Der endlose Sommer

Bewertung und Kritik zu

DER ENDLOSE SOMMER 
Visuelles Hörbuch von Madame Nielsen
Regie: Lucia Bihler 
Premiere: 12. Juni 2021 
Schauspiel Köln 

Zum Inhalt: Die dänische Autorin und Performerin Madame Nielsen ist in Skandinavien ein Star.
Mit DER ENDLOSE SOMMER hat sie ein melancholisches, sehnsuchtsvolles Erinnerungsbuch geschrieben, die Geschichte eines Sommers, in dem plötzlich alles möglich ist.
In einem Herrenhaus in Dänemark begegnen sie sich: Die Mutter. Das Mädchen. Der scheue Junge. Der Portugiese. Der schöne Lars. Eine Liebesgeschichte beginnt, die alles verändert. Für eine Weile sind die Gesetze des Alltags aufgehoben, der weiße Hof wird zu einem utopischen Ort, die Zeit verliert an Kontur – bis die Auflösung beginnt.
Eine flirrende Erzählung von Liebe und Tod, das Requiem für einen Sommer und die Menschen, die in ihm aufgehoben waren.
Die Regisseurin Lucia Bihler gibt mit DER ENDLOSE SOMMER ihr Debüt am Schauspiel Köln. Für das Theater von Madame Nielsen bearbeitet, bringt sie den Text als visuelles Hörbuch zur Uraufführung.

Mit: Yuri Englert, Melanie Kretschmann, Nicolas Lehni, Hannah Müller, Madame Nielsen, Anton Weil.

Regie & Videokonzept: Lucia Bihler
Szenenbild: Laura Kirst
Kamera, Schnitt, Videokonzept: Rosanna Graf
Kostüme: Leonie Falke
Soundtrack und Sound: Jacob Suske
Choreografie: Paulina Alpen, Mats Süthoff
Licht: Jürgen Kapitein, Tim Borner, Matthias Kohmann
Dramaturgie: Julian Pörksen, Sarah Lorenz


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Stiller, melancholischer Theaterfilm
  · 17.06.21
Der stille, melancholische Theaterfilm erzählt, wie AIDS in den 80er Jahren die sexuelle Leichtigkeit beendete. Madame Nielsen ist  ganz klar das Zentrum dieses knapp einstündigen Films, den das Schauspiel Köln produzierte. Mit eingefallenen hohlen Wangen wirkt sie sehr abgekämpft und ausgemergelt. Mit sanfter Tonlage und dänischem Akzent erinnert sie sich an die Gefühle des schüchternen Jungen, der sie damals war, und ist zugleich der ruhende Pol, zu dem Rosanna Grafs Videokonzept immer wieder zurückkehrt.

Regisseurin Lucia Bihler nimmt sich bei ihrem Köln-Debüt angenehm zurück, lässt den Ernst des Textes wirken, der in diesem kurzen, fast skizzenhaften Online-Projekt gut zur Geltung kommt. Damit überzeugt sie mich mehr als mit ihren Arbeiten als Hausregisseurin an Klaus Dörrs Volksbühne.

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