Triple: All for One / Metric Dozen / My Generation

Bewertung und Kritik zu

TRIPLE: ALL FOR ONE / METRIC DOZEN / MY GENERATION 
von Richard Siegal / Ballet of Difference
Premiere: 11. Februar 2022 
Schauspiel Köln 

Zum Inhalt: Mit dem dreiteiligen Abend TRIPLE zieht Richard Siegal eine Verbindungslinie zwischen seinen internationalen Erfolgsballetten der letzten Jahre und einer jüngst entstandenen Arbeit mit dem Ballet of Difference in Köln. Unter dem Titel ALL FOR ONE verbirgt sich die auf Spitze getanzte Eingangssequenz von TWO FOR THE SHOW, die Richard Siegal im April 2021 zur Premiere gebracht hat. Auf dem opulent strahlenden Bühnenbild und in den futuristischen Kostümen formuliert sich der ungebrochene Glaube an die Kraft der Kunst. METRIC DOZEN, ursprünglich für das Ballet National de Marseille kreiert, gilt als Siegals vielleicht rasantestes Ballett: Atemlos, mit geradezu unmenschlichem Timing, wirbeln die Tänzer*innen durch das clubbige Dunkel der Bühne und geben den Blick frei in »die Zukunft des Tanzes« (Süd- deutsche Zeitung). Das Finale wird mit MY GENERATION, das der US-Choreograf 2015 für Cedar Lake/New York inszeniert hat, zu einer ausufernden Party in den knalligen Kostümen des Modeschöpfers Bernhard Wilhelm. Musikalisch als augenzwinkernde Kritik an der Pop-Industrie formuliert, wird die Choreografie zu einem »monströsen High, von dem man hofft, dass es nie enden wird« (Huffington Post).

Mit: Martina Chavez, Jemima Rose Dean, Livia Gil, Sean Lammer, Mason Manning, Nena Sorzano (Nenash), Nicolás Martínez, Margarida Isabel De Abreu Neto, Ian Sanford, Evan Supple, Madison Vomastek, Long Zou, Gustavo Gomes und Jared Brown

Choreografie: Richard Siegal
Bühne: Richard Siegal, Matthias Singer
Kostüme: Flora Miranda, Alexandra Bertaut und Bernhard Wilhelm
Stylistin: Edda Gudmunsdottir
Licht: Matthias Singer
Musik: Markus Popp, Lorenzo Bianchi Hoesch, Atom™ (Uwe Schmidt)
Dramaturgie: Tobias Staab


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Am Puls der Musik
  · 16.03.22
''Auf der Bühne liegt zunächst nur schwaches Licht, später leuchten Lichtkegel stroboskopisch. Die Tänzer drehen in körperbetonten Glitzer-Outfits Pirouetten zu perkussiven Elektro-Klängen vom Band. Auch männliche Tänzer legen sich auf Spitzenschuhen mächtig ins Zeug. Queere Vielfalt ist so nicht nur bei wechselnden Pas-de-deux angesagt. In der ersten Choreografie All for one (A.K.A. Spiral) belebt das Ensemble eindrücklich eine skulpturale Licht-Installation. Vor dem Hintergrund komplexer rhythmischer Strukturen entwickelt sich rasant eine kraftvoll sich steigernde Performance mit wechselnden Solos. Darauf folgt nach einer Pause Metric Dozen. Hier schreiten und posieren Ensemblemitglieder – nun in zweifarbigen Paillettenkostümen – zuweilen wie auf einem Laufsteg. Zu komplexen rhythmischen Strukturen bewegen sich die Tänzerinnen und Tänzer stets im rechten Winkel zueinander und zum Publikum.

Das dritte Stück My Generation fesselt mit farbenfrohen ungewöhnlichen Kostümen, Freestyle-Bewegungen und gemixter Clubmusik. Gasttänzer Jared Brown erweitert nun das Ensemble. Abstrakte Klänge befeuern radikale Bewegungen. Die drei zwischen 2014 und 2021 entwickelten Ballette setzen sich auf unterschiedliche Weise auch mit Differenz auseinander, wenn sich wiederholt eine Figur von der Gruppe abhebt. Ein anregender Abend, der zeigt, dass das Ballet of Difference auch durchaus mit eigenständigen theatralen Visionen (zuletzt auch beteiligt an der Umsetzung von Virginia Woolfs Orlando) dem vollbesetzten Publikum Standing Ovations entlockt.'' schreibt Ansgar Skoda am 16. März 2022 auf KULTURA-EXTRA
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