Monte Rosa



    Bewertung und Kritik zu

    MONTE ROSA  
    von Theresa Dopler
    Regie: Matthias Rippert 
    Premiere: 14. Januar 2022 
    Schauspiel Hannover 
    Berlin-Premiere: 11. Juni 2022
    Deutsches Theater Berlin 

    Berliner Autor:innentheatertage (2022) 

    Zum Inhalt: Witzig, boshaft, schillernd, voller Provokationen und Fantastereien – Orlando gilt als Meisterwerk der literarischen Moderne. Die Geschichte des jungen Adligen setzt im 16. Jahrhundert ein: Gutaussehend und wortgewandt wird er Geliebter der Königin, Gesandter des Sultans in Konstantinopel und nach einem rauschenden Fest am Ende des Ramadan geweckt durch einen Fanfarenstoß („Die Wahrheit!“) – und erwacht als Frau. Kaum alternd durchstreift Orlando nun die Jahrhunderte, wird Poetin, Prinzessin, Liebende und am Ende freischaffende Künstlerin und alleinstehende Mutter im 20. Jahrhundert sein.

    Mit Nikolai Gemel, Mathias Max Herrmann, Lukas Holzhausen

    Regie: Matthias Rippert
    Bühne: Fabian Liszt
    Kostüme: Johanna Lakner
    Musik: Robert Pawliczek
    Dramaturgie: Barbara Kantel


    WIR EMPFEHLEN

    2.5 von 5 Sterne
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    Monte Rosa von Teresa Dopler
    7 months ago
    Kritik
    ''Die Bergsteiger-Komödie Monte Rosa von Teresa Dopler fällt nicht nur in der Dauer und im Ton deutlich gegen Castorfs Jelinek-Schweinerei [gesehen am 11. Juni] ab. Schon das Bühnenbild strahlt eher Ruhe aus. Auf einer im Hochkantrahmen von Fabian Liszt gestalteten Felsplatte an der im Hintergrund Video-Wolken und Dunst vorbeiziehen, treffen sich Bergsteiger A und B mittleren Alters (Mathias Max Herrmann, Lukas Holzhausen), halten zunächst wortkargen Smalltalk über die Aufstiegsroute, um dann schnell beim Prahlen und Frotzeln des anderen anzukommen. Insgeheim sind die Lonesome-Wanderer auf der Suche nach einem Partner und mustern gegenseitig ihre Körper, was fast schon ironisch etwas Homoerotik knistern lässt, wenn sie sich ihre Oberkörper und Wadenmuskeln zeigen. (...) Teresa Dopler schafft hier ein leicht-lockeres Konversationsstück, das als Parabel auf das wirkliche Leben im Leistungsdruck und Jugendwahn zu verstehen ist. Zu echten lebensphilosophischen Höhen kann sich der schmale Text aber nicht erheben. Da darf es schon etwas verwundern, dass dieses Stück von der Mülheim-Jury auserkoren und bis in die Endrunde durchgewunken wurde.'' schreibt Stefan Bock am 13. Juni 2022 auf KULTURA-EXTRA
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    1 von 1 Person(en) gefiel diese Kritik
    Skurrile Fingerübung
    7 months ago
    Kritik
    Die Bergsteiger-Tragikomödie über Männlichkeits-Entwürfe kommt mit knappen Ping-Pong-Dialogen und ist in einer halbrealen Alpen-Traumwelt angesiedelt: Matterhorn und Dolomiten werden immer wieder als vertraute Orientierungspunkte genannt, das Trio spinnt sich aber vor allem in die eigenen uneinangestandenen Sehnsüchte ein. Auffällig ist, dass die Menschen in Hannover so stolz auf ihr lupenreines Hochdeutsch sind, viele Inszenierungen des dortigen Schauspiels aber sehr bewusst Dialekt in ihre Inszenierungen einbeziehen: Stella Hilb sprach in „Ein Mann seiner Klasse", das in einem sozialen Brennpunkt in Kaiserslautern spielt, im Pfälzer Dialekt, diesmal lassen der Schweizer Lukas Holzhausen (Regisseur des zum Theatertreffen eingeladenen Abends) und der Österreicher Nikolai Gemel (Hauptdatsteller jenes Abends) ihre Heimat-Idiome durchschimmern. „Monte Rosa“ bleibt hinter diesem tt-Überraschungshit zurück: Teresa Doplers skurrile Fingerübung ist ein kurzer Abend für die kleine Bühne in den DT-Kammerspielen. Die Figuren sind Stereotype, irgendwo zwischen Loriot und Godot, wie die Hannoveraner Lokalzeitung „Neue Presse“ ihre Premieren-Besprechung treffend titelte. Weiterlesen
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