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Bewertung und Kritik zu

DIE EDDA
neu erzählt von Thorleifur Örn Arnarsson und Mikael Torfason
Regie: Thorleifur Örn Arnarsson 
Premiere: 15. März 2018 
Schauspiel Hannover

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Zum Inhalt: Es sind die Fragen der Fragen, die sich die Menschheit seit Jahrtausenden stellt: Wo kommt eigentlich alles um uns herum her? Wie hängt alles miteinander zusammen? Warum ist die Welt, wie sie ist? Heute gibt die Wissenschaft auf vieles eine Antwort. Manche dieser Antworten muten dabei nicht weniger erstaunlich und unwahrschein­lich an, als die alten Mythen, mit denen sich Menschen an unterschiedlichsten Enden der Welt Antworten zu geben versuchten. Eine der ältesten Erzählungen dieser Art ist die nordische Edda. In ihr lösen sich Götter- und Heldengeschichten ab, werden grundlegende Wahrheiten in symbolischer Verhüllung formuliert. 
In einer Zeit, in der wir allerorten nach Orientierung suchen und gleichzeitig den großen allgemeingültigen Erzählungen und Ideologien misstrauen, bekommen die alten Mythen in ihrer Heterogenität, ihrer tiefen Widersprüchlichkeit, ihrem zuweilen derben Humor eine ganz existentielle Bedeutung. Die isländischen Theater­schaffen­den Thorleifur Örn Arnarsson und Mikael Torfason überführen die Edda bild­gewaltig und überbordend ins Heute.

Mit: Johanna Bantzer, Susana Fernandes Genebra, Sarah Franke, Iza Mortag Freund, Philippe Goos, Maximilian Grünewald, Mathias Max Herrmann, Sophie Krauß, Wolf List, Christoph Müller, Hagen Oechel, Andreas Schlager, Live-Musik: Gabriel Cazes

Regie und Textfassung: Thorleifur Örn Arnarsson
Bühne: Wolfgang Menardi
Kostüme: Karen Briem
Musikalische Leitung: Gabriel Cazes
Dramaturgie: Judith Gerstenberg, Johannes Kirsten
Übersetzung: Damiàn Dlaboha 

TRAILER


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Weltuntergangs-Collage
  · 06.04.19
Die drei Nornen, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verkörpern, wachen über die recht unübersichtlichen Intrigen und Machtkämpfe der Götter, die das Programmheft in Kurzfassung schildert. Vor allem Loki (Philippe Goos im glitzernden Anzug) und Thor (Sarah Franke mit Glatze und überdimensionalem Hammer, mit dem sie es vor der Pause donnern lässt) sind die Unruheherde in der Götterwelt. Wie eine Dampfwalze dreht sich über ihnen das Bühnenbild von Wolfgang Menardi, einem der spannendsten Bühnenbildner, der außer mit Thorleifur Örn Arnarsson vor allem mit Thom Luz und Yael Ronen zusammenarbeitet.
 
Die ersten beiden Stunden sind eine Collage voller Slapstick. Es wimmelt von Zwergen, Riesen und Dämonen. Es sei ihm nicht darum gegangen, eine „von A bis Z nachvollziehbare Geschichte zu erzählen, sondern ein facettenreiches Universum auf der Bühne zu schaffen.“ Das gerät oft albern und hat deutliche Längen. Die zweite Hälfte wird ernster: Elli, das hohe Alter, droht, dass es jeden unweigerlich einholt. Nur die Frage, wann das passieren wird, lässt er offen. Aus dem Off erzählt Mikael Torfason, Koautor der Stückfassung, autobiographische Geschichten von seinem Vater, der seinem kranken Sohn als Zeuge Jehova eine Bluttransfusion verweigerte und schließlich dem Alkohol verfiel. Endpunkt des Abends ist der Todeskampf von Baldur (Maximilian Grünewald), der sich einredet, dass er überleben wird, obwohl die Bühnenarbeiter die Baugerüste längst zum Einsturz bringen. Die Welt der Götter geht im Ragnarök, der isländischen Variante der Apokalypse, unter.

Selten gibt es wirklich gelungene Szenen wie die tolle Choreographie zu „My Body is a Cage“ von Arcade Fire, an denen der Abend zur Ruhe findet und über die hastige Jagd zum nächsten Collage-Schnipsel hinauskommt.

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Alle Geschichten enden im Nichts
  · 23.04.19
''Zu Beginn, wenn die Seherin spricht, schaut man auf eine weiße, neblige Eiswelt, aus der sich seltsame Fellgestalten herauslösen. Zur Weltenschöpfung wird der gigantische Baum auf der Bühne, die immergrüne Weltesche, von einem Dutzend Techniker aufgehängt – außenherum wird gespielt. Dabei steht ein großes Ensemble auf der Bühne: dicke, nackte Riesen in Fatsuits, Sarah Franke als tumber Donnergott mit dicken Schulterpolstern, Philippe Goos als wendiger Halbgott Loki in Glitzeranzug. Ein einziges Wimmeln und Wuseln. (...)

Nach der Pause geht es deutlich berührender zu, wenn Mikael Torfason vom Sterben seines Vaters erzählt, der sich als reueloser, angstfreier Wikinger zum einzigen Glauben an die "Edda" bekennt. Die Bühne dreht sich zu Gabriel Cazes tieftrauriger Live-Version von Arcade Fires dunklem Song "My body is a Cage" – da wird das Vergehen und Sterben plötzlich ganz greifbar.   

Ästhetisch ist der Abend eine Mischung aus vielen Dekonstruktionselementen – alle Geschichten enden im Nichts, Figuren lösen sich auf. Zur "Edda" passt das gut, da der Zyklus ohnehin kein Anfang und kein Ende hat und uns dieser Stoff kaum vertraut ist.Bei Klassikern wie Schiller und Shakespeare kennt man diese Handlungszersetzung bereits von zig anderen postdramatischen Regisseuren – unter die sich Arnarsson in Zukunft an der Volksbühne hoffentlich nicht allzu geschmeidig einreihen wird.'' schreibt Barbara Behrendt auf kulturradio.de
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