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Bewertung und Kritik zu

AUS DEM BÜRGERLICHEN HELDENLEBEN
nach Carl Sternheim
Regie: Frank Castorf 
Premiere: 17. Januar 2020 
Schauspiel Köln 

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Zum Inhalt: AUS DEM BÜRGERLICHEN HELDENLEBEN ist satirische Familienchronik und zugleich Porträt einer Epoche, Groteske des Spießbürgertums und scharfsinnige Analyse eines gärenden Europa zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Im Zentrum der Tetralogie steht die Familie Maske. Der kleine Beamte Theobald Maske (DIE HOSE) schlägt aus einem Missgeschick seiner Frau – dem öffentlichen Verlust ihrer Hose und der daraus resultierenden Erotisierung der Nachbarschaft – Kapital und beginnt planvoll seinen gesellschaftlichen Aufstieg. Er wird von seinem Sohn Christian, einem skrupellosen Karrieristen (DER SNOB), bald überboten. Dieser sagt sich vom Vater los, heiratet in den Adel ein und wird erfolgreicher Unternehmer. In Rüstungsgeschäfte verstrickt, profitiert das Maske-Imperium von der kollektiven Kriegshysterie (1913) und Christians Tochter Christine übertrifft ihren Vater noch an Skrupellosigkeit. »DAS FOSSIL« schließlich wendet sich Traugott von Beeskow und der Weimarer Republik zu, wo restaurative Kräfte den revolutionären Ideen des Kommunismus gegenüberstehen. So entsteht das (Zerr-)Bild einer Zeit zwischen Aufschwung und Krise, Krieg und Begehren.  

Mit: Sophia Burtscher, Bruno Cathomas, Melanie Kretschmann, Seán McDonagh, Peter Miklusz, Nikolay Sidorenko, Lilith Stangenberg und Sabine Waibel

Regie: Frank Castorf
Bühne: Aleksandar
Kostüme: Adriana Braga Peretzki
Video: Andreas Deinert
Soundtrack: William Minke
Licht-Design: Lothar Baumgarte
Dramaturgie: Julian Pörksen
Künstlerische Produktionsleitung: Sebastian Klink
Live-Kamera: Andreas Deinert und Simon Baucks
Ton: Wolfgang Kich und Max Kapitein


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0 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Eura & Europa
  · 19.01.20
''Der hinsichtlich sämtlicher von dem Castorf willkürlich gehandhabten Sternheim-Vorlagen (= 4 Stücke, 1 Roman) diesmal und ausnahmsweise vollkommen werkunkundige Rezensent hatte und hat es dahingehend ziemlich gut, dass er sich - wie gewiss die meisten Rezipienten dieses relativ doch kurzweiligen Abends - völlig "unbeeinflusst" dem reichhaltig-spielerischen Angebot des Regisseurs entspannt-genüsslich hinzugeben in der Lage war. Klar, dass es angesichts der Großdauer des Großprojekts ganz unvermeidlich "Hänger" gab und man sich wiederum des Eindrucks nicht erwehren wollte, dass das schauspielernde Team guru-gesteuert auf der Stelle trat und es daher "nicht richtig" weiter und/oder vorangeh'n wollte. Doch egal, denn:

Inspirierend sind die Großopern dieses genial belesenen, kosmopolitischen Berliners allemal! (...) Ja und ich, der Rezensent, habe ein ungefähres Bild davon gekriegt, wie's früher so bei diesen Großbürgern womöglich zugegangen war - trotz dass dann diesmal Müllers "Engel der Verzweiflung" leider fehlte.'' schreibt Andre Sokolowski am 19. Januar 2020 auf KULTURA-EXTRA
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