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Bewertung und Kritik zu

ROSE BERND 
von Gerhart Hauptmann
Regie: Karin Henkel
Premiere: 1. Oktober 2017
Deutsches Schauspielhaus Hamburg 

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Zum Inhalt: Wie kann es sein, dass Bastian Balthasar Bux das Reich Phantásien vor dem Nichts retten soll, obwohl er "Die unendliche Geschichte" doch nur liest? Als Bastian endlich den Auftrag angenommen und endlich die drei magischen Tore passiert hat, ist er der neue Herrscher. Seine Wünsche formen und gestalten Phantásien: Wünscht er Farben, glitzert es in ungekannten Tönen. Wünscht er Herausforderungen, erscheint eine Wüste so heiß, dass niemand sie durchqueren kann. Bastian spürt, welchen Genuss es bereitet, Macht über eine ganze Welt zu haben und er kostet diese Macht bis auf den Grund aus. Er folgt jenen, die ihm schmeicheln, und verrät seine Freunde. Ganz allein auf sich gestellt, muss er seinen Weg suchen.

Mit Lina Beckmann, Gregor Bloéb, Markus John, Martin Pawlowsky, Michael Prelle, Maik Solbach, Julia Wieninger, sowie:Emilia Bourmudis-Anastasiadou, Lara Eck, Lilian Eyles, Gloria Neubauer, Elise Rödenbeck, Leonie Schuckmann, Wanja Bella Schäfer, Emma Torner, Chor:Jannis Achermann, David Alonso, James Bleyer, Dennis Feuerhacke, Ingmar Grapenbrade, Marlon Hangmann, Jarryd Alexander Haynes, Maik Mensching, Yannek Niehoff, Fernando A. Ost , Matthias Quax, Felix Radcke, Johan Richter, Mohammad Sabra, Don Schmidt, Christian Suder, Gerrit von Waldow

Regie: Karin Henkel
Bühne: Volker Hintermeier
Kostüme: Adriana Braga Peretzki
Musik: Arvild J. Baud
Licht: Hartmut Litzinger
Ton: Christoph Naumann, Roman Schneider
Video: Marcel Didolff, Alexander Grasseck
Dramaturgie: Sybille Meier




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5.0/5 Insgesamt 2 Bewertungen (2 mit Rezension)
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Jubelstürme für Lina Beckmann
  · 02.10.17
Die Konflikte dieser Figur sind uns ein Jahrhundert später sehr fern: das junge Bauernmädchen fürchtet um ihre Ehre, kämpft gegen eine arrangierte Ehe und sieht am Ende keinen anderen Ausweg, als ihr Neugeborenes im Straßengraben umzubringen.

Aber Lina Beckmann spielt diese Verzweifelte so eindrucksvoll, mit schmerzverzerrtem Gesicht, mit den Armen rudernd, mit den Augen um Hilfe flehend, sich windend und krümmend, schwitzend und in den kurzen Momenten der Hoffnung keck auftrumpfend, dass sie es schafft, das Publikum auch heute noch einen langen Theaterabend hindurch für das Schicksal ihrer Figur zu interessieren.

Zu kritisieren gibt es an diesem Abend natürlich auch einige Details: die Harlekin-hafte Verkleidung und Schminke von Lina Beckmann mit Unmengen von Lametta im Haar ist zwar ein Hingucker, erfüllt aber keinen nachvollziehbaren dramaturgischen Zweck. Auch die Tauben, die den Abend leitmotivisch prägen (auf den Kirchenfenster-Bildern als Friedenstauben, als Attrappen, denen die Hauptdarstellerin den Hals umdreht, sowie in Natura in kleinen Käfigen auf der Bühne herumflatternd), kommen etwas zu penetrant vor. Zu manieriert wirkt außerdem das ständige Zittern und Schlottern des linken Arms von Maik Solbach, der Roses Verlobten August Keil spielt.

Insgesamt war diese „Rose Bernd“ ein starker Auftakt, der die Vorlage ernst nimmt und behutsam modernisiert. Das Schauspielhaus Hamburg hat damit einen ernstzunehmenden Anwärter für eine der zehn Einladungen zum Berliner Theatertreffen. Henkel/Beckmann sind dort keine Unbekannten. Sie waren dort zuletzt 2015 mit einer Bearbeitung von Ibsens „John Gabriel Borkman“ eingeladen, die zwar sehr komisch, aber aus meiner Sicht weniger bemerkenswert war als ihre neue Zusammenarbeit bei der „Rose Bernd“.

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Rose Bernd ist Lina Beckmann
  · 10.10.17
Angeblich in Festtagstracht herausgeputzt, doch eigentlich zur maskenhaften Puppe verunstaltet steht sie da, die Rose Bernd. Die schöne tüchtige junge Frau hat ein weiß geschminktes Gesicht und eine Zottelmähne aus Lametta und bunten Bändern auf dem Kopf. Rose, die so gerne die brave Tochter ihres frommen Vaters (Michael Prelle) wäre und sich dennoch auf eine Affäre mit dem Dorfvorsteher Flamm (Markus John) eingelassen hat, hofft, dass sie stark genug für alles sein werde, was sie noch bewältigen muss. Ihr Liebhaber beteuert, dass er sie liebe und sie auch gerne heiraten würde, doch er hat eine kranke Ehefrau (Julia Wieninger), der er in tiefer Freundschaft verbunden ist. Auch Rose ist schon vergeben, an den Wunschkandidaten ihres Vaters, dem vermögenden, aber körperlich beeinträchtigten Bauchbinder August Keil (Maik Solbach). 

Rose hat die Heirat immer wieder hinausgeschoben, doch jetzt scheint Eile geboten, denn sie ist schwanger. Leider gibt es einen Mitwisser ihrer vorehelichen Affäre: den eitlen, umtriebigen, leichtlebigen Maschinisten Arthur Streckmann (Gregor Bloéb), der Rose mit seinem Wissen zu erpressen versucht. Rose weiß, dass ihre Lage nicht rosig ist. Unter den gestrengen Augen der allgegenwärtigen Kirchgänger, die stets als schwarzer Chor mit weit aufgerissenen Mündern durch die düstere Bühneschräge laufen, ahnt sie, welches Urteil des Volkes Seele über sie sprechen wird. Ich bin stark, so sagt sie in einem immer währenden Mantra beschwörend zu sich selbst. Die einzige, die ihr Hilfe verspricht, ist ausgerechnet die betrogene Ehefrau (Julia Weininger), die von ihrem Hintergangensein noch nichts ahnt. Die gutherzige, kluge Frau, die an ihr Bett gefesselt ist, versucht der jungen Rose zur Seite zu stehen, so lange bis sie hinter die wahren Zusammenhänge kommt. 

Karin Henkel hat ihre wunderbar dichte, stringente und durchdachte Inszenierung des Hauptmann-Stoffes zuerst bei den Salzburger Festspielen und jetzt auch in Hamburg gezeigt. Mit Lina Beckmann in der Titelrolle, dem Fantasieräume öffnenden Bühnenbild von Volker Hintermeier, einem tollen Ensemble und dem Atmosphäre schaffenden Chor ist eine berührende Aufführung gelungen, der in dieser Spielzeit hoffentlich noch etliche in ähnlicher Qualität folgen werden. 

Birgit Schmalmack vom 10.10.17
www.hamburgtheater.de
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