KÖNIG PHILIPP in «Don Karlos»

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    3. Akt, 5. Auftritt 

    König Philipp allein  

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    KÖNIG PHILIPP: 
    Jetzt gib mir einen Menschen, gute Vorsicht –
    Du hat mir viel gegeben. Schenke mir
    Jetzt einen Menschen. Du – du bist allein,
    Denn deine Augen prüfen das Verborgne,
    Ich bitte dich um einen Freund; denn ich
    Bin nicht, wie du, allwissend. Die Gehilfen,
    Die du mir zugeordnet hast, was sie
    Mir sind, weißt du. Was sie verdienen, haben
    Sie mir gegolten. Ihre zahmen Laster,
    Beherrscht vom Zaume, dienen meinen Zwecken,
    Wie deine Wetter reinigen die Welt.
    Ich brauch Wahrheit – Ihre stille Quelle
    Im dunkeln Schutt des Irrthums aufzugraben,
    Ist nicht das Loos der Könige. Gib mir
    Den seltnen Mann mit reinem, offnem Herzen,
    Mit hellem Geist und unbefangnen Augen,
    Der mir sie finden helfen kann – ich schütte
    Die Loose auf; laß unter Tausenden,
    Die um der Hoheit Sonnenscheibe flattern,
    Den Einzigen mich finden. (Er öffnet eine Schatulle und nimmt eine Schreibtafel heraus. Nachdem er eine Zeit lang darin geblättert.) Bloße Namen –
    Nur Namen stehen hier, und nicht einmal
    Erwähnung des Verdiensts, dem sie den Platz
    Auf dieser Tafel danken – und was ist
    Vergeßlicher, als Dankbarkeit? Doch hier
    Auf dieser andern Tafel les' ich jede
    Vergehung pünktlich beigeschrieben. Wie?
    Das ist nicht gut. Braucht etwa das Gedächtniß
    Der Rache dieser Hilfe noch? (Liest weiter.) Graf Egmont?
    Was will der hier? – Der Sieg bei Saint Quentin
    War längst verwirkt. Ich werf' ihn zu den Todten.
    (Er läscht diesen Namen aus und schreibt ihn auf die andere Tafel. Nachdem er weiter gelesen.)
    Marquis von Posa? – Posa? – Posa? Kann
    Ich dieses Menschen mich doch kaum besinnen!
    Und zweifach angestrichen – ein Beweis,
    Daß ich zu großen Zwecken ihn bestimmte!
    Und, war es möglich? dieser Mensch entzog
    Sich meiner Gegenwart bis jetzt? vermied
    Die Augen seines königlichen Schuldners?
    Bei Gott, im ganzen Umkreis meiner Staaten
    Der einz'ge Mensch, der meiner nicht bedarf!
    Besäß' er Habsucht oder Ehrbegierde,
    Er wäre längst vor meinem Thron erschienen.
    Wag' ich's mit diesem Sonderling? Wer mich
    Entbehren kann, wird Wahrheit für mich haben.
    (Er geht ab.)

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