Schauspiel Köln
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    Metropol



    Bewertung und Kritik zu

    METROPOL 
    nach dem Roman von Eugen Ruge
    Regie: Armin Petras 
    Premiere: 1. Oktober 2021 
    Schauspiel Köln 

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    Zum Inhalt: Sowjetunion Ende der 1930er Jahre: Charlotte und ihrem Mann Wilhelm ist die Flucht aus Nazideutschland geglückt. Im Heimatland des Kommunismus wollen sie ein neues Leben beginnen und, wie viele andere überzeugte Genoss*innen aus der ganzen Welt, den Traum von einer gerechten Gesellschaft verwirklichen. Da beginnen in Moskau die Schauprozesse gegen »Verräter*innen« und »Volksfeind*innen« aus den eigenen Reihen. Mit großem Erschrecken realisiert Charlotte, dass auch einer ihrer Bekannten unter den Angeklagten ist. Reicht diese Bekanntschaft aus, um auch Charlotte und Wilhelm verdächtig werden zu lassen? Haben sie sich schuldig gemacht? Im Sinne welcher Anklage? Das Paar bekommt die Anweisung, sich ins ehemalige Luxushotel Metropol einzuquartieren. Der stalinsche Terror greift um sich. Fortlaufend verlieren Menschen ihre Posten, werden verhaftet, hingerichtet oder verschwinden spurlos. Und trotzdem, trotz der zunehmenden Isolation, der Angst, der offensichtlichen Widersprüche wollen Charlotte und die Menschen um sie herum an ihrem Glauben an den Kommunismus festhalten, dürfen keine Zweifel aufkommen.

    Als eine »Geschichte darüber, was Menschen zu glauben bereit, zu glauben im Stande sind« beschreibt der Autor Eugen Ruge seinen Roman METROPOL. Wie schon mit seinem preisgekrönten Buch IN ZEITEN DES ABNEHMENDEN LICHTS widmet er sich darin seiner Familiengeschichte und beschreibt die Moskauer Jahre seiner Großmutter, die sie wie durch ein Wunder überlebte. Armin Petras hat den beklemmenden Tatsachenroman für die Bühne bearbeitet und bringt ihn im Depot 2 zur Uraufführung.

    Regie: Armin Petras
    Bühne: Olaf Altmann
    Kostüme: Cinzia Fossati
    Musikalische Einrichtung: Sven Kaiser
    Licht: Michael Frank
    Dramaturgie: Sibylle Dudek


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    3.0 von 5 Sterne
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    Zwischen den Stühlen
    1 year ago
    Kritik
    ''Charlotte (Yvon Jansen) und Wilhelm (Ronald Kukulies) werden aus ihren Ämtern entlassen, um in Moskau das ehemalige Luxushotel Metropol zu beziehen. Sie hatten Kontakt mit einem angeblichen Volksfeind, dem Charlotte ein gebrauchtes Grammophon verkaufte. Beide warten weit über ein Jahr auf das Urteil. Angeschwärzt wurde das Paar von Hilde (Sabine Waibel), der eifersüchtigen Exfrau Wilhelms, die selbst bald vom Geheimdienst als Volksfeindin verdächtigt wird. Wassili Wassiljewitsch Ulrich (etwas überzeichnet von Nikolaus Benda in Fatsuit mit Latexmaske) verantwortet als Vorsitzender des Militärkollegiums des Obersten Gerichts der UdSSR zehntausende Todesurteile für vermeintliche Feinde. Einige der Darsteller verkörpern mehrere Figuren. Akteure werfen weiße Papierflocken aus ihren Jackentaschen über sich in die Luft (Kostüme: Cinzia Fossati), um russischen Schnee anzudeuten. So wird gezeigt, dass sie sich unter freiem Himmel befinden, etwa um möglicher Überwachung zu entkommen. Trotz staatlicher Willkür, Widersprüchen des Systems und der Verdächtigung in der Ära Stalins werden Charlotte und Wilhelm später in der DDR glühende Anhänger des Kommunismus bleiben, wie gegen Ende textlich auf der hinteren Bühnenwand skizziert wird. Ein ungetrübter Glaube an die Ideale des Kommunismus wird schlussendlich auch bei einem gemeinschaftlichen Silvesterumzug in Partylaune zu „I love it (I don’t care“ von Icona Pop (musikalische Einrichtung: Sven Kaiser) angedeutet. Armin Petras bringt seinem Publikum atmosphärisch eindrücklich mit einem starken Ensemble eine allzu vergessene, angstvoll düstere Ära näher.'' schreibt Ansgar Skoda am 20. Oktober 2021 auf KULTURA-EXTRA
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