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Bewertung und Kritik zu

PARDON WIRD NICHT GEGEBEN
nach Hans Henny Jahnn
Regie: Rafael Sanchez 
Premiere: 24. Mai 2019 
Schauspiel Köln 

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Zum Inhalt: Eine verarmte Witwe und ihre drei Kinder ziehen Anfang des 20. Jahrhunderts vom Land in die Großstadt Berlin. Vor allem der Älteste, Karl, ist von der neuen Umgebung, der Vielstimmigkeit, dem Durcheinander von Biographien und Lebensumständen erschüttert. Die Frage nach Zugehörigkeit wird zum Lebensthema für ihn: Soll er sich dem Streben nach Geld verschreiben oder dem Kampf um Gerechtigkeit? Wo ist Orientierung zu finden in einer Welt, die sich so rasend schnell wandelt, in der die Gewinner von Heute die Verlierer von Morgen sind?  

Wie in seinem Jahrhundertroman BERLIN ALEXANDERPLATZ gelingt es Alfred Döblin, den Sound der Großstadt einzufangen. Die Gesellschaft, die er über mehrere Jahrzehnte portraitiert, ist im Umbruch – der fortschreitende Kapitalismus bringt Reichtum für einige und vergisst Viele. Der Kampf ums Überleben ist gnadenlos: Pardon wird nicht gegeben. 

Regie: Rafael Sanchez 
Bühne: Thomas Dreißigacker 
Kostüme: Maria Roers 
Video: Stefan Bischoff 
Musik: Knut Jensen 
Licht: Jürgen Kapitein 
Dramaturgie: Lea Goebel 
Bühnenfassung: Eberhard Petschinka 


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Ein einziges Aufbäumen
  · 12.06.19
''Ob bei halbnackten Handstand-Pushups oder beim Catchen mit dem Bruder - Kirsch steht als athletischer Karl immer unter Strom. Ohne Ventil und Unterlass drängt es ihn nach Betätigung. 

Er gönnt sich keine Ruhephase, denn es ist nie genug, was er für seine Mutter, seine Geschwister und später auch noch die eigene Frau und die eigenen Kinder tun kann. Neben Kirsch wirken viele der anderen Figuren oft blass, wie insbesondere Nikolaus Benda als Paul. Benda und Klamroth wird es auch ein bisschen erschwert, ihre Rollen weiter zu entwickeln, da sie im Stückverlauf jeweils noch eine weitere Figur spielen, die dann anders perückt ist und auch anders auftritt. Leider werden viele Schicksalsschläge nur angedeutet oder monologisch wiedergegeben. Ganze Handlungsstränge werden manchmal nicht zu Ende gespielt. Starke Gesten, die sich im Stück wiederholen, bleiben von ihrer Bedeutung her manchmal unklar. Das eindrucksvolle Bühnenbild erscheint etwas zu überkomplex. Auch dem Schlussmonolog in Versform gelingt es nicht, die Vorführung abzurunden. Döblins schrieb Pardon wird nicht gegeben 1934 im französischen Exil als Großstadt-, Entwicklungs- und Gesellschaftsroman. Er erzählt neben der Familiengeschichte über drei Jahrzehnte auch von demokratischer Erneuerung, Klassenkampf und der Weltwirtschaftskrise. Das Wagnis, einen fast 400seitigen, weitestgehend autobiographischen Roman mitreißend auf die Bühne zu bringen, gelingt während der über dreistündigen Vorführung nur teilweise. Immerhin werden überfordernde Männlichkeitsbilder, ungute Dynamiken innerhalb einer Familie und auch familiärer Zusammenhalt als ein Grundpfeiler der Sozialisation vielfach und lebendig hinterfragt.'' schreibt Ansgar Skoda am 11. Juni 2019 auf KULTURA-EXTRA
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