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Bewertung und Kritik zu

CABARET 
Musical in Englischer Originalinszenierung
Premiere: 16. März 2018 
Deutsches Theater München 

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Zum Inhalt: Im berühmt-berüchtigten Kit Kat Klub heizt das Show-Girl Sally Bowles mit dem zwielichtigen Conférencier und einem wilden Ensemble allabendlich dem amüsiersüchtigen Volk ein – Hemmungen haben hier keinen Zutritt. Mit seinen derben Liedern führt der Master of Ceremonies durch das Programm des Amüsierclubs. Wir erleben das Schicksal verschiedener Berliner, Verfolgter und Exilanten. Doch reicht die Verführungskraft des dekadenten Berliner Nachtlebens aus, um die zunehmenden Bedrohungen der Zeit zu überspielen? Cabaret ist ein Musical-Klassiker, der in Zeiten weltweit erstarkender nationalistischer Strömungen neue Relevanz gewinnt. Cabaret ist eine doppelte Liebesgeschichte, ein Lehrstück über die Gefahr politischer Teilnahmslosigkeit, ein Musical über Geschichte und voller Geschichten über authentische Menschen. Aber allem voran ist Cabaret zeitlose Unterhaltung, gespickt mit berühmten Songs und aufregenden Choreografien.

Mit Cabaret setzen das Deutsche Theater und das English Theatre Frankfurt ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fort und bringen erneut einen Klassiker im englischen Original vom Main an die Isar. In der Vergangenheit sorgten bereits Musicals wie Tommy oder Schauspiel-Inszenierungen wie The Hound Of The Baskervilles aus dem größten englischsprachigen Theater des europäischen Festlands für Begeisterung bei Publikum und Kritikern. Cabaretentführt diese nun ins Berlin der 30er Jahre. Die Geschichte basiert auf Christopher Isherwoods „Berlin Stories“ – den beiden Novellen „Mr. Norris Changes Trains“ (1935) und „Goodbye Berlin“ (1939) – in denen der Autor seine abenteuerlichen Erlebnisse im freizügigen Berlin der 30er Jahre mit einem aufkommenden Nationalsozialismus verarbeitet. In vielen Einzelgeschichten schildert er einerseits ein ungeahnt offenes und freizügiges Berlin, aber auch den Wandel des Zeitgeists nach den Goldenen Zwanzigern und dem sich erhebenden Dritten Reich in den 30ern.

Wie am English Theatre in Frankfurt werden auch in München an ausgewählten Terminen Schulvorstellungen angeboten. Diese finden am 19. und 26. März jeweils um 11 Uhr statt. Das Ticket kostet 10,00 Euro pro Schüler, eine Begleitperson pro Schülergruppe erhält ein kostenloses Ticket. Ab der 20. Karte und für alle weiteren 20 Karten ist ein zusätzliches kostenloses Ticket für Begleitpersonen inbegriffen. 


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„Willkommen, Bienvenue, Welcome!“: „Cabaret“ im Deutschen Theater in München
  · 17.03.19
Am 16. März 2019 stand im Deutschen Theater in München die Premiere des Musicals „Cabaret“ auf dem Programm. Das Stück aus der Feder von John Kander (Musik), Fred Ebb (Text) und Joe Masteroff (Buch) spielt in den 30er Jahren und behandelt die zwei Beziehungen des amerikanischen Schriftstellers Cliff Bradshawin und der Sängerin Sally Bowles sowie deren Vermieterin Fräulein Schneider und Obstverkäufers Herrn Schultz in der aufkommenden Nazizeit. Im Mittelpunkt steht neben der neuen Liebe zwischen Cliff und der Nachtclub Tänzerin Sally, die kurzerhand nach ihrem Rauswurf im Club ungefragt bei Cliff einzieht, der Heiratsantrag des jüdischen Herrn Schultz, den Fräulein Schneider aufgrund der politischen Situation mit gemischten Gefühlen abweist. 

Unter der Regie von Tom Littler und Choreographie von Cydney Uffindell-Phillips sind als „Sally Bowles“ Helen Reuben und als „Cliff“ Ryan Saunders zu sehen. Weitere Rollen spielen Greg Castiglioni (Conférencier), Sarah Shelton (Fräulein Schneider), Richard Derrington (Herr Schultz), Lindsay Goodhand (Fräulein Kost) und Matt Blaker (Ernst). 

Das Stück ist absolut aktuell und befasst sich mit dem neu zur Macht gelangten Nazi Regime, dem Hass gegenüber nicht Deutschen und der aufkommenden Gewalt gegenüber Juden. Gerade schauspielerisch ist das Musical stark besetzt, man nimmt die Zerrissenheit aber auch völlige überzeugte politische Gesinnung jederzeit ab. Gesanglich ebenso stark führt Castiglioni als Conférencier durch die Handlung unter anderem mit dem wohl bekanntesten Show Opener „Willkommen“. 

Doch obwohl bei der Besetzung alles zu stimmen scheint, kommt das Musical nicht so recht in Gang und hat einige Längen. Das Bühnenbild, eine Bahnhofszene, verändert sich wenig und wandelt sich hin und wieder zu Cliffs angemietetem Zimmer oder dem Kit Kat Club mit seinen leicht bekleideten Tänzern. Trotz einiger bekannter Stücke kann auch die Musik nicht wirklich mitreißen. Wobei jedoch Lindsay Goodhand hervorzuheben ist, die neben einer schauspielerisch überzeugenden Rolle eine beindruckende Begabung für das Spielen von verschiedensten Blasinstrumenten zeigt. 

Wer sich selbst ein Bild machen möchte, um zu sehen, wie die Liebesgeschichten ausgehen, kann dies noch bis zum 30. März 2019 im Deutschen Theater in München tun.
 

(Jasmin Gollwitzer)

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