3 Poems

Bewertung und Kritik zu

3 POEMS  
von Guy Weizman
Online-Premiere: 29. April 2021 
Schauspiel Hannover

Zum Inhalt: 3 Poems ist ein dreiteiliger Theaterfilm in Koproduktion mit dem NNT Groningen. Der 1972 in Tel Aviv geborene Regisseur und Choreograf Guy Weizman, seit 2017 Leiter des NNT Groningen verbindet in 3 Poems zwei neue Gedichte der Autorin Judith Herzberg, deren Bearbeitungen mit seinem Ensemble in Groningen entstanden sind, mit dem 4. Bakkhischen Lobgesang aus Euripides‘ Bakkchen zu einem 3-teiligen, bildgewaltigen Theaterfilm. 
Die Entstehungsgeschichte von 3 Poems ist eine, wie wir sie seit einem Jahr zahlreich erlebt haben und doch besonders: Eigentlich als große internationale Zusammenarbeit unter dem Titel Bitch, I’m a Goddessnach Euripides‘ Bakkchen zwischen dem NNT Groningen und dem Schauspiel Hannover geplant, musste die Produktion zunächst pandemie-bedingt verkleinert und letztlich leider komplett verschoben werden. Zum Glück ergab sich dennoch die Möglichkeit eines ersten künstlerischen Aufeinandertreffens zwischen dem Regisseur Guy Weizman und dem Ensemble des Schauspiel Hannover. 

Mit Anja Herden, Alrun Hofert, Wolf List, Kaspar Locher, Tatiana Matveeva, Bien de Moor, Rutkay Ozpinar, Adam Peterson, Nils Rovira-Muñoz, Katherina Sattler, Statist:innen aus Groningen und Hannover

Regie: Guy Weizman


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Theaterfilm frei nach Euripides
  · 29.04.21
In dem halbstündigen Video-Clip, der im Treppenhaus der denkmalgeschützten Cumberlandschen Galerie gedreht wurde, konnte das Team zum Glück erstaunlich viel von den Ursprungsplänen retten. „Dogs of Madness“ ist ein ausschweifender Trip durch eine Welt, die mal an expressionistische Stummfilme erinnert und in der die Spieler*innen im nächsten Moment wie reglose antike Statuen wirken: Anja Herden als rasende Agaue und Nils Rovira-Muñoz stehen im Zentrum dieser assoziativen Collage, die mit Motiven der Euripides-Vorlage spielt.

Gerahmt werden die „Dogs of Madness“ durch „Klagelieder“ und „Liebeslieder“, zwei Monologe von Judith Herzberg, die Bien de Moor spricht und die an einem See in den Niederlanden gedreht wurden. Die belgische Schauspielerin de Moor kennt man hierzulande am ehesten durch ihre Hauptrolle im umstrittenen Film „Code Blue“ an der Seite von Schaubühnen-Star Lars Eidinger, der 2011 in der Quinzaine des realisateurs in Cannes lief. Zu elegischen Bildern spricht de Moor diese beiden Texte, die in ihrer ätherischen Grundstimmung wie ein ruhender Gegenpol zur aufgewühlten „Dogs of Madness“-Performance wirken.

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