BITTEREN TRÄNEN DER PETRA VON KANT
von Rainer Werner Fassbinder
Regie: Martin Kušej 
Premiere: 3. März 2016 
Residenztheater München 
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Zum Inhalt: Es geht um die Unvereinbarkeit von Liebe und Geld und die Frage, was es bedeutet, Macht über das Liebesbedürfnis eines andern zu haben.

Sechs Frauen versammeln sich in einem luxuriösen Appartement zum emotionalen Ringkampf. Im Zentrum steht die amour fou zwischen der erfolgreichen Modedesignerin Petra von Kant und der jungen, aber mittellosen Karin Thimm, die aus Petras Zustand hysterischer Verliebtheit Profit zu schlagen weiß. Eine Dynamik der Ausbeutung nimmt ihren Lauf, an der Mutter und Tochter genauso teilhaben wie die stumme Marlene, die Petra abgöttisch liebt. Sie alle sind Teil einer Anordnung wechselseitiger Abhängigkeit in der Hochglanzwelt der Upperclass, von Fassbinder mit voyeuristischem Blick seziert.

Regie: Martin Kušej
Bühne: Annette Murschetz
Kostüme: Heidi Hackl
Musik: Jan Faszbender
Licht: Tobias Löffler
Dramaturgie: Andreas Karlaganis


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Zwei Raubtiere hinter Glasfront
  · 08.07.19
Hinter der Glaswand fallen sie wie zwei Raubtiere übereinander her: die Stardesignerin Petra von Kant (Bibiana Beglau) und das junge Model Karin Thimm (Andrea Wenzl).

Intendant Martin Kušej inszenierte den Fassbinder-Klassiker mit Staraufgebot bereits 2012 auf der kleinsten Spielstätte des Residenztheaters, im Marstall, der üblicherweise experimentellen Formaten vorbehalten ist. Das Publikum sitzt um die quadratische Spielfläche herum, über die Beglau auf ihren High heels stakst. Fein säuberlich ist ein Meer von Glasflaschen aufgereiht, die nach und nach zu Bruch gehen.

Für Beglau, die mit Kušej in wenigen Tagen ans Wiener Burgtheater weiterzieht, ist ihr Auftritt als verzweifelte Frau, die in der hohlen Glamourwelt für kurze Zeit die erhoffte menschliche Nähe gefunden zu haben schien und dann umso wütender um sich schlägt, eine Paraderolle.

Gemeinsam mit Andrea Wenzl trägt sie dieses Kammerspiel hinter der Glasfront, in der sich das Publikum immer dann spiegelt, wenn Kušej nach der nächsten kurzen Szene ein Black setzt. In diesen Momenten sind die Schauspielerinnen nur schemenhaft zu erkennen, während sie auf ihre Position für die nächste Szene huschen und Bühnenarbeiter die Glasattrappen neu sortieren.

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