DORNRÖSCHEN - Das Musical

Bewertung und Kritik zu

DORNRÖSCHEN - Das Musical
nach dem Märchen der Brüder Grimm
Premiere: 18. August 2019 
Deutsches Theater München 


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Zum Inhalt: Dass nicht alle Feen wunderbare Wesen sind und welch verhängnisvolle Folgen der Kontakt mit einer Spindel haben kann, aber auch vom Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein – davon erzählt eines der bekanntesten Märchen der Brüder Grimm. Das Dornröschen und damit die vertraute Geschichte von der Prinzessin, die mitsamt ihrem Hofstaat in einen hundertjährigen Schlaf fällt, ist nach der gefeierten Uraufführung im Rahmen der Brüder Grimm Festspiele 2018 nun als exklusives Gastspiel in München zu sehen. Das Deutsche Theater setzt damit nach der von der Kritik gefeierten Musical-Adaption des Märchens Vom Fischer und seiner Frau die Zusammenarbeit mit den Festspielen fort.

Autor Wolfgang Adenberg und Komponist Marian Lux haben ein mitreißendes Musical-Abenteuer geschaffen, das auch in München Theater- und Märchenfans jeden Alters begeistern wird. Der Stoff, der bereits in der 1. Auflage der Kinder- und Hausmärchen von 1812 enthalten war, erzählt die Geschichte von dem Königspaar, das lange auf ein Kind warten muss. Als endlich eine Thronfolgerin geboren ist, soll das gebührend gefeiert werden. Doch eine der Feen wird nicht eingeladen und fühlt sich übergangen. Als ungebetener Gast verflucht sie die Prinzessin, die sich an ihrem 17. Geburtstag an einer Spindel stechen und tot umfallen soll. Die gute Fee Aurora kann den Fluch abmildern und so fallen die Prinzessin und das gesamte Schloss in einen tiefen Schlaf, der hundert Jahre währt. Auch wenn der König alles versucht, den Fluch abzuwenden, nimmt das Schicksal der Prinzessin seinen Lauf. Erst als die hundert Jahre vorüber sind, kann ein junger Königssohn durch die Dornenhecke vordringen und den Fluch brechen.

Regie: Alex Balga

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„Dornröschen“ etwas anders
  · 18.08.19
Am 18. August 2019 feierte das Märchen „Dornröschen“ seine Premiere im Deutschen Theater in München. Das Musical aus der Feder von Wolfgang Adenberg (Buch und Texte) und Marian Lux (Musik) drehte sich rund um das allseits altbekannte Grimmsche Märchen: Die böse Fee wird nicht zu den königlichen Feierlichkeiten für den neuen Nachwuchs geladen und belegt diesen prompt mit einem bösen Fluch, so dass das Kindchen noch vor seinem 17. Geburtstag sterben soll. Doch Dank der guten Fee soll es doch nicht gar so übel ausgehen und so verhilft der „Abschwächungsfluch“ zu einem langen Schlaf. So weit so gut… und bekannt. Neu an dem Stück ist jedoch, dass der Zuschauer einen Blick hinter die Kulissen der Feenschaft und der königlichen Familienhistorie erhält. Dornröschen träumt während ihres langen Schlafes und erfährt dabei eine Menge über ihre Widersacherin Selena und warum diese ihr an den Kragen will. 

Lisa Toh spielte überzeugend eine aufmüpfige Teenagerprinzessin, die nicht einsieht, warum sie einen Prinzen heiraten soll, wenn sie doch einfach nur frei und ohne Kontrolle leben will. Nachdem ihr der Prinz aber überraschender Weise gefällt, gilt es, sich gegen den Vater aufzulehnen, der den neuen Freund ihrer Tochter am liebsten mit einem Fußtritt aus dem Schloss werfen lassen möchte. 

Kurosch Abbasi als Prinz hatte im Vergleich zu einer früheren Rolle, wie dem Luigi Lucheni in „Elisabeth,“ leider wenig Gelegenheit seine große Stimme voll zu präsentieren, er verkörperte jedoch einen sympathischen und mutigen Prinzen. Janne Marie Peters hatte Song-technisch bei ihrer Rolle als gute Fee mehr Glück und somit die Chance, mit klarer Stimme sowohl in Soli als auch Ensemblenummern zu brillieren. 

Der heimliche Star des Abends war aber wohl Selena (Franziska Becker), die böse Fee, die mit ihrem glitzernd schwarzen Dornenkostüm schauspielerisch die Bühne für sich einnahm, wann immer sie diese betrat. Auch die Magie, die sie stetig einsetzte, wurde durch sie und ihre Schauspielkollegen wunderbar umgesetzt. 

Das Stück an sich enthält alles, was ein Märchen braucht: eine Heldengeschichte, glitzernde Kostüme, ein Schloss - wenn auch nur ein Pappschloss –, einen Abstecher in andere Märchen (der Glöckner lässt grüßen) und Musik, die ins Ohr geht. Das Märchen selbst wurde durch die Hintergrundgeschichte vom Traditionellen in die Gegenwart geschubst, mit einem etwas pubertierenden Dornröschen, das allerdings genau weiß, was es will. 

Alles in allem wirft das Ganze jedoch auch die Frage nach der Zielgruppe des Märchenmusicals auf. Für kleine Kinder durch die Sprünge in die Vergangenheit vermutlich ein bisschen zu verwirrend und in zumindest einer Szene etwas zu gruselig. Für Teenager dabei wohl wieder etwas zu uncool, weil ja ein Märchen. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Wer sich selbst ein Bild machen möchte, kann dies noch bis zum 31. August exklusiv im Deutschen Theater in München tun, wenn Dornröschen versucht, irgendwie aus eigener Kraft aus ihrem 100-Jahre-langen Schlaf aufzuwachen. 

(Jasmin Gollwitzer)

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