Orlando

Bewertung und Kritik zu

ORLANDO  
nach dem Roman von Virginia Woolf
Regie: Lily Sykes 
Premiere: 25. Oktober 2019 
Schauspiel Hannover

Zum Inhalt: Witzig, boshaft, schillernd, voller Provokationen und Fantastereien – Orlando gilt als Meisterwerk der literarischen Moderne. Die Geschichte des jungen Adligen setzt im 16. Jahrhundert ein: Gutaussehend und wortgewandt wird er Geliebter der Königin, Gesandter des Sultans in Konstantinopel und nach einem rauschenden Fest am Ende des Ramadan geweckt durch einen Fanfarenstoß („Die Wahrheit!“) – und erwacht als Frau. Kaum alternd durchstreift Orlando nun die Jahrhunderte, wird Poetin, Prinzessin, Liebende und am Ende freischaffende Künstlerin und alleinstehende Mutter im 20. Jahrhundert sein.

Mit Corinna Harfouch, Oscar Olivo

Regie: Lily Sykes
Bühne: Jelena Nagorni
Kostüme: Jelena Miletic
Musik: David Schwarz
Choreographie / Kampftrainer: Lilit Hakobyan
Dramaturgie: Sonja Anders

TRAILER


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Bandbreite von Harfouchs schauspielerischem Können
  · 01.06.21
Zwischen expressivem Verzweiflungsdrama und leiser Einsamkeits-Klage, zwischen dem Parlando der Romanerzählerin und dem Comedy-Herumalbern mit ihrem Bühnenpartner bietet Harfouch in nur neunzig Minuten eine sehr große Bandbreite ihres schauspielerischen Könnens.
Als Sidekick ist Oscar Olivo dabei. Auf der dunklen Bühne ist er der Farbtupfer, wechselt von Szene zu Szene seine Kostüme, die passend zur biographischen Reise der Romanfigur von Virginia Woolf immer queerer und androgyner werden.

In der ersten Hälfte des kleinen, kammerspielartigen Abends wird oft nicht klar, worauf Regisseurin Lily Sykes und das Duo auf der Bühne hinauswollen. Recht unmotiviert stehen Passagen aus dem Woolf-Klassiker neben Slapstick-Szenen. Doch im Lauf des Abends gewinnt „Orlando“ an Format, fokussiert sich stärker auf Harfouch und ihre darstellerische Präsenz.

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