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Bewertung und Kritik zu

DER HAARIGE AFFE
von Eugene O'Neill
Regie: Frank Castorf 
Premiere: 17. Februar 2018 
Deutsches Schauspielhaus Hamburg
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Zum Inhalt: Der Anblick des vor Naturgewalt strotzenden Proleten Yank jedoch haut die junge Frau förmlich um – und stürzt Yank in eine Identitätskrise, die sein Selbstverständnis als Tatmensch ins Wanken bringt. Er begibt sich auf die Suche nach sich selbst und seiner Rolle in einer Klassengesellschaft, die für ihn rätselhaft und undurchdringlich bleibt. O’Neill lässt seinen Protagonisten durch das Labyrinth von New York irren, ihn auf Gewerkschaftler, Sozialdemokraten, Anarchisten und Kommunisten treffen, die ihn nur in ihren Reihen akzeptieren, wenn er ihnen ähnlich wird – sich anpasst. Doch das kommt für Yank nicht infrage. Endet er schließlich im Zoo – oder vielleicht auf einem exotischen Eiland in der Karibik? Alles ist möglich.

Mit: Kathrin Angerer, Paul Behren, Marc Hosemann, Charly Hübner, Abdoul Kader Traoré, Anne Müller, Josef Ostendorf, Lilith Stangenberg, Michael Weber, Samuel Weiss und Daniel Zillmann

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Regie: Frank Castorf
Bühne: Aleksandar Denic
Kostüme: Adriana Braga Peretzki
Licht: Lothar Baumgarte
Dramaturgie: Patric Seibert
Künstlerische Produktionsleitung: Sebastian Klink
Video- und Livemitschnitt: Marcel Didolff, Alexander Grasseck und Marek Luckow
Video-Assistenz: Verena Buttmann
Live-Kamera: Andreas Deinert und Severin Renke
Sounddesign: Dominik Wegmann
Tonangler: Michael Genter und Jochen Laube
Ton: André Bouchekir, Jesper Bryngemark und Roman Schneider

TRAILER


 
Meinung der Presse zu „Der haarige Affe“

Deutsches Schauspielhaus Hamburg


Berliner Zeitung
Frank Castorf triumphiert
am Hamburger Schauspielhaus


Deutschlandfunk Kultur
Ein Abend wie ein ausgedehntes Delirium 


nachtkritik
Rausch bleibt Rausch

NDR
Premiere am Schauspielhaus

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3.7/5 Insgesamt 3 Bewertungen (2 mit Rezension)
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Volksbühnen-Stars mit Klassenkampf-Romanze im Exil
  · 31.03.18
Schauspielhaus Hamburg trifft Volksbühnen-Stars im Exil, „Rich Bitch“ aus der Oberschicht steigt in den Kohlenkeller: mit diesen Schlagworten lässt sich Frank Castorfs mehr als fünfstündige Kompilation aus Eugene O´Neills Klassenkampf-Romanze „Der haarige Affe“ mit weiteren Frühwerken des US-amerikanischen Literaturnobelpreisträgers und Texten von Arthur Rimbaud überschreiben.

In der ersten halben Stunde gibt es ein Wiedersehen mit Marc Hosemann und Kathrin Angerer, die bei dieser Produktion kurzfristig für Thelma Buabeng eingesprungen ist. Die Bühne ist fast so dunkel und die Textfetzen sind fast so kryptisch wie in Albert Serras „Liberté“, das derzeit am Rosa-Luxemburg-Platz im Stammhaus von Hosemann/Angerer/Castorf so sehr polarisiert. Obwohl sich Hosemann und Angerer natürlich nicht auf Sänften dahinschaukeln lassen, sondern im typischen Castorf-Sound brüllen und nölen, bleibt dieser Auftakt, der auf „Kaiser Jones“ basiert, sehr zäh. Die Hänger und Längen gibt es natürlich auch bei Castorfs prägenden Großtaten, Henry Hübchen empfahl in der Doku „Der Partisan“ dann wie beim Fußball einfach dran zu bleiben und darauf zu hoffen, dass wieder ein Tor fällt. Es tut dem Abend aber nicht gut, dass schon der Einstieg statt eines furiosen Monologs wie z.B. von Jürgen Holtz in „Les Misérables“ diesmal so schleppend ist.

Immerhin erreicht „Der haarige Affe“ dank der hervorragenden Spielerinnen und Spieler bis zur Pause doch noch die mittlere Castorf-Betriebstemperatur.

Bemerkenswert ist, mit welcher Chuzpe Castorf gleich mehreren aktuellen gesellschaftspolitischen Debatten den Stinkefinger zeigt. Auf dem Höhepunkt der #metoo-Debatte lässt er Lilith Stangenberg minutenlang live auf der Großleinwand nackt Kohlen schippen. Nicht nur diese peinliche „Altherrenphantasie“, wie sie in mehreren Kritiken treffend benannt wurde, sorgt dafür, dass dieser Abend in zwiespältiger Erinnerung bleibt. Wie aus der Zeit gefallen wirkt auch die ständig blinkende „Camel“-Zigaretten-Werbung auf der Drehbühne von Aleksandar Denić. Ein sehr fragwürdiges Statement, da Tabaklobby und CDU/CSU Hand in Hand dafür gesorgt haben, dass das Tabakwerbeverbot, das in der restlichen EU längst Standard ist, in Deutschland in weiter Ferne bleibt.

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Einmal unten, immer unten
  · 19.02.18
''Interessanter noch und psychologisch, um nicht gar zu sagen psychoanalytisch, ausschweifender kommt der Sonder-Stückplot hinsichtlich des merkwürdigen Mann-Mann-Frau-Dreiers zwischen Joey, William, Margaret zu uns Text(un)kundigen 'rüber; ich bemerkte da z.B. einen stillverschämten Wink mit Zaunspfahl, der auf das nicht minder merkwürdige Mann-Mann-Frau-Gespann Rimbaud-Verlaine-Verlainegattin hinzielen hätte können. Jedenfalls war das entsprechende Stück-Personal mit dem agil-papierleichten Paul Behren und dem diven-raumgreifenden Daniel Zillmann wie auch der (in diesem Sonderfall) nurmehr statisterierend mitwirkenden Anne Müller ideal besetzt!!! 

Die anfangs etwas kompliziert introduktierte Kaiser Jones-Geschichte mit Marc Hosemann (als Brutus), Abdoul Kader Traoré (als Smitty) und der kurzfristig für die erkrankte Thelma Buabeng (als Cybel) eingesprung'nen Kathrin Angerer entschlüsselt und verdeutlicht sich nur nach und nach... Tatsächlich wusste ich dann bis zum insgesamten Sendeschluss noch immer nicht so richtig, wer warum was wie in welcherlei Zusammenhang entäußern tat - aber das stört in allen diesen schönen Castorfopern sowieso dann meistens nicht.'' schreibt Andre Sokolowski am 18. Februar 2018 auf KULTURA-EXTRA
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3.7
Durchschnittsnote aller Stücke
5 8
4 17
3 13
2 4
1 0
Kritiken: 35

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